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Blankenfelde-Mahlow Wie eine Mahlower Ärztin um Patienten kämpft
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16:15 22.08.2019
Bevor Annette Brauer als Ärztin gestartet ist, war sie über 15 Jahre im Gesundheitswesen tätig. Dabei zieht sie vor allem Kraft aus ihrer Zeit in Manchester. Hier sitzt sie im Empfangsraum ihrer Arzträume. Quelle: Fabian Lamster
Mahlow

Noch ist das Behandlungszimmer von Annette Brauer spärlich eingerichtet. Neben einem Schreibtisch mit Computer, zwei Stühlen und einer Behandlungsliege befindet sich kaum mehr in ihrem Arztzimmer, das seit Januar dieses Jahres ihr neuer Arbeitsplatz in Mahlow ist.

Für die 46-Jährige ist es ein besonderer Arbeitsplatz. Schließlich hat sie in Mahlow ihre erste eigene Niederlassung als Fachärztin für Allgemeinmedizin überhaupt.

Die gebürtige Dresdnerin kann sich noch gut an ihren ersten Arbeitstag erinnern. „Ich war aufgeregt: auf Mahlow, die Arbeit in der Praxisgemeinschaft und natürlich die neuen Patienten“, sagt die Ärztin.

Mahlower Ärztin hilft Patienten ohne Mediakmente

Annette Brauer beginnt in Mahlow als Ärztin ohne Patientenstamm. Das weiß auch Ärztin Claudia Grothe, mit der sich die 46-Jährige die Arzträume in der Nähe des Mahlower Bahnhofs teilt. Darum weist sie ihr im Dezember 2018 schon einmal einige zu. „Dadurch hatte ich schon am ersten Tag Patienten, was mich wirklich gefreut hat“, sagt Annette Brauer.

Sowieso ist sie froh über die ersten Monate und das Zusammenarbeiten mit den Kolleginnen in der Praxis und den Patienten, denen sie schon einige Male bei Schmerzen helfen konnte – und das zum Teil ohne Medikamente. „Ich habe zweieinhalb Jahre einen Kurs zur manuellen Therapie absolviert. Es ist möglich, mit gezielten Handgriffen Gelenkblockaden oder verspannte Muskeln zu lösen“, sagt sie. Die Behandlung habe dazu geführt, dass sich so mancher Patient zunächst kaum auf die Behandlungsliege legen und am Ende dann doch schmerzfrei aufstehen konnte.

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Warum Annette Brauer Ärztin geworden ist

Dabei macht sie keinen Hehl daraus, dass bei ihrem Start als neue Ärztin nicht alles glatt gelaufen sei. So habe es zu Beginn immer wieder Probleme mit dem Telefonanbieter gegeben.

Ebenso machten ihr Software-Ungereimtheiten zu schaffen. Auch das Abrechnen von Patienten sei etwas, an das sie sich erst gewöhnen muss: „Ich bin Ärztin, Arbeitgeberin und Betriebswirtin zugleich. Es ist eine Herausforderung, alles gleichermaßen gut zu vereinbaren“, sagt sie.

Bevor sie selbstständige Ärztin wurde, war Annette Brauer 15 Jahre in der Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin in Krankenhäusern tätig – bis es nicht mehr ging.

Immer wieder sei es ihr nach Nachtschichten nicht gut gegangen. Der vierfachen Mutter fiel es schwer, sich im Schichtsystem auf verschiedene Arbeitszeiten einzustellen. Auch die festgelegten Hierarchien in Krankenhäusern missfallen ihr. Darum beschließt sie, sich etwas Eigenes aufzubauen.

Mahlower Ärztin beeindruckt Arbeitszeit in Manchester

Die Motivation für den Start in die Selbstständigkeit liefert ihre sechsjährige Zeit an diversen Krankenhäusern in Manchester. „Die Mentalität, nicht nach Effizienz, sondern nach dem Sinn einer Behandlung für Patienten zu schauen, hat mir gefallen. Dort herrschte eine Menschlichkeit, die ich so aus Deutschland nicht kannte“, sagt Annette Brauer. Diese Mentalität möchte sie in ihrer täglichen Arbeit leben und sich für ihre Patienten Zeit nehmen.

Von denen es noch viel mehr sein könnten, wie sie sagt. Trotz des guten Auftakts liege die Ärztin noch hinter ihren eigenen Zielen von 900 Patienten pro Quartal. „Derzeit bin ich weit davon entfernt, meine laufenden Kosten zu tragen“, sagt die Ärztin.

Wie Mahlower Ärztin mit Anfangshürden umgeht

Um ihren neuen Beruf trotzdem zu stemmen, hat sie einen Kredit aufgenommen und erhält Unterstützung aus der Familie. Beispielsweise gestaltete sie mit ihrer Tochter eine eigene Webseite. Gleichzeitig jobbt die vierfache Mutter neben ihren Sprechzeiten in Mahlow bei einem privaten Bereitschaftsdienst in Berlin.

Von den Anfangshürden lässt sich Annette Brauer nicht entmutigen. „Ich werde weiter ackern und kämpfen, um neue Patienten zu gewinnen und dem Job nachzugehen, der mich erfüllt“, sagt sie.

Außerdem soll noch etwas in ihrem Behandlungszimmer passieren. Ein Regal und ein Holzschrank könne sie sich dort gut vorstellen. Vielleicht auch ein Bild von Manchester.

Von Fabian Lamster

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