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Blankenfelde-Mahlow Erste Pläne für die Sanierung des Gutshofes Dahlewitz
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15:40 06.11.2019
Noch versteckt sich der Gutshof an der Dorfstraße, unweit der Kirche entfernt, hinter dem Laub der Bäume. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Dahlewitz

Es gibt einen Investor. Mit ihm könnte der Gutshof in Dahlewitz aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Das Ensemble gilt seit Jahren als Schandfleck. Erste Entwürfe versprechen nun etwas Großes – 125 Wohnungen mit Tiefgarage, Denkmalschutz und einem großen grünen Hof. Die Berner Group aus Berlin nimmt dafür das benötigte Geld in die Hand.

Sanierung nicht vor 2021

Planungsleiter Axel Gaus stellte am Dienstagabend die ersten Pläne dem Ortsbeirat vor. Er wird das Projekt von Anfang bis Ende begleiten. Für ihn ist der Gutshof etwas ganz Besonderes: „Hier zählt nicht nur der Nutzen, sondern auch die Optik.“ Gemeinsam mit Architekten und Planern soll das Ensemble wieder so hergerichtet werden, wie es Ende des 19. Jahrhunderts aussah. 2021 könnte der Bau beginnen.

Trist und grau sind die Gebäude auf dem Gutshof in Dahlewitz - seit Jahren stehen sie leer und verfallen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Das wird für die Immobilienfirma und ihren Partnern gewiss keine leichte Aufgabe. Axel Gaus setzt auf die Erfahrungswerte. „Wir sind seit mehr als 40 Jahren deutschlandweit aktiv“, sagt er. In Sachen Denkmalschutz kenne man sich aus. Trotzdem bedeute die Sanierung einen immensen Aufwand. Die Gebäude sind laut dem Planer in einem sehr schlechten Zustand. Jetzt sollen sie saniert oder wieder aufgebaut werden, darunter auch das Schweizerhaus, das im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff beschädigt und danach abgerissen wurde.

125 neue Wohnungen sollen entstehen

Seit im Sommer 2001 ein Feuer das ehemalige Haupthaus zerstörte, verfiel die Ruine des ehemaligen Rittergutes immer mehr. Dabei ist das Potenzial groß: Es gibt eine Schmiede, Wäscherei, Brennerei und einen Wasserturm sowie Speicher. Neben 125 neuen Wohnungen wäre auch eine Gastronomie, kleine Läden oder Gewerbe- und Handwerksbetriebe, die die Anlieger nicht stören, auf dem Vierseitenhof möglich. Dabei soll das Anwesen historisch, aber auch modern wirken. Der Hof bleibt dabei grün. Für Autos, Fahrräder und Mülltonnen entsteht nach den ersten Pläne eine Tiefgarage, die unter großen Teilen des Gutshofes unterirdisch gebaut werden soll. Knapp 200 Parkplätze sind denkbar, laut Gaus weitaus mehr als gefordert.

Trist und grau sind die Gebäude auf dem Gutshof in Dahlewitz - seit Jahren stehen sie leer und verfallen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Thema Entwässerung noch offen

Der Zugang zum Gutspark bleibe offen. Im Park könnte auch das Regenwasser in eine Kanalisation abfließen, die zu den Gutsteichen führt. „Das Oberflächenwasser könnte in die beiden Gutsteiche fließen, die durch die Trockenheit immer noch notleiden, und bewässern“, so Axel Gaus. Das sei aber noch völlig offen. Ebenso wäre eine Versickerung im Boden auf dem Gelände möglich.

Trist und grau sind die Gebäude auf dem Gutshof in Dahlewitz - seit Jahren stehen sie leer und verfallen. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Mit den Plänen hängt Vieles zusammen. Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Denkmalschutz: Das Vorhaben durchläuft viele Ebenen. „Es gibt viele rechtliche Sachen, die wir beachten müssen“, so der Planungsleiter der Berner Group. Dafür gebe es extra einen Partner, der sich ausschließlich darum kümmert.

Ideen seien ständig im Wandel

Noch ist die genaue Gestaltung aber offen. Laut Axel Gaus gibt es lediglich einen ersten Entwurf für den Gutshof in Dahlewitz. Noch sei nichts in Stein gemeißelt. Alle Ideen seien ständig im Wandel und veränderbar. Schließlich müsse die Gemeinde informiert werden und die Bürger die Möglichkeit haben, mitzureden und ihre Wünsche einzubringen.

Die Lage jedenfalls sei ideal: Die Nähe zu Berlin, zur B96 und zur Autobahn, das prosperierende Gewerbegebiet in Dahlewitz mit Rolls-Royce. Noch versteckt sich der Gutshof hinter dem Laub der Bäume. Schon bald könnte der Vierseitenhof an der Dahlewitzer Dorfstraße, unweit der Kirche entfernt, im neuen Glanz erwachen.

Die Geschichte des Gutshofes

Der Verein Historisches Dorf Dahlewitz hat sich mit der Geschichte des Gutshofes befasst. Dieser hat eine Fläche von 18.659 Quadratmetern. Der Gutspark hat eine Größe von rund 70.000 Quadratmetern

Die Geschichte des Ritterguts in Dahlewitz lässt sich in ihren Anfängen bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückverfolgen. 1522 übernahm die Familie Otterstedt das große Anwesen.

Der legendäre Gutsherr Carl Magnus von Zülow lebte im 19. Jahrhundert dort. Sein Einfluss auf die ganze Region ist heute noch spürbar, etwa durch den nach ihm benannten Zülowkanal. Er errichtete eine Brennerei, eine Ziegelei und eine Stärkefabrik.

Zu DDR-Zeiten wurde der Hof als landwirtschaftlicher Ersatzteilhandel, Werkstatt und Futtermühle genutzt. Im Gutshaus war eine Schule untergebracht.

1996 verkaufte die Treuhand das ehemalige Rittergut an einen Privatmann, der auch heute noch dort wohnt. Seit Jahren ist jedoch der Großteil des Geländes verlassen.

Von Marcus J. Pfeiffer

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