Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Blankenfelde-Mahlow Hospiz: Zu Weihnachten letzte Wünsche erfüllen
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Hospiz: Zu Weihnachten letzte Wünsche erfüllen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:54 21.12.2019
Mitarbeiterin Asli Kavaklar (r.) aus Berlin und Schwester Carmen Schumacher aus Blankenfelde stimmen sich bei ihrer Arbeit im Hospiz ab. Quelle: Andrea von Fournier
Mahlow

In diesen Tagen fiebern die Jüngsten dem Weihnachtsmann entgegen, freuen sich auf Pfefferkuchen und Geschenke, Erwachsene backen, kaufen ein und schnüren Päckchen. Überall werden Straßen und Häuser festlich geschmückt. So auch der moderne Flachbau in der Mahlower Arnold-Böcklin-Straße, der durch bunte Mosaiken an der Vorderfront auffällt.

Friedlich und still

In seinem Innern ist es unerwartet friedlich und still: Weihnachtliche Tannenzweige und Gestecke mit LED-Kerzen künden vom nahenden Fest. Ab und an huscht eine Schwester von der Küche in ein Zimmer oder verschwindet um die Ecke. Für eine Kindereinrichtung ist es eindeutig zu ruhig, für eine Senioreneinrichtung fehlen Rollatoren oder Gehhilfen.

Es ist ein Hospiz. Zwölf Gästezimmer beherbergen Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Obwohl jeder weiß, dass das Sterben zum Leben dazugehört, scheint die Vorstellung, zu Weihnachten einen lieben Menschen loslassen zu müssen, besonders schmerzlich.

Hochachtung für die Arbeit

Die etwa 20 Mitarbeitenden des Hospizes, vornehmlich Frauen – examinierte Krankenschwestern und Altenpflegerinnen aus der Region –, haben täglich mit dem Tod zu tun. Was nicht bedeutet, dass sie das Ende eines Lebens ungerührt hinnehmen. „Im November sind in wenigen Tagen mehrere Gäste verstorben, das war für meine Kolleginnen sehr belastend“, sagt Geschäftsführer Frank Beckmann, der voller Hochachtung für die Arbeit und Empathie der Mitarbeiterinnen ist.

Das Hospiz Ipek gGmbH ist eine Einrichtung, die Gäste unabhängig von ihrer religiösen, kulturellen und sexuellen Ausrichtung aufnimmt. Deshalb sieht man in den öffentlichen Räumen keinerlei religiöse Symbole. „Wir nehmen ,gottlose’ Menschen ebenso wie Gäste verschiedenster Religionen auf, respektieren und achten sie, wie sie sind“, erklärt Frank Beckmann.

Hospiz wurde im Januar eröffnet

Seit Januar 2019 gibt es das Haus in Mahlow, das nicht vorbehaltlos bei allen Einwohnern ankam. Die Gründerin Nare Yesilyurt, seit 20 Jahren in Berlin mit Hauskranken- und Tagespflege befasst, entstammt der türkischen Community. So hielt sich bei manchem der Eindruck, das Hospiz sei eine muslimische Einrichtung.

Dem tritt der Geschäftsführer entschieden entgegen. Anspruch und Ziel der Angestellten, den anvertrauten Menschen in ihrer letzten Lebensphase so lange wie möglich Zugehörigkeit und Teilhabe zu ermöglichen, Hinwendung und Pflege zu geben, richte sich an alle Gäste mit ihren kulturspezifischen Besonderheiten.

Letzte Wünsche werden erfüllt

Bernd Marquardt, Mitglied im Mahlower Ortsbeirat, erzählt von Bekannten, die im Hospiz waren. „Ich bin beeindruckt, wie man versucht, den Gästen letzte Wünsche zu erfüllen“, sagt er. Egal, ob nachts um drei der Sinn nach einem Glas Bier oder einem Schnitzel stehe, dann werde eben eines in die Pfanne gelegt.

Wenn ein Sterbender noch einmal an einem Sonntag auf die Ostsee schauen will, dann versucht das Hospiz, das zu ermöglichen. Während der Aufenthalt der Gäste kassenfinanziert ist, deckt der Hospiz-Träger solche Wünsche aus Spenden. „Ein Herr wollte unbedingt noch mal nach Bochum zum ,Starlight-Express’“, war für Frank Beckmann ein überraschender Gästewunsch.

Vielleicht eine Weihnachtsgeschichte

Die Freude, die der Gast dann empfindet, teilt das ganze Personal mit ihm. Und auch die Ehrenamtlichen, die für das Haus so wichtig sind und die kommen, um sich dem Gespräch mit den Sterbenden zu widmen, ihnen einfach nur zuhören oder etwas vorlesen. Vielleicht eine Weihnachtsgeschichte, denn auch die gehörte zum Leben vieler Gäste dazu.

Von Andrea von Fournier

Veränderungen in der CDU-Fraktion haben für Veränderungen in den Ausschüssen der Gemeindevertretung geführt. Ein Fraktionsmitglied wurde ausgeschlossen.

03.01.2020

Bei der S 2 wird am Wochenende gebaut. Es gibt Ersatzverkehr zwischen Lichtenrade und Marienfelde.

19.12.2019

Um das Ehrenamt zu stärken, bekommen die Politiker im Kreistag ab 2020 mehr Geld. Das sind statt 250 bald 320 Euro pauschal im Monat. Unterm Strich macht das 80.000 Euro Mehrausgaben für den Kreis. Nur eine Fraktion war geschlossen dagegen.

19.12.2019