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Blankenfelde-Mahlow Idee: Begrünte Dächer für die Buswartehäuschen
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Idee: Begrünte Dächer für die Buswartehäuschen
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17:49 28.10.2019
Sie schützen vor Wind und Regen - mit begrünten und bienenfreundlichen Dächern sollen die Buswartehäuschen auch was für das Klima tun. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Blankenfelde-Mahlow

„Es zählt jeder Quadratmeter Blühfläche“, urteilen die Mitglieder der Fraktion B90/Die Grünen in der Gemeindevertretung von Blankenfelde-Mahlow. Sie fordern begrünte und bienenfreundliche Dächer für die Buswartehäuschen in der Gemeinde. „Es sind die kleinen Dinge, die in der Gesamtheit großes Bewirken“, heißt es in deren Antrag, der auf der jüngsten Sitzung zur Diskussion stand.

Für ein besseres Klima im Ort

„Wir haben von anderen Städten gehört, die das planen oder schon umgesetzt haben“, so Fraktionsvorsitzende Wiebke Knacke. Vorreiter sei die Stadt Utrecht in den Niederlanden. Berlin und Leipzig sollen folgen. In Neuss, Bonn, Düsseldorf, Münster und Braunschweig erfolge derzeit eine Prüfung durch die Kommune. Das haben die Grünen nun auch in Blankenfelde-Mahlow durchsetzen können.

Etwas Moos, mehr nicht: Die Dächer der Bushaltestellen sind fade. Das könnte sich laut einem Antrag in der Gemeindevertretung bald ändern. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Mit knapper Mehrheit – 17 Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen und vier Enthaltungen – wird sich die Verwaltung nun damit beschäftigen müssen, bevor der Antrag erneut in die Fachausschüsse geht. Durch die Verdunstung würden die begrünten Dächer zu einem besseren Klima im Ort beitragen, die Feinstaubbelastung senken und den Insekten eine Nahrungsquelle bieten.

Bienen könnten Kinder stechen

„Und wie sieht das mit den Kosten aus?“, fragt Andrea Hollstein von den Freien Wählern. Fragen wie diese blieben noch offen. Laut Knacke geht es zunächst nur darum, ob das Projekt überhaupt umsetzbar ist. Danach komme es erst zu den Details. Schließlich müsse die Aktion mit dem öffentlichen Nahverkehr und der Verkehrsgesellschaft vereinbar sein, die die Buswartehäuschen aufstellt.

Kritik kam auch aus den Reihen der AfD: „Wir sollten auf jeden Fall die Statik beachten. Die Dächer sind nicht uferlos belastbar“, merkt Andreas von Drateln an. Auch das Wort „bienenfreundlich“ ist ihm ein Dorn im Auge. Er befürchtet, dass wenn Kinder mit etwas Süßem in der Hand auf den Bus warten, von den Insekten angefallen und gestochen werden könnten.

Bringt das wirklich was?

Hintergrund der Fraktion B90/Die Grünen ist es, aus den Wartehäuschen mehr zu machen, als nur ein Schutz vor Wind und Regen. „Die Flächen sind da, dann sollte man sie auch nutzen“, befürwortet Wiebke Knacke. Sie kritisiert die nicht endende Versiegelung der Böden, die vielen sterilen Vorgärten und die zunehmende Monokultur auf landwirtschaftlichen Flächen.

Die Idee würde dem neuen Slogan der Gemeinde – „Groß Grün“ – sicherlich gerecht werden. Doch bringt das wirklich was? – Gregor Schiller (fraktionslos) sagt nein: „Jeder Baum der fällt, ist mehr wert als alle begrünten Flächen auf den Häuschen.“ Für ein freundliches Klima sorge nicht jede Art von Strauch.

Nicht alle Pflanzen eignen sich laut Schiller für ein Dach, schon gar nicht für eine reibungslose und kostengünstige Pflege und Bewässerung. „Man sollte lieber die Wiesen am Straßenrand blühen lassen und nicht abmähen“, so Peter Abend (fraktionslos) gegenüber der MAZ.

Von Marcus J. Pfeiffer

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