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Blankenfelde-Mahlow Erinnerung an den Anschlag auf Noel Martin
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Erinnerung an den Anschlag auf Noel Martin
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00:19 20.06.2018
Vera Hellberg (l.) und Jugendliche aus Blankenfelde-Mahlow schilderten ihre Erlebnisse vom Besuch bei Noel Martin im Mai. Quelle: Christian Zielke
Mahlow

Der 16. Juni 1996 war eine Zäsur für Mahlow. Plötzlich war klar, dass die Jugendlichen, die sich abends auf dem Bahnhofsvorplatz trafen, ganz und gar nicht harmlos waren. Zwei von ihnen machten Ernst mit ihrer rassistischen Weltanschauung und bepöbelten Noel Martin, der nach der Arbeit auf einer Baustelle in Mahlow von einer Telefonzelle aus seine Frau anrufen wollte. Die dunkle Hautfarbe Martins passte nicht ins Weltbild derer, die sich allabendlich am Bahnhof versammelten.

Als Noel Martin sich der bedrohlichen Situation entzog und mit dem Auto davonfuhr, nahmen zwei der Jugendlichen die Verfolgung auf. Einer von ihnen warf einen Stein in Martins Autoscheibe, woraufhin der Wagen von der Straße abkam und gegen einen Baum krachte. Martin blieb zwar am Leben, doch nichts war mehr wie zuvor. Zwei seiner Halswirbel brachen. Seitdem ist er querschnittsgelähmt.

Der Jugendaustausch ist Noel Martins größte Motivation

Dass Noel Martin dennoch positiv denkt, ist eine der überraschenden Erkenntnisse, die Jugendliche aus Blankenfelde-Mahlow von einem Besuch mitgebracht haben. Sie waren Ende Mai für fünf Tage in Birmingham und verbrachten Zeit mit Noel Martin. Der Jugendaustausch, den er mit seiner verstorbenen Frau Jacqueline ins Leben gerufen hat, bedeutet ihm viel. „Für ihn ist es die Motivation, weiterzuleben“, sagt Vera Hellberg. Die Vorsitzende des Vereins Bürger für Bürger hat die Jugendlichen nach Birmingham begleitet.

Am Sonnabend, zum 22. Jahrestag, gedachten Menschen am Glasower Damm in Mahlow des Anschlags. „Es fand ein Umdenken statt“, sagte Roland Scharp (Linke), der Vorsitzende der Gemeindevertretung. Plötzlich engagierten sich Menschen gegen Rassismus und Gewalt. Heute leben Menschen aus 86 Nationen in der Gemeinde.

Aktuelle Zeitungsmeldungen zeigen Ausmaß des Rassismus

Pfarrer Karsten Weyer erinnert sich noch, wie ihn der Anschlag damals „entsetzt und angewidert“ hat. Mit seinen Religionsschülern trug er Zeitungsmeldungen aus den vergangenen Monaten vor, in denen es um fremdenfeindliche Straftaten ging. „Das sind Zeugnisse davon, dass es immer noch Menschen gibt, die nichts gelernt haben“, sagte Weyer.

Der Musiker Harald Wollenhaupt sorgte für den musikalischen Rahmen des Gedenkens. Quelle: Christian Zielke

Für die musikalische Besinnlichkeit sorgte Harald Wollenhaupt. Seine deutsche Version von Bob Dylans „Blowin in the Wind“ und das Anti-Kriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“ verfehlten ihr Ziel nicht. „Wir haben uns versammelt, um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz zu setzen“, fasste Moderator Rüdiger Noll den Abend zusammen.

Von Christian Zielke

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