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Blankenfelde-Mahlow BER-Anwohner schieben Schallschutz auf
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow BER-Anwohner schieben Schallschutz auf
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01:15 18.05.2019
Ralf Wagner leitet das Schallschutzprogramm des BER. Rund 26 000 Menschen in der Region haben dabei Anspruch auf die Schallschutzmaßnahmen.
Schönefeld

Es sind noch 17 Monate bis der Flughafen BER eröffnen soll. Damit wird die Zeit knapp, um bei allen Einwohnern in der Schutzzone bis dahin den nötigen Schallschutz zu gewährleisten. Denn bei vielen der Betroffenen habe die Umsetzung noch nicht begonnen, sagt Ralf Wagner, Leiter Schallschutz und Umwelt der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB). „Wenn der Flughafen eröffnet wird, kommt für viele dann das große Erwachen“, fürchtet er.

Nur 200 Haushalte im Tagschutzgebiet der BER haben Baumaßnahmen komplett umgesetzt

Rund 26 000 Menschen im Umfeld des Flughafens leben in der Schutzzone und haben Anspruch auf Schallschutzmaßnahmen in Form von Fenstern, Dämmung oder Lüftungsanlagen. Anträge wurden dafür schon reichlich gestellt, nämlich schon mehr als 21 6000, knapp 20 200 davon sind schon von der FBB bearbeitet worden. Doch im weiteren Prozedere sieht die Quote anders aus: Beispielsweise wurden rund 5000 Kostenübernahmezusagen im Tagschutzgebiet ausgestellt, bisher wurden aber nur 200 Maßnahmen komplett umgesetzt, etwa 1000 Immobilieneigentümer haben zumindest mit der Teilumsetzung begonnen. Hauptsächlich handle es sich dabei um den Einbau von Schallschutzfenstern. „Die notwendigen Maßnahmen greifen so weit in die Häuser ein, dass sich viele davor scheuen. Aber man muss nicht alles auf einmal machen“, erklärt Ralf Wagner.

Schallschutztag und Beratungsangebote

Der nächste Schallschutztag der Flughafengesellschaft findet am Donnerstag, 13. Juni, von 10 bis 20 Uhr im Haus des Dialogforums, Mittelstraße 11, in Schönefeld statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Für Fragen zum Schallschutzprogramm gibt es das Schallschutztelefon. Erreichbar ist es unter 030/6091-73500 von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 17 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 16 Uhr. Unter der Telefonnummer können auch Termine für eine kostenlose, persönliche Beratung vereinbart werden.

Angebote gibt es auch von der Beratungsstelle der Landkreise. Infos: www.schallschutzberatung-ber.de

Weniger zögerlich sind die Anspruchsberechtigten im Fall von Entschädigungszahlungen. Diese werden geleistet, wenn die Kosten für den Schallschutz höher werden als 30 Prozent des Verkehrswertes von Grundstück und Gebäude mit zu schützenden Räumen. Aktuell trifft das auf 57 Prozent der Fälle zu. Von 6600 Entschädigungsansprüchen wurden bereits 6300 abgerufen. „Meine Sorge ist, dass die Leute zigtausende Euro von uns bekommen und das Geld nicht in den Schallschutz investieren“, sagt Ralf Wagner und erklärt: „Für die Entschädigung gibt es keine Zweckbindung. Ich kann nur dafür werben, dass die Leute das Geld für den baulichen Schallschutz verwenden. Wir bieten dafür eine kostenlose Beratung an.“

4. Schallschutztag am 13. Juni in Schönefeld

Neben dieser ständigen Beratung will die Flughafengesellschaft am Donnerstag, 13. Juni, mit dem mittlerweile vierten Schallschutztag im Haus des Dialogforums über das Schallschutzprogramm und dessen Umsetzung informieren. Neben der ständigen Schallschutzausstellung werden vor Ort Ansprechpartner von Baufirmen für Gespräche zur Verfügung stehen, ebenso sind die Fachleute der Flughafengesellschaft mit dabei. Neben den Beratungsgesprächen finden auch Vorträge zum Schallschutzprogramm und der Fluglärmberechnung statt.

„Wir wollen den Anwohnern auch dieses Jahr die Möglichkeit geben, sich mit ihren individuellen Fragen an uns zu wenden. Im persönlichen Gespräch kann man Fragen und auch Kritik am besten klären“, sagt Ralf Wagner. „Unser Ziel ist es, die bauliche Umsetzung des Schallschutzes voranzubringen. Das ist umso wichtiger, je näher die Inbetriebnahme des BER rückt.“

Schallschutzanspruch auch bei Neubauten im BER-Umfeld

Bei den Schallschutztagen will die FBB dieses Mal zudem auch vermehrt die Menschen erreichen, die künftig in der Region leben. Im Bereich der Schutzzone wird eifrig gebaut. So kommen noch weitere Anspruchsberechtigte dazu. „Das können noch tausende werden“, sagt Ralf Wagner. Ansprüche haben dabei diejenigen, deren Grundstück am 15. Mai 2000 schon Bauland war.

Der Leiter des Schallschutzprogramms empfiehlt daher, dass am besten noch vor Beginn der Bauplanung Kontakt mit dem Flughafen aufgenommen wird. Mit den maßgeblichen Lärmpegel und weiteren Hinweisen kann das neue Haus gleich so geplant und errichtet werden, dass die Lärmschutzziele der Planfeststellung eingehalten werden. Die Kosten für den baulichen Mehraufwand übernimmt die FBB, das Geld gibt es beim Einzug, erläutert Ralf Wagner.

Prinzipiell können Schallschutz-Ansprüche bis zu fünf Jahre nach Inbetriebnahme des Flughafens geltend gemacht werden. „Ich empfehle, nicht jahrelang zu warten. Wenn der Flughafen kommt und man ist nicht vor Lärm geschützt, ist das keine gute Situation“, sagt Ralf Wagner. Hinzu kommt, dass durch das Abwarten auch die Kosten für die Baumaßnahmen steigen. „Die Frage ist, inwieweit wir konjunkturbedingten Mehrkosten nachkommen müssen. Wir werden überlegen müssen, wie wir damit umgehen“, so der Leiter des Schallschutzprogramms.

Von Nadine Pensold

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