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Blankenfelde-Mahlow Bürgermeister plant klimafreundliches Schwimmbad
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Bürgermeister plant klimafreundliches Schwimmbad
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09:43 22.02.2019
Dirk Peissl (TU Berlin) und Bürgermeister Ortwin Baier (SPD)(v. l.) tauschen sich über das Modell für eine Schwimmhalle in der Gemeinde aus.
Dirk Peissl (TU Berlin) und Bürgermeister Ortwin Baier (SPD)(v. l.) tauschen sich über das Modell für eine Schwimmhalle in der Gemeinde aus. Quelle: Jonas Nayda
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Blankenfelde

 Blankenfelde soll ein Schwimmbad bekommen. Doch nicht nur irgendein gewöhnliches Sportbad, sondern eine Schwimmhalle der Extraklasse: Die Becken und Umkleiden sollen komplett unter einer modernen Klimahülle aus Glas liegen. Damit könnte der gesamte Komplex beinahe energieneutral sein. Die Pläne stammen von einem Team aus Wissenschaftlern und Studenten der TU Berlin.

Das Modell der TU Berlin zeigt in groben Ansätzen, wie eine Schwimmhalle aussehen könnte. Quelle: Jonas Nayda

Ortwin Baier (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, ist begeistert von der Idee: „Es geht um die Lebensqualität in unserem Ort“, sagt er. Die neue Schwimmhalle soll deshalb nicht nur nachhaltig und umweltfreundlich werden, sondern beispielsweise auch für Rentner mit geringem Einkommen bezahlbar sein. Nach seinen Vorstellungen könnten mehrere Becken mit maximal 25 Meter länge entstehen.

Studie zeigt zu hohe Folgekosten

Über ein Schwimmbad wird in der Gemeinde bereits seit mehreren Jahren diskutiert. Zuletzt hatte 2016 eine Studie ergeben, dass eine konventionell gebaute Schwimmhalle zu hohe Folgekosten für die Gemeinde darstellen würde. Deshalb hatte Baier nach einer Alternative gesucht und war mit der Klimahülle fündig geworden.

Eine ähnliche Stahl-Glas-Konstruktion wird derzeit für die Blankenfelder Kita „Tabaluga“ geplant. Das Konzept sieht vor, über das bestehende Haus ein neues Dach aus Glas zu bauen, das an vielen Stellen geöffnet werden kann. Außerdem sollen Sonnensegel für Schatten sorgen, sodass es unter dem Dach nicht zu heiß wird. „Dieses gut erforschte Prinzip von der Kita können wir einfach für die Schwimmhalle übernehmen“, erklärt Bürgermeister Baier.

So sieht das Modell der Klimahülle für die Kita Tabaluga aus. Quelle: Anna Mendgen

Mit der außergewöhnlichen Dachkonstruktion soll im Sommer die Hitze draußen – und im Winter die Wärme drinnen bleiben. Photovoltaik-Anlagen liefern Sonnenenergie, um das Badewasser zu erhitzen. Die ebenfalls gläsernen Außenwände der Halle sollen bei gutem Wetter komplett geöffnet werden, sodass aus der Schwimmhalle ein halbes Freibad werden könnte. Und selbst den in Zukunft zu erwartenden Fluglärm haben die Wissenschaftler bedacht: Durch das spezielle Glas soll ein direkt über der Halle landendes Flugzeug bei geschlossenem Dach nur noch in Flüsterlautstärke zu hören sein.

Standort auf Gemeindegebiet

Als Standort für die neue Schwimmhalle schlägt Baier die Freifläche gegenüber des Evangelischen Waldfriedhofs am Berliner Damm vor. Dort besitzt die Gemeinde bereits Land.

Laut Dirk Peissl, Architekt und Projektleiter Klimahüllen an der TU Berlin, würde die Stahl-Glas-Konstruktion über dem Schwimmbad rund fünf Millionen Euro kosten. Im Betrieb soll die Schwimmhalle dann bis zu 90 Prozent der Energie einsparen, die eine konventionelle Schwimmhalle brauchen würde. „Wir sind Feuer und Flamme für dieses exzeptionelle Projekt“, sagt er.

Über die Pläne soll die Gemeindevertretung nach der Kommunalwahl im Sommer abstimmen. Wenn alles glatt geht, könnte bereits 2020 mit dem Bau begonnen werden.

Von Jonas Nayda