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Teltow-Fläming Kunstausstellung darf nun doch stattfinden
Lokales Teltow-Fläming Kunstausstellung darf nun doch stattfinden
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19:58 17.05.2019
Das so genannte Bürgermeisterhaus in der Mönchenstraße in Jüterbog. Förster-Schüz
Jüterbog

Viele Kunstfreunde hatten sich schon auf die Ausstellungseröffnung an diesem Samstag, dem 18. Mai, um 17 Uhr gefreut und den Termin in ihren Kalender eingetragen. Die Künstler Luise Walter, Anne Stolmar, Anett Roll und Michael Schulze hatten die Gelegenheit bekommen, ihre Werke in der Mönchenstraße 14 in Jüterbog unter dem Titel „Zwischenraum II“ vorzustellen. Doch nach dem MAZ-Bericht vom Mittwoch „Bauaufsicht verbietet Kunstausstellung“ konnten sie den Termin wieder streichen. Aber jetzt dürfen die Künstler und Kunstinteressierten das Ereignis wieder in ihr Smartphone eintippen – nur an einem anderen Tag. Welcher, ist noch nicht bekannt; vermutlich irgendwann Mitte Juni, das steht noch nicht genau fest.

Überprüfung der Amtsentscheidung

„Die Bauaufsicht ist über ihren eigenen Schatten gesprungen“, freut sich Jüterbogs CDU-Vorsitzender Raban von Studnitz. Denn als er von dem Verbot in der Zeitung las, griff er zum Telefon und rief den neuen Amtsleiter der Unteren Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis Teltow-Fläming, Horst Förster-Schüz, an. Der war schon von seiner Vorgesetzten, der Beigeordneten Dietlind Biesterfeld (SPD), gebeten worden, die Entscheidung seines Amtes noch einmal zu überprüfen. Gründe für die Untersagung der Ausstellung waren der bauliche Zustand des leerstehenden Hauses, die nicht ausreichend vorhandenen Parkmöglichkeiten und die ungeklärte Toilettenfrage.

„So viele Besucher werden doch gar nicht kommen“, argumentierte von Studnitz, „und was ist bei Hauskonzerten? Da muss doch auch keine baurechtliche Genehmigung beantragt werden!“

Horst Förster-Schüz, Amtsleiter der Unteren Bauaufsichts- und Unteren Denkmalschutzbehörde im Landkreis Teltow-Fläming Quelle: Hartmut F. Reck

Doch so einfach ist die Sache nicht: „Die Ausstellung wurde öffentlich beworben“, sagt Förster-Schüz, „also ist sie keine reine Privatveranstaltung und insofern baugenehmigungspflichtig.“ Jedoch: „Mit Blick auf die Dauer von nur einer Woche und der Einsicht, dass sich die Stellplatzsituation nicht so dramatisch darstellen dürfte und die Organisatoren für die Nutzung von Toiletten sorgen werden, sehen wir keine Gefährdungslage“, räumt Förster-Schüz ein. Zudem wolle man kulturelle Veranstaltungen lieber fördern statt sie zu verhindern. Allerdings habe die Behörde auch schon schlechte Erfahrungen gemacht zum Beispiel mit Disco-Veranstaltungen in einem umgenutzten Gebäude. Aber: „Eine Kunstausstellung ist ja keine Diskothek“, so der Amtsleiter. Er rät, sich künftig vorher mit der Behörde und auch mit dem örtlichen Ordnungsamt in Verbindung zu setzen.

Kein Fortschritt bei der Baugenehmigung

Der Hausbesitzer Thomas Näther freut sich natürlich über diese Entwicklung. Dabei hat er den Künstlern nur sein Gebäude zur Verfügung gestellt, weil es sonst keine Nutzung erfährt. Der Architekt aus Baruth hat den Eindruck, dass er mit dem Denkmalschutz und der Baubehörde einfach nicht weiterkommt.

Förster-Schüz steckt da nicht so tief in der Materie, rät dem Eigentümer aber, erneut ins Baugenehmigungsverfahren zu gehen: „Ich weiß nicht, woran es klemmt, aber das müsste doch gelöst werden können“, ist der Amtsleiter zuversichtlich.

Leerstand seit der Wende

Das Gebäude im Jüterboger Zentrum wird als „Bürgermeisterhaus“ bezeichnet, weil es 1901 der damalige Bürgermeister Schmiedigen hat errichten lassen. Das stadtbildprägende Wohnhaus im neogotischen Stil steht seit der Wende leer.

Von Hartmut F. Reck

Aus einem in Baruth geparkten Lkw sind in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag 150 Liter Diesel abgezapft worden.

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