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Teltow-Fläming Hakenkreuz-Vorwurf gegen Feuerwehrführer
Lokales Teltow-Fläming Hakenkreuz-Vorwurf gegen Feuerwehrführer
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08:36 25.02.2015
Marko Paul wehrt sich gegen den Rechtsextremisten-Vorwurf.
Marko Paul wehrt sich gegen den Rechtsextremisten-Vorwurf. Quelle: Privat
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Blankenfelde-Mahlow

Ein schlimmer Vorwurf macht derzeit in Blankenfelde-Mahlow die Runde. In einer E-Mail ist von rechtsgerichteten Führungskräften bei der Feuerwehr die Rede. Der stellvertretende Gemeindewehrführer soll eine rechtsextreme Gesinnung haben und eine Hakenkreuztätowierung auf dem Körper tragen.

Die Gemeinde will nun gegen diese anonymen Verdächtigungen, die an mehrere Personen und Medien adressiert waren, vorgehen. „Die Vorwürfe sind absurd und entbehren jeder Grundlage. Wir haben den E-Mail-Anbieter aufgefordert, uns die Daten herauszugeben“, sagte Marion Dzikowski, die stellvertretende Bürgermeisterin. Ist der Absender identifiziert, muss er mit einer Strafanzeige wegen Verleumdung und übler Nachrede rechnen. Die beiden stellvertretende Gemeindewehrführer Marko Paul und Michael Kutzbach, der sein Amt bereits zum Ende vorigen Jahres niedergelegt hat und am Donnerstag von der Gemeindevertretung abberufen werden soll, mussten nach Amtsantritt ein qualifiziertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Darin gebe es von rechtsextremistischen Verstrickungen bei beiden keine Spur.

Der MAZ bestätigte Marko Paul, der seit Dezember vergangenen Jahres stellvertretender Gemeindewehrführer ist, dass an den Verdächtigungen nichts dran ist. „Ich habe kein Hakenkreuz-Tattoo und ich habe mich auch nie bei der Feuerwehr politisch geäußert.“ Ihn ärgere, dass solche falschen Behauptungen in die Welt gesetzt würden, da diese vor allem seiner Familie schadeten. Der 39-Jährige vermutet, dass die anonyme E-Mail aus Feuerwehrkreisen stammt und bewusst lanciert wurde, da innerhalb der Kameraden gerade intensiv über das geplante Zentrallager und ein Übungsgelände diskutiert wird.

Auch Marion Dzikowski hält es für möglich, dass ein Mitglied der Feuerwehr die Mail verschickt hat. „Das würde die ganze Sache nur noch schäbiger machen“, sagt sie. Anonyme Verdächtigungen seien ein Zeichen von Feigheit und Unehrlichkeit. „Wer sich zu einem Problem äußern will, kann gerne einen Termin mit dem Bürgermeister vereinbaren – auch vertraulich.“ Die stellvertretende Bürgermeisterin vermutet, dass der Absender vor allem der Feuerwehrführung schaden will. Gemeindewehrführer Torsten Drebinger stellt sich schützend vor seinen Stellvertreter. „Wir arbeiten sehr gut zusammen.“ Den Versuch, Marko Paul in die rechte Ecke zu schieben, verurteilt er. „Wer so etwas behauptet, soll dafür auch Beweise vorlegen.“

Marion Dzikowski schlägt vor, Vertreter der sechs Ortswehrführungen zusammenzurufen. „Wir müssen uns gemeinsam gegen solche Sachen wehren, denn sie schaden nur der ehrenamtlichen Arbeit.“

Von Christian Zielke

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