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Teltow-Fläming Ausweitung des Schülerverkehrs viel teurer
Lokales Teltow-Fläming Ausweitung des Schülerverkehrs viel teurer
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19:36 10.01.2019
Nicht alle Kinder dürfen kostenlos mit dem Schulbus fahren. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Da mussten selbst die Antragsteller schlucken. Bei der Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Kreistags am Mittwochabend erfuhren dessen Mitglieder, dass eine Ausweitung der kostenlosen Schülerbeförderung im Landkreis Teltow-Fläming erheblich teurer würde als gemeinhin angenommen.

Die Fraktionen von CDU, Bauernverband/FDP und Bündnis 90/Die Grünen hatten eine solche Satzungsänderung in der Dezembersitzung des Kreistags beantragt. Demnach sollen die Mindestentfernungen für den Anspruch auf kostenlose Busfahrten zwischen dem Zuhause der Schüler und der Schule in der Primarstufe (1. bis 6.  Schuljahr) von zwei auf einen Kilometer reduziert werden, für die Schüler der Sekundarstufe I (7. bis 10. Schuljahr) von vier auf 3,5 und für die Sekundarstufe II (11. bis 13. Schuljahr) von sechs auf 5,5 Kilometer.

Verärgerte Eltern

Anlass für den Antrag waren Berichte in der MAZ über verärgerte Eltern, deren Kinder einen Schulweg haben, der nur knapp unter den jetzigen Mindestentfernungen liegt, und deshalb keine kostenlosen Busfahrscheine erhalten. Das kostet sie monatlich rund 25 Euro, andernfalls müssen ihre Kinder auch bei schwierigen Straßenverhältnissen zu Fuß gehen.

Außerdem, so heißt es in dem Antrag der drei Fraktionen, sollten Grundschüler auch dann einen Anspruch auf kostenlose Schülerbeförderung haben, wenn ihr Schulweg unterhalb der geforderten Mindestentfernungen liegt, sofern er „außerhalb von Ortschaften verläuft und die zu nutzende Straße nicht über einen Rad- oder Gehweg verfügt“.

Eine Million Euro mehr

Der Kreistag verwies den Antrag erst einmal in den Fachausschuss, der nun darüber beriet. Laut Karsten Dornquast, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur, lägen die reinen Betriebskosten bei grob geschätzt einer Million Euro über den jetzigen jährlichen Ausgaben. Jedoch, so wandte Volker Fleischer, Geschäftsführer der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF) ein, habe man gar nicht die Kapazitäten dafür. Bei einer solchen Satzungsänderung rechnet er damit, dass zusätzliche Bushaltestellen errichtet werden müssen, die wiederum die jetzigen Buslinien wegen der häufigeren Stopps aus dem Takt bringen würden.

Mehr Busse und Fahrer

Also müssten mehr Busse angeschafft und betankt werden sowie mehr Busfahrer eingestellt und bezahlt werden. Der für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Amtsleiter Siegmund Trebschuh sagte: „Mit den bestehenden Routen ist es nicht getan.“ Hier müsste also alles neu organisiert werden. Er soll nun gemeinsam mit seinem Kollegen Dornquast aufgrund des von der VTF genannten Material- und Personalbedarfs ausrechnen, wie viel das den Kreis kosten würde.

Böse Vorahnungen hat der Beigeordnete und Kämmerer Johannes Ferdinand (CDU), der aufgrund des Investitionsbedarfs befürchtet, den Auftrag europaweit ausschreiben zu müssen. Insofern sei der Start der neuen Regelung zu Beginn des nächsten Schulhjahres 2019/20 unrealistisch – ganz abgesehen von der Schwierigkeit, neue Busfahrer zu finden.

Von Hartmut F. Reck

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