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Blankenfelde-Mahlow Mädchen spielen Frauen-Fußball-WM nach
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Mädchen spielen Frauen-Fußball-WM nach
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18:18 27.03.2019
Die Einmarsch der Mannschaften, jede einzelne trat jeweils für ein Land der WM an. Quelle: Andrea von Fournier
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Dahlewitz

Fußballfieber herrschte gestern den ganzen Tag in der Herbert-Tschäpe-Oberschule (HTS) in Dahlewitz: Zur „Fußball-WM der Schulen“ trafen sich Mädchen aus verschiedenen Regionen als aktive Teilnehmerinnen, Lehrer, Trainer und Erzieher und in den ersten beiden Stunden auch Jungen der HTS zum Anfeuern auf der Tribüne der Mehrzweckhalle.

Mädchen aus verschiedenen Schulen spielten die Frauen-Fußball-WM nach.

Der Spielplan in Dahlewitz spiegelt die ab Juni real stattfindenden Ansetzungen der Frauen-WM in Frankreich wider: Im Eröffnungsspiel wird die französische Nationalelf gegen die südkoreanischen Frauen antreten. In die Trikots der Französinnen war die Mannschaft Blankenfelde-Mahlow 2 (Herbert-Tschäpe-Schule) geschlüpft, für Südkorea trat das Team der Otfried-Preußler-Oberschule Großbeeren an. Eine tolle Stimmung herrschte in der Sporthalle nach dem Einzug der Mannschaften, der Begrüßung durch die Schulleiterin, Michaela Töpelmann, die Moderatoren und Mitorganisatoren Matthias Stiller und Birgit „Biggi“ Starke und einem kleinen Eröffnungsprogramm.

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Seit 13 Jahren wird die Fußball-WM ausgetragen

Seit 13 Jahren wird die Fußball-WM der Schulen alle zwei Jahre in Dahlewitz ausgetragen, jeweils wechselnd für Mädchen oder Jungen. Die Jugendlichen spielen dabei um einen großen goldenen Pokal, wie die „echten“ Fußballerinnen. Und sie kämpften wie diese, mit Leidenschaft und vollem Einsatz. Vor vier Jahren konnten die Mädchen des „Reichenbach-Gymnasiums“ aus Ennepetal (Nordrhein-Westfalen) den Pokal in Dahlewitz holen, im vergangenen Jahr nahmen ihn auch die Jungen dieses Gymnasiums mit nach Hause.

Heimmannschaft gewinnt

Das Team Blankenfelde-Mahlow 2 von der Herbert-Tschäpe-Oberschule, es trat für Frankreich an, konnte am Ende des Tages den Siegerpokal entgegennehmen – zum ersten Mal gewinnt damit bei der Fußball-WM der Schulen eine Mannschaft aus Dahlewitz.

Gegner der Mädchen aus Blankenfelde-Mahlow waren die Mädchen aus Ennepetal, sie spielten in den Trikots von Brasilien.

Die westfälischen Schülerinnen, drei von ihnen noch aus der Gewinner-Team 2016, waren am Vorabend mit Erfolgstrainer Siggi Flüshöh in Blankenfelde angekommen. Sie präsentierten stolz den Pokal, den sie zu verteidigen angetreten waren. Das Eröffnungsspiel gestaltete sich sehr eindeutig: Mia Widdua im Tor der Mannschaft Blankenfelde-Mahlow 2 hatte so gut wie nichts zu tun, während die gegnerische Torhüterin glatt sechs Treffer kassierte. Sechs zu null für Frankreich gegen Südkorea war die Vorlage in dem neun Minuten dauernden Spiel, das Schiedsrichter Günter-Philipp Arens mit Freude pfiff. Es war sein 22. Spiel hier, wie er verriet. An seiner Seite hatte der seit 50 Jahren tätige Schiri den Oberliga-Schiedsrichter Justin Weigt sowie, nach ganz frischer Ausbildung, Jorden Wolter, Siebtklässler der HTS.

Weniger Teilnehmer als in den Vorjahren

Gut vorbereitet hatten sich auch Schul-Förderverein und die Klasse 9b der Tschäpe-Schule, die das Catering übernommen hatten. Trotz bester Stimmung gab es einen Wermutstropfen: Längst nicht so viele Mannschaften wie in den Vorjahren waren gekommen. Selbst aus dem nächsten Umfeld, aus Rangsdorf und Dabendorf, fehlten die Mädchen, weil es keine Teams gab. Um den Spielplan dennoch einzuhalten, haben die Blankenfelde-Mahlower gleich vier Mannschaften auf die Beine gestellt. Dort scheint die Fußballbegeisterung riesig zu sein. Die Ingeborg-Feustel-Schule schickte als einzige Grundschule eine Mannschaft. „Das ist symptomatisch, kaum jemand weiß, dass in einem Vierteljahr die „echten“ Frauen-WM in Frankreich stattfinden“, so Sozialarbeiterin Birgit Starke.

Fußball-Hype in den vergangenen Jahren

In den vergangenen Jahren gab es den Fußball-Hype, es kamen Schul-Teams aus viele deutschen Gegenden, sogar aus England. „Wir hatten das Fernsehen hier, haben Fördermittel bekommen und „Turbinen“ aus Potsdam besuchten unsere WM“, schiebt sie nach. Trotzdem haben Eltern wie Carmen Bartels und andere ehrenamtlich das Training der Mädchen übernommen. Dirk Peschka kümmerte sich die Technik, Dirk Welzel und Kevin Hofmeier waren „Tonmeister“ und Hallensprecher.

Von Andrea von Fournier