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Teltow-Fläming Grausiger Fund nach Brand in Berkenbrück
Lokales Teltow-Fläming Grausiger Fund nach Brand in Berkenbrück
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17:30 03.04.2015
Brand in Berkenbrück Quelle: Hartmut F. Reck
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Berkenbrück

Rauchschwaden zogen am Nachmittag des Gründonnerstags über Berkenbrück. Sie drangen aus einem Wohnhaus in der Ruhlsdorfer Straße direkt an der Durchgangsstraße L73 mitten im Ort.

Entdeckt hatte den Brand eine Krankenschwester des DRK gegen 15.20 Uhr. Sie wollte der 85-jährigen Bewohnerin Helga L. eine Diabetes-Spritze setzen. Als sie die Haustür öffnete, schlugen ihr Flammen und Rauch entgegen, Fensterscheiben zerbarsten und die Nachbarn hörten einen lauten Knall.

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Die sofort alarmierte Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften und Technik an. Die Polizei sperrte die L73 und leitete anschließend den Verkehr durch das Dorf um.

Nach Polizeiangaben kam es aus bisher ungeklärter Ursache im Erdgeschoß des Einfamilienhauses zum Ausbruch des Brandes. Doch als die Wehren aus Nuthe-Urstromtal und Luckenwalde eintrafen, war das Haus schon weitgehend ausgebrannt. Die Feuerwehrleute versuchten daraufhin, die Flammen von außen und von innen zu bekämpfen.

Mit Atemschutzgeräten wagten sich die Brandbekämpfer in das qualmende Haus. Aus Luckenwalde rückte die Drehleiter an, mit deren Hilfe zwei Feuerwehrleute die linke Dachhälfte öffneten, um von dort den Schlauch ins Innere des Dachgeschosses zu halten. Dort wohnt eigentlich der Enkel der Hausbesitzerin, der zum Zeitpunkt des Brandes an seiner Arbeitsstelle war.

Nachdem die Löscharbeiten beendet waren, stellten die Einsatzkräfte das fest, was die umstehenden Nachbarn schon befürchtet hatten. Im Wohnzimmer fanden die Feuerwehrleute die verbrannten Überreste eines menschlichen Körpers. Ob es sich bei dem Leichnam um die vermisste 85-jährige Hauseigentümerin handelt, ist zwar noch nicht geklärt, es deutet jedoch einiges darauf hin. Die alte Frau war gehbehindert, saß nach Angaben der Nachbarn meistens im Sessel, konnte sich allein kaum fortbewegen, war stark pflegebedürftig und wurde regelmäßig von den Schwestern einer Sozialstation sowie von ihrer Tochter betreut.

Bei dem Einfamilienhaus handelt es sich um ein altes Gehöft, das in letzter Zeit saniert worden ist. So wurde die Fassade erneuert und das Dach neu gedeckt. Das Feuer vernichtete dies. Das Haus wurde nach Polizeiangaben durch den Brand so stark beschädigt, dass es zurzeit nicht mehr bewohnbar ist. Die Ermittlungen durch Kriminaltechniker und Brandursachenermittler zur Identität der aufgefundenen verstorbenen Person und zum Grund des Brandausbruchs dauern an.

Tief erschüttert zeigte sich Berkenbrücks Ortsvorsteher Dieter Katzung. „Das hat uns alle hart getroffen“, sagte er gestern gegenüber der MAZ. Obwohl man gerade mitten in den Vorbereitungen für das Osterfeuer war, das heute in Berkenbrück stattfinden sollte, habe man entschieden, es wegen des tragischen Vorfalls abzusagen. „Es wäre pietätlos, jetzt ein Feuer zu machen und dazu Musik zu spielen“, sagte Katzung.

Der letzte Brand in Berkenbrück ereignete sich Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre, erinnert sich Katzung: „Damals brannte eine Scheune am Ortsausgang in Richtung Luckenwalde, aber es kam kein Mensch zu Schaden.“

Dass nun vermutlich die alte Frau in ihrem eigenen Haus verbrannt ist, habe besonders die älteren Berkenbrücker tief berührt, berichtet Ortsvorsteher Katzung, zumal einige von ihnen sie erst am Tag zuvor besucht hätten. Denn da hatte Helga L. ihren 85. Geburtstag gefeiert.

Von Hartmut F. Reck

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