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Blankenfelde-Mahlow Rund 100 Gäste verfolgen MAZ-Wahlforum in Blankenfelde-Mahlow
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18:23 29.08.2019
Michael Pfahler, Michael Schwuchow, Andreas Buch, Anke Scholz und Gerhard Kalinka (v.l.n.r.) stellten sich auch den Fragen der Zuschauer, die diverse Beiträge mit Applaus würdigten. Quelle: Fabian Lamster
Dahlewitz

Was bedeutet die Eröffnung des Flughafen BER für die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und seine Einwohner? Warum braucht die Gemeinde ein neues Rathaus? Wie will der künftige Bürgermeister die Diskussionskultur in der Gemeindevertretung bessern? Diese Fragen waren am Mittwochabend Thema beim MAZ-Talk zur bevorstehenden Bürgermeisterwahl in Blankenfelde-Mahlow.

Zwei Stunden standen die fünf Kandidaten Michael Schwuchow (SPD), Michael Pfahler (AfD), Gerhard Kalinka (Grüne), Anke Scholz (parteilos, kandidiert für Die Linke) und Andreas Buch (CDU) der MAZ und den Besuchern Rede und Antwort.

Rund einhundert Gäste besuchten den MAZ-Wahl-Talk im Van der Valk Hotel Berlin Brandenburg, um sich wenige Tage vor der Wahl ein Bild von den fünf Kandidaten zu machen und ihnen die Fragen zu stellen, die sie im Vorfeld der Bürgermeisterwahl bewegen.

MAZ-Redaktionsleiter Ekkehard Freytag (li.) moderierte gemeinsam mit Redakteur Oliver Fischer (re.) den Gesprächsabend anlässlich der Bürgermeisterwahl in Blankenfelde-Mahlow - und befragten die fünf Kandidaten zu unterschiedlichen Themen. Quelle: Fabian Lamster

Durch den Abend führten MAZ-Redaktionsleiter Ekkehard Freytag und Redakteur Oliver Fischer. Keine Frage wurde vorher mit den Kandidaten abgestimmt.

Den Ablauf des Abends teilten die beiden Moderatoren den Anwesenden erst kurz vor Beginn der Veranstaltung mit. Und so wurden die fünf Kandidaten zu Beginn nacheinander – in zuvor geloster Reihenfolge – auf die Bühne gebeten.

Die Lieblingsorte der Bürgermeisterkandidaten in der Gemeinde

Den Auftakt machte CDU-Bürgermeisterkandidat Andreas Buch, bevor Michael Schwuchow, Anke Scholz, Gerhard Kalinka und Michael Pfahler die Runde ergänzten.

Sie alle stellten sich zum Aufwärmen einigen kurzen Fragen der Moderatoren und gaben Einblicke zu ihrem Lieblingsort der Gemeinde. Michael Schwuchow, Anke Scholz und Gerhard Kalinka legten sich auf ihren eigenen Garten fest, während Andreas Buch den Mahlower See und Michael Pfahler seine eigene Küche besonders mögen.

 

Wohin mit dem Flughafen BER?

Bei der Frage, wo sie in Brandenburg den Flughafen BER neu ansiedeln würden, waren sich alle fünf Kandidaten einig: In ein dünner besiedeltes Gebiet im Land Brandenburg – und nicht nahe Blankenfelde-Mahlow.

Michael Schwuchow schlug den Raum Jüterbog, Gerhard Kalinka den Norden Brandenburgs vor: „Auf jeden Fall dort, wo kaum jemand wohnt, um diese wenigen Menschen dann besser zu schützen. Hier hat der BER keine Perspektive“, ist der 56-Jährige überzeugt. AfD-Kandidat Michael Pfahler hingegen hätte sich den Flughafen am ehesten in Sperenberg vorstellen können.

Porträts der Bürgermeister-Kandidaten im Überblick

Was SPD-Kandidat Michael Schwuchow als Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow anpacken möchte

Andreas Buch will eine neue Mitte mit gewaltigem Rathaus-Komplex schaffen

Anke Scholz möchte die erste Bürgermeisterin von Blankenfelde-Mahlow werden

AfD-Bürgermeisterkandidat Michael Pfahler hat viel vor

Was Gerhard Kalinka als „grüner“ Bürgermeister angehen möchte

Wie die Bürgermeisterkandidaten ihre Chancen am Sonntag schätzen

Außerdem sollten die Bürgermeisterkandidaten die Prozentzahl der Stimmen schätzen, die sie am Sonntag erhalten. Während Andreas Buch 50,1 Prozent als „Traum“ bezeichnete, würde sich Michael Schwuchow über „mindestens 25 Prozent“ freuen.

Anke Scholz legte sich auf keine Prozentzahl fest: „Ich freue mich über jede Stimme. Das Wichtigste ist, dass die Menschen wählen gehen. Und wenn sie ihr Kreuz ganz weit links setzen, ist dort die Anke“, sagte die 51-Jährige. Gerhard Kalinka hofft, in die Stichwahl zu kommen, während Michael Pfahler am Sonntag mit 17 Prozent aller Stimmen für sich tippt.

Neben den Zuschauerfragen sahen sich die fünf Burgermeisterkandidaten auch Schätzfragen, die auch unter den Besuchern für kleinere Schätzduelle sorgten Quelle: Fabian Lamster

Konsens bei Schutz der Bewohner vor Flughafen und seinen Folgen

Dabei haben die fünf Kandidaten mit Blick auf den Flughafen BER verschiedene Vorstellungen, wie sie künftig die Bewohner von Blankenfelde-Mahlow vor dem Fluglärm schützen wollen.

Michael Schwuchow sprach sich für ein Ausweiten des Nachtflugverbots aus und betonte, dass die geplanten Fluggastzahlen nicht steigen dürften. Zudem äußerte der 52-Jährige die Idee eines Beratungsbüros, das technisch und juristisch die Einwohner in Sachen Schallschutz berät.

„Gleichzeitig sollten nur leisere Flugzeuge landen dürfen“, findet Andreas Buch, der für einen weiteren Flughafen im Norden Brandenburgs plädiert, um den Flughafen BER sowie Blankenfelde-Mahlow zu entlasten. Anke Scholz sieht nicht nur den Lärmschutz als Aufgabe, sondern ebenso die Luftverschmutzung und Sicherheit im An- und Abflugbereich.

Überblick zur Bürgermeisterwahl

Die Bürgermeisterwahl in Blankenfelde-Mahlow findet am 1. September gemeinsam mit der Landtagswahl statt.

Aufgrund der Ergebnisse der Kommunalwahl 2019 ist die Reihenfolge der Kandidaten auf dem Wahlzettel folgendermaßen: Michael Schwuchow (SPD), Michael Pfahler (AfD), Andreas Buch (CDU), Gerhard Kalinka (Grüne), Anke Scholz (Linke).

Wenn am 1. September einer der Kandidaten mindestens 50 Prozent aller Stimmen bekommt, ist er gewählt.Ist das nicht der Fall, kommt es am 22. September zu einer Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten, die im ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben.

Neues Rathaus für Blankenfelde-Mahlow von Bedeutung

Konsens herrschte bei allen Kandidaten ebenfalls darüber, dass es ein neues Rathaus geben müsse. „Wir brauchen es dringend. Die aktuelle Struktur ist der Gemeinde nicht würdig“, sagte Grünen-Kandidat Gerhard Kalinka.

Das sah Michael Pfahler ähnlich, der zu einem gemeinsamen Verwaltungsstandort und einer belebten Mitte in Blankenfelde tendiert.

„Das Wichtigste ist, dass es funktioniert. Wenn das der Fall ist, ist viel gewonnen“, sagte Michael Schwuchow. In den Planungen des Rathauses möchte Anke Scholz vor allem die Einwohner der Gemeinde beteiligen. Sie sollen ihr ihre Wünsche äußern, was sie sich dort vorstellen können, was sie in einem neuen Rathaus haben wollen.

Beim MAZ-Talk stellten auch einige Zuschauer den Kandidaten fragen, in denen sie den ÖPNV innerhalb der Ortsteile bemängelten oder ihr Engagement in Sachen Kulturförderung der Gemeinde erfragten.

Verhärtete Fronten sind Thema

Außerdem fragte ein Bewohner, wie sie die Grabenkämpfe und verhärteten Fronten in der Gemeindevertretung lösen wollen. „Wir müssen uns zusammensetzen und herausfinden, woher die Konflikte kommen. Es sollte eine Verhandlungskultur des Miteinander geben“ findet Gerhard Kalinka. CDU-Politiker Andreas Buch betonte, dass das Hinterzimmer-Geklüngel ein Ende haben muss, das er in seiner Zeit als Gemeindevertreter selbst erlebt habe.

„Da ich vorher nicht in der Gemeindevertretung war, kann ich einen anderen Blick auf die Dinge werfen. Ich traue es mir zu, diplomatisch mit allen zu sprechen“, sagte Michael Pfahler.

Gegen Ende der Veranstaltung erwähnte eine Besucherin die vermüllten Wälder der Gemeinde und fragte die Bürgermeisterkandidaten, wie sie mit diesen umgehen wollen.

„So kann es nicht weitergehen. Es macht mich traurig, wenn wir Müll an einem Tag beseitigen und am selben Ort tagsdarauf wieder Müll liegt“, sagte Anke Scholz. Sie appellierte an jeden Einzelnen, aufmerksam durch die Gemeinde zu gehen und sich beispielsweise an Frühjahrsputzen zu beteiligen.

Gerhard Kalinka sprach von alten illegalen Mülldeponien in Dahlewitz, deren Beseitigung man angehen müsse. „Wir reden hier von Asbest, Farbeimern und Kunststoffabfällen – so viel, dass man es unmöglich mal eben wegschaffen kann. Hierfür brauchen wir ein Gesamtkonzept, das nicht preiswert sein wird“, schätzt der 56-Jährige.

Von Fabian Lamster

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