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Teltow-Fläming Schäden durch Biber
Lokales Teltow-Fläming Schäden durch Biber
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18:53 02.01.2019
Schäden durch Biber in Gottsdorf am Mühlenteich. Quelle: Margrit Hahn
Gottsdorf

 Die Idylle trügt. In Gottsdorf treiben nicht nur Wölfe, sondern auch Biber ihr Unwesen. „Die Pflaumenbäume, die vor Jahrhunderten hier am Wehr von unserer Familie gepflanzt wurden, werden jetzt durch den Biber mutwillig zerstört“, ärgert sich Müllermeister Markus Röthel. Aber nicht nur die Pflaumenbäume müssen daran glauben. Auch die Weißbuchen, die sein Urgroßvater Theodor Weber einst für den Zahnradbau der Mühle anpflanzte, fielen den Bibern zum Opfer.

Frisch abgefressen Quelle: Margrit Hahn

„Dass ist richtig hartes Holz und das wurde total zerfressen“, so Röthel. Daran sieht man, dass die Nager vor nichts zurückschrecken. Es sieht aus, als wäre das Holz mit der Axt oder der Hobelmaschine zerkleinert worden. Aber der Müllermeister weiß, dass nicht Werkzeuge, sondern Biber dahinterstecken. Einige Bäume hat er inzwischen mit Maschendraht umwickelt, um sie vor den Bibern zu schützen. Dazu gehören auch Rotbuchen und Kastanien. Ob es wirklich hilft, wird er sehen.

Auch dicke Stämme sind vor Biber nicht sicher. Quelle: Margrit Hahn

Seit Monaten schichten die Tiere das Holz sowie Äste und Gestrüpp vor dem Wehr auf, so dass dieses nicht bedient werden kann – weder bei Hochwasser noch bei niedrigeren Pegelständen. „Bei Hochwasser kann es richtig schwierig werden“, meint Röthel. Überall wo Wasser läuft, macht der Biber den Zu- oder Ablauf dicht. Er braucht dafür nicht lange. Wenn der sich Mühe gibt, hat er das Werk in einer Nacht vollbracht.

Der Müllermeister ist für seine tägliche Arbeit auf das Wasser vom Mühlenteich angewiesen, denn die Obermühle in Gottsdorf, die erstmals im Jahr 1285 schriftlich erwähnt wurde, wird durch das riesige Wasserrad angetrieben.

Nachtaktive Tiere

Röthels sehen die Tiere oft spät abends oder in der Nacht munter im Wehr umherschwimmen. Am besten kann man sie mit dem Nachtsichtgerät beobachten. Angst haben die Biber nicht. Sie wissen, dass ihnen nichts passiert. Sie sind nicht nur auf dem Grundstück der Familie Röthel aktiv, sondern auch bei den Nachbarn. Dort knabbern sie im Garten an allem, was sie finden können. Auch das Rohr zum Dorfteich hatten die Nager vor einiger Zeit zugestopft, so dass die Feuerwehr Hand anlegen mussten. In den Nachbarorten Dobbrikow und Nettgendorf werden die Schäden durch Biber ebenfalls immer größer. Land- und Forstwirte fordern, dass gegen die Biber vorgegangen wird.

Von Margrit Hahn

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