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Blankenfelde-Mahlow Frust in der City
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Frust in der City
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05:16 05.10.2018
Evelyn Weinhold vom Schreib- und Leseland setzt auf Qualität und ihre Stammkunden. Quelle: Christian Zielke
Mahlow

Noch immer rütteln Menschen an der Tür der Fleischerei Bendig. Fast eine Woche, nachdem das Mahlower Traditionsgeschäft geschlossen hat, herrscht bei Kunden Unverständnis. Die Insolvenz des mehr als 150 Jahre alten Familienbetriebs, der eine Mahlower Institution war, sorgt auch bei den anderen Gewerbetreibenden im Zentrum für Sorgenfalten auf der Stirn. Ein paar Tage zuvor schloss das beliebte Café Eiszeit wegen Querelen mit dem Vermieter nach nur vier Jahren.

„Es sieht schlecht aus“, sagt Bernd Marquardt, Gemeindevertreter und Vorsitzender des City-Vereins. Fleischerei und Café seien Magneten gewesen, von denen alle anderen Händler profitierten. Zudem haben Rainer Bendig und seine Frau Astrid das soziale Leben im Ort viele Jahre unterstützt.

Kleine Unternehmen fühlen sich vernachlässigt

Eine konkrete Idee, wie sich diese Lücke schließen lässt, hat er nicht. Der Gemeinde wirft er vor, sich in den vergangenen Jahren vor allem für die großen Unternehmen eingesetzt zu haben, die viel Gewerbesteuer zahlen. „Für die Kleinen interessiert sich doch kaum jemand“, sagt Marquardt.

Das Café Eiszeit in Mahlow ist seit Ende September geschlossen. Quelle: Christian Zielke

Eine Ladenbesitzerin, die unerkannt bleiben möchte, schimpft: „Mahlow ist tot“. Viele Kunden seien nach Berlin oder in die großen Einkaufszentren abgewandert. Ohne Bendig und das Eiscafé gebe es noch weniger Laufkundschaft. Gemeinsame Initiativen von Händlern wie das City-Fest fehlen seit Jahren, sagt die Händlerin. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie gerne den Vermietern sagen, dass Gewerbemieten von fast 20 Euro pro Quadratmeter völlig überzogen sind. Erwartungen an die Politik hat sie keine.

Politik sucht das Gespräch

Immerhin will die Politik mit den Gewerbetreibenden nun ins Gespräch kommen. Der CDU-Landtagskandidat Robert Trebus hat die Mitglieder des City-Vereins in einem Brief um ein Gespräch gebeten. Ortsvorsteherin Regina Bomke (CDU) will ebenfalls mit den Händlern aus dem Zentrum darüber sprechen, wie man gemeinsam vorgehen kann.

„Ich weiß, dass die Mieten ein Riesen-Problem sind“, sagt sie. So lange Leerstand steuerlich lukrativer ist, als auf ein paar Euro Miete zu verzichten, werde sich daran auch nichts ändern. „Vermieter sollten sich die Frage stellen ob sie nicht auch Verantwortung für einen Ort haben“, sagt Regina Bomke.

Die Kaufkraft in Mahlow ist gut

Evelyn Weinhold möchte nicht nur den Vermietern die Schuld geben. In den vergangenen sieben Jahren, in denen sie das Schreib- und Leseland betreibt, sah sie mehrere Geschäfte kommen und gehen. „Oft stimmt das Konzept nicht oder die Leute haben keinen Draht zu den Kunden“, sagt sie. „Man muss sich einen Namen machen und auf dem Boden bleiben“, sagt Evelyn Weinhold. An der fehlenden Kaufkraft der Mahlower liege es jedenfalls nicht. Sie habe viele Stammkunden, die Qualität zu schätzen wüssten.

Ein Gespräch über die Entwicklung des Mahlower Zentrums hält Evelyn Weinhold für einen ersten Schritt. „Alle sollten sich die Frage stellen, was der Ort braucht“, sagt sie. In einem zweiten Schritt sollen die Beteiligten darüber nachdenken, wie man junge Unternehmer unterstützen könne.

Foto-Geschäft schließt zum November

Stefan Lehniger hätte sicher ein paar Vorschläge für das Mahlower Zentrum, doch der Geschäftsführer der Firma Foto Wichern wird Ende des Monats das Geschäft in der Trebbiner Straße schließen, um sich stärker auf die Standorte in Zossen und Lichtenrade zu konzentrieren. Sein Fazit nach 14 Jahren in Mahlow fällt düster aus: „Es hat sich einfach kein gesunder Geschäftsmix entwickelt. Das Einkaufserlebnis fehlt“, konstatiert er.

Foto Wichern schließt seine Filiale in Mahlow Ende Oktober. Quelle: Christian Zielke

Behörden, Kultur und Gastronomie seien in der Mahlower City nur spärlich vertreten. Für problematisch hält Stefan Lehniger, dass die Einkaufsmöglichkeiten sich nicht nur auf das Zentrum konzentrieren sondern über die ganze Gemeinde verteilt sind.

Von Christian Zielke

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