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Blankenfelde-Mahlow Blankenfelderin ist Brandenburgs beste Jungimkerin
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15:57 01.08.2019
Henriette Brather am friedlichen der drei Bienenvölker der Familie Quelle: A.v.Fournier
Blankenfelde

Dass Eltern sich von ihren Kindern begeistern lassen und auch von ihnen lernen können, ist nicht ungewöhnlich. In Blankenfelde wurden Johanna und Stephan Brather vor zwei, drei Jahren nachhaltig von ihrer damals 12-jährigen Tochter Henriette mit dem „Bienen-Virus“ infiziert, teilen seitdem Neugier und Interesse, das das Mädchen den geflügelten und bedrohten Nützlingen entgegenbringt. Seit 2018 ist Henriette Brather (14) amtierende Brandenburger Landesmeisterin der Jungimker und seit 2019 Viertplatzierte im Team im Bundesausscheid.

Begeisterung begann mit einer Ferienpass-Aktion

Die Liebe zwischen Mensch und Biene wurde bei Henriette 2012 während einer der „Ferienpass“-Angebote der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow geweckt. Die Schulleiterin im Ruhestand Elfie Brandt lud Ferienkinder zur Besichtigung ihrer Bienenstöcke ein, und Henriette und ihr Bruder schauten sich dort um. „Frau Brandt hatte eine Schaubeute, so dass man zwischen zwei Glasscheiben das Treiben der Arbeiterinnen und die Königin beobachten konnte. Das und das Honig schleudern fand ich total schön.“, erinnert sich Henriette. Als später in ihrer Ingeborg-Feustel-Grundschule Werbung für eine AG „Junge Imker“ gemacht wurde, die Elfie Brandt und Karl-Heinz Targiel vom örtlichen Imkerverein initiierten und aufbauten, war Henriette mit ihren Klassenkameradinnen Vianne und Anna sofort dabei.

Zwei Teams betreuten die Bienen

Gemeinsam mit drei anderen Schülern bauten sie unter Anleitung der beiden erfahrenen Imker im ersten Jahr zwei „Bienenhäuser“, die Beuten. Im Werkraum der Schule wurden sie mit offenen Armen empfangen, konnten sägen, hämmern und die Kästen zum Schluss ölen. Im Winter vermittelten Elfie Brandt und Karl-Heinz Targiel die Theorie der Bienenzucht. Dann kauften sie zwei Bienenvölker, um die sich die Kinder in zwei Teams kümmerten.

Kürzlich verkaufte Henriette (mit Mutter r.) beim Schulfest im Kopernikus-Gymnasium eigenen Honig für den guten Zweck, der blitzschnell Absatz fand Quelle: rA.v.Fournier

So lernte Henriette Brather in drei AG-Jahren von Grund auf, wie das Leben im Bienenstock organisiert ist, wie sich Arbeiterinnen, Drohnen und Königinnen entwickeln, welche Pflanzen zur Nektargewinnung nützlich sind und dass die „Platten“ in den Beuten, die Rähmchen, regelmäßig „durchgesehen“ werden müssen. Dabei muss auf ausreichend Futter, die Unversehrtheit der Königin und Menge und Zustand der Eier geachtet werden. Das sind Arbeiten, die Henriette auch heute regelmäßig versieht, inzwischen von den Eltern unterstützt.

Erste Meisterschaft zum Ende der AG-Zeit

Als die AG-Teilnehmer vor dem Wechsel an weiterführende Schulen standen, hatte Elfie Brandt die Idee, Wissen und Fertigkeiten bei einem Wettbewerb zu testen. So traten Henriette, Vianne und Anna 2017 in Altlandsberg als Mannschaft zum Brandenburger Jungimker-Wettbewerb an - und wurden auf Anhieb Vizemeister! Henriette hat inzwischen Meisterschaften und Camps bis zum Bundeswettbewerb besucht. Was sie bis heute fasziniert ist der Wissenszuwachs, den sie durch die neuen Kontakte mit Gleichgesinnten aus anderen Bundesländern erfährt: „Wenn man sich mit bayerischen Jugendlichen unterhält, haben dort viele Trachtenpflanzen noch gar nicht geblüht, die bei uns schon durch sind. Manche haben andere Methoden als wir, da kann man sich toll austauschen“.

Geschleudert wird manuell in der Garage, das macht Henriette besonderen Spaß Quelle: A.v.Fournier

Elfie Brandt schenkte der jungen Imkerfreundin ihr erstes Bienenvolk, als Henriette ans Kopernikus-Gymnasium wechselte. Dort gibt es keine Imker-AG und wenn sich Henriette auf Wettbewerbe, die immer aus Theorie und Praxis bestehen, vorbereiten will, braucht sie ständige Übung. Dafür suchte die engagierte AG-Leiterin ein gutmütiges Volk mit einer ebensolchen Königin aus. „Das haben wir sofort gemerkt, als wir 2018 in Mahlow ein zweites kauften“, sagt Henriettes Mutter. Diese Bienen waren eher aggressiv, so dass die Imkerfamilie manchmal in voller Montur an den Stock gehen muss.

Familie erntet 70 Kilo Honig

Kürzlich und von allen unbemerkt hatte sich das Volk eine neue Königin herangezogen, die alte war mit einem Teil des Volkes ausgeschwärmt. Durch schnelle Hilfe von Elfie Brandt, die Henriettes Imkerpatin ist, konnte der Schwarm auf Brathers Eibe eingefangen werden. Nun gibt es drei Stöcke. 70 Kilo Honig, die die Familie gerade erntete, schleuderte und abfüllte, werden selbst verbraucht, verschenkt oder für den guten Zweck verkauft, wie Henriette es gerade zum Schulfest des Gymnasiums zugunsten eines Namibia-Hilfsprojekts tat.

Die erste Facharbeit im neuen Schuljahr will die ausgezeichnete Schülerin über Bienen schreiben. Im Garten der Brathers pflanzt Mutter nun Kornelkirsche statt Bienen-untauglicher Forsythie, der Vater lugt in Berlin zu den Linden rauf, ob denn Bienen darin wären und Henriette meint, sie schaue inzwischen „mit Bienenaugen in die Umwelt“.

Von Andrea von Fournier

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