Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Blankenfelde-Mahlow Das Mahlower Hundehospiz steht vor dem Aus
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Das Mahlower Hundehospiz steht vor dem Aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:57 31.07.2019
Auch alte und todkranke Tiere haben Hunger: Stephanie Badura füttert sie mit rund fünf Kilogramm Hundefutter täglich, kauft ihnen Spielzeug, Medikamente und fährt mit ihnen zum Tierarzt. Quelle: Fabian Lamster
Mahlow

 Die Zeit läuft für Stephanie Badura und ihre 15 Hunde, die sie ehrenamtlich in ihrer Bleibe in der Mahlower Kreischaussee seit Oktober 2017 pflegt.

Findet sie bis Ende des Jahres keine neue Unterkunft für sich und ihre Tiere, droht ihr die Obdachlosigkeit und gezwungenermaßen der Auszug aus dem Ort, die sie als „eigentlich optimal“ bezeichnet. Nicht für sich persönlich, sondern vor allen Dingen für die todkranken Hunde.

Als sie die todkranken und zum Teil misshandelten Hunde aufgenommen hat, hat Stephanie Badura ihnen neue Namen gegeben. In ihrer Küche hängt eine Medikamentenübersicht zu jedem Tier. Quelle: Fabian Lamster

Denn die haben auf dem anderthalb Hektar großen Areal genug Auslauf und stören auch keine Nachbarn mit ihrem Bellen, da die sowieso Lärm gewohnt sein müssen: Mehrmals pro Stunde starten und landen Flugzeuge vom Flughafen Schönefeld und machen sich durch ein deutlich hörbares Dröhnen bemerkbar. Doch laut Kreis darf sie das Gebäude nicht dauerhaft bewohnen und braucht eine Genehmigung für das Hundehospiz.

Seit über einem Jahr auf der Suche nach neuer Unterkunft

Große Hoffnung, noch bis Jahresende eine neue Unterkunft zu finden, die ihren Vorstellungen entspricht, hat sie nicht. Bereits seit über einem Jahr ist sie erfolglos auf der Suche.

„Ich habe mir über 60 Angebote angesehen, aber sie waren entweder zu weit weg, für mich nicht bezahlbar oder mitten in einer Stadt – und das möchte ich meinen Hunden und mir nicht antun“, sagt Stephanie Badura.

Teilweise seien Unterkünfte zwar bezahlbar, aber sanierungsbedürftig oder zum Teil ohne sanitäre Einrichtungen gewesen.

Mehr zum Thema

Hundehospiz in Mahlow sucht neue Bleibe

Mahlow: Baubehörde will Hundehospiz verbieten

Start in Mahlow: Das ist das Refugium für Hunde-Rentner

Probleme in Mahlower Unterkunft

Auch in ihrer eigenen Unterkunft in der Kreischaussee, in der sie zur Miete wohnt, häuften sich zuletzt Probleme: Bei einem Unwetter im Juni standen Küche und Wohnzimmer unter Wasser, weil das Dach undicht ist.

Ebenso mit der Elektrik gebe es Probleme. Sämtliche Versuche, ihren Berliner Vermieter darauf hinzuweisen und eine Reparatur anzugehen, liefen ins Leere.

Selbst, wenn sie bis Jahresende keine neue Unterkunft findet, steht für Stephanie Badura eines fest: "Ich werde die Hunde niemals abgeben." Quelle: Fabian Lamster

Dabei kümmert sich Stephanie Badura nicht allein um die Hunde. Der nicht eingetragene Hundehospiz-Verein, den sie im Mai 2018 gegründet hat, hat vier Mitglieder, die sich für das Wohl der Tiere engagieren. Auch auf die Hilfe einer Freundin und der Nachbarn könne sie zählen.

Warum Stephanie Badura ein Hundehospiz betreibt

Die gebürtige Berlinerin hat ihr Leben neben dem Job an der Touristeninformation am Flughafen Schönefeld komplett auf ihre „Hundefamilie“, wie sie sagt, ausgelegt. „Ich möchte Gutes für die Tiere tun, die in Tierheimen nicht mehr vermittelbar sind und ihnen an ihren letzten Tagen eine schöne Zeit bereiten“, sagt Stephanie Badura.

Sie kennt ihre Hunde genau, kauft ihnen Medizin und füttert sie täglich mit rund fünf Kilogramm Hundefutter, spielt mit ihnen. Stirbt ein Tier oder muss eingeschläfert werden, trifft sie das jedes Mal aufs Neue. Zwölf Urnen hat sie in ihrem Schlafzimmer aufgestellt, die sie in ihr eigenes Grab nehmen möchte.

Hundehospiz sucht neue Unterkunft

Seit 2014 betreibt Stephanie Badura das Hundehospiz, das sie zunächst in Mittenwalde, dann in Ahrensfelde und seit Oktober 2017 in Mahlow betreibt.

Dort muss sie Ende 2019 ausziehen und sucht seit Mitte 2018 ein neues Domizil für sich und ihre Hunde. Es solle möglichst im Umkreis von einer Autostunde von Schönefeld entfernt sein, wo sie arbeitet. Gleichzeitig solle es über zwei bis drei Zimmer verfügen, genügend Auslauf für die Hunde und etwas abgelegen sein, um Konflikte mit Nachbarn zu meiden.

„Ich werde die Hunde niemals abgeben“

Manche sterben bereits nach zwei Wochen. „Manchmal geben Tierärzte dem Hund eine Lebenserwartung von wenigen Wochen und sie blühen hier so auf, dass sie teilweise noch einige Monate hier sind.“

Stephanie Badura betreut die todkranken und alten Hunde rund um die Uhr. Sie sind ihr liebstes Hobby, in das sie nahezu die gesamte Freizeit investiert. Quelle: Fabian Lamster

Wie beispielsweise die Continental Bulldog Betty, die bereits fünf Jahre in ihrem Hundehospiz lebt, die an einer unbekannten Krankheit leidet und ihr Fell verliert. „Sie hat bisher alle Hunde überlebt und ist mir echt ans Herz gewachsen.“

Selbst, wenn sich bis Ende des Jahres keine neue Bleibe für Stephanie Badura und ihr Hundehospiz findet, ist die Mahlowerin von einer Sache absolut überzeugt: „Ich werde die Hunde niemals abgeben. Sie können in Tierheimen nicht so versorgt und betreut werden wie hier.“

Von Fabian Lamster

Auf einen derzeit nicht bewohnten Grundstück an der Mahlower Beethovenstraße ist am Dienstagabend ein Carport in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.

31.07.2019

Bei einer Kollision von zwei Autos in Mahlow sind am Dienstagabend zwei Menschen verletzt worden. Der Unfall ereignete sich an der Kreuzung Lichtenrader Straße / Mahlower Dorfstraße.

31.07.2019

Die Zahl der Arbeitslosen in Teltow-Fläming stagniert im Juli weiter. Bei der Agentur für Arbeit legt man den Fokus deshalb auf die Jugendlichen, um ihnen gute Perspektiven fürs Berufsleben zu bieten.

31.07.2019