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Teltow-Fläming Baruth ist erste Nachhaltigkeitsgemeinde Brandenburgs
Lokales Teltow-Fläming Baruth ist erste Nachhaltigkeitsgemeinde Brandenburgs
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01:15 01.06.2019
Moderator Reinhard Hannesschläger, Mitarbeiter Transfer-Service und Dozent an der TH Wildau beim zweiten Bürgerforum in Baruth. Quelle: Jutta Abromeit
Baruth

Alle reden von NachhaltigkeitBaruth, das Städtchen im Urstromtal, tut es einfach: Es ist jetzt Brandenburgs erste Nachhaltigkeitsgemeinde, sagt der kommunale Projektkoordinator Karsten Wittke.

Seit Jahren pflegt der Ort mit dem bundesweit bekannten Holz-Kompetenzzentrum Partnerkontakte in die Mongolei; Ende Juni wird in der Provinzstadt Murun das mit Baruther Hilfe konzipierte und gebaute Handwerker-Bildungszentrum eröffnet. Seit mehr als einem Jahr nutzt die Stadt das Bundesförderprogramm zur Umsetzung der 17 in einer UN-Charta festgehaltenen Nachhaltigkeitsziele und beschäftigt für zwei Jahre einen Koordinator; Baruth konzentriert sich mit seinem Spezialwissen auf die beiden Gebiete Holz und Wasser. Und mit einem Beschuss der Stadtverordneten ist Baruth jetzt die erste Nachhaltigkeitskommune in Brandenburg. Die Urkunde, die Baruth bescheinigt, die Agenda-2030-Ziele für nachhaltige Entwicklung umzusetzen, ist jetzt unterschrieben.

Das Städtchen im Urstromtal redet nicht nur über Nachhaltigkeit, es will sie leben. Das wurde auch beim jüngsten Bürgerdialog deutlich. Und die Kommune ist Brandenburgs erste Nachhaltigkeitsgemeinde.

Partnerstadt in der Mongolei

In Baruth sind das alles keine Worthülsen, mehrfach erklärte Bürgermeister Peter Ilk (parteilos), dass echte Entwicklungshilfe in unserer einen Welt nur von unten funktionieren könne. „Dazu muss sich jede Kommune in einem Industrieland oder einem sogenannten reichen Staat irgendwo in der Welt eine Partnergemeinde suchen, die Hilfe wirklich dringend nötig hat. Und wenn sich die Menschen kennen lernen, dann finden sie sehr schnell heraus, wo Hilfe nötig ist und wie diese Hilfe aussehen kann.“ Für Baruth war das über den Zufall, dass Mongolen in den Nachbarort Zesch am See zogen, die Provinzhauptstadt Murun in der mongolischen Steppe.

Monokulturen sollen verschwinden

Nicht nur von Verwaltung fordern

Reinhard Hannesschläger moderierte die Runde geschickt, verteilte rote Punkte, damit jeder seine wichtigsten Themen markieren konnte. Und er wollte hören, von welchen Gremien die Umsetzung der Anregungen ausgehen müsste. Oft wurde die Verwaltung genannt, doch vieles wollten die Diskutierer selbst über Vereine und Interessengruppen mit in die Hand nehmen.

Am Ende stand ein Favorit fest: Die meisten Punkte bekam der Wunsch nach Zugang zu regionalen Lebensmitteln. Nun soll eine Arbeitsgruppe herausfinden, wie das am besten umzusetzen ist – kann es in Baruth, einer Region mit sehr vielen Grundstück- und Landbesitzern, einen Wochenmarkt geben, eine Lebensmittel-Tauschbörse oder bieten sich Gärtner ihre Produkte am besten über eine Internet-Plattform an, damit niemand ein Geschäft, Arbeitskräfte, Lagerflächen und Öffnungszeiten vorhalten muss?

Baruth gewinnt Imagefilm

Erste Antworten werde es beim nächsten Bürgerforum geben, versprach Koordinator Wittke. Für ihn steht aus dieser Runde eines jedoch fest: „Wir sollten mit zeitlich und finanziell überschaubaren Ideen anfangen und sie schnell umsetzen, damit andere sehen: In Baruth passiert wirklich was, wir tragen diesen Titel nicht umsonst.“

Die Baruther hatten bei den aktuell laufenden bundesweiten Aktionstagen zur Nachhaltigkeit (noch bis 5.Juni) etwas gewonnen: Der Rat für nachhaltige Entwicklung schickte ein Filmteam zum Baruther Bürgerdialog. Auf dessen Ergebnis sind Wittke und Hannesschläger nun ebenso gespannt wie die Bürger. Diesen Imagefilm bekommen sie zum Verlinken und Herunterladen, um noch eindrucksvoller für ihre Aktionen zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele werben zu können.

Nachfahren eine bessere Welt hinterlassen

Das heißt: Auf jeden Fall werden diese Bilder in wenigen Wochen in der Mongolei gezeigt, wenn Baruth dort mit dem nächsten Kapitel zur Nachhaltigkeit seine Ernsthaftigkeit unterstreicht, den Nachfahren eine bessere Welt als im Moment zu hinterlassen. Bürgermeister Ilk hat die Urkunde inzwischen mit Unterschrift und Stadtsiegel versehen. Er erklärt: „Wir leben nicht mehr so sehr lange, aber unsere Kinder und Enkel müssen mit dem klar kommen, was wir ihnen hinterlassen.“

Von Jutta Abromeit

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