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Blankenfelde-Mahlow Diese Ideen gibt es für das ehemalige Ausländerkrankenhaus Mahlow
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08:18 08.06.2019
Das als "Kommandantenhaus" oder "Gärtnerhaus" bekannte heruntergekommene Gebäude war ein Desinfektionshaus, in dem die Kleidung der Patienten gereinigt wurde. Das beschädigte Dach soll hier bis Ende 2019 repariert werden. Quelle: Fabian Lamster
Blankenfelde-Mahlow

 Die Ahornstraße in Blankenfelde befindet sich mitten in einem Neubaugebiet. Fährt man sie bis zum Schluss, beginnt schon der angrenzende Wald – und der Bereich des ehemaligen „Ausländerkrankenhauses Mahlow“, das von 1942 bis 1945 das größte Zwangsarbeiterlager im Raum Berlin gewesen ist. Vor Ort ist nicht viel davon übrig geblieben.

Lediglich die neun roten Stelen und der damit verknüpfte 1,2 Kilometer lange Rundweg um die ehemalige Anlage erinnern an den Ort, an dem rund 1500 Menschen starben.

Auch ein heruntergekommenes und mit Sprühfarben übersätes Gebäude sowie ein Keller, den ein Hundesportverein nutzt, sind geblieben.

Seit 2013 gibt es einen Rundgang um das Gelände des ehemaligen Ausländerkrankenhauses Mahlow. Auf den roten Stelen wurde die Geschichte der Krankenhausanlage ebenso wie einige Schicksale von Insassen aufbereitet. Quelle: Fabian Lamster

Gemeinde Blankenfelde-Mahlow stellt 10.000 Euro pro Jahr bereit

Dass es sich bei dem verwahrlosten Gebäude um ein ehemaliges Desinfektionshaus handelt, in dem die Kleidung der Patienten vor über 75 Jahren gewaschen wurden, ist nicht mehr erkennbar. Ebenso, dass im besagten Keller wahrscheinlich verstorbene Patienten des „Ausländerkrankenhauses“ gelagert wurden. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Die Gemeindevertreter von Blankenfelde-Mahlow haben sich im Mai darauf verständigt, dass an dem Gedenkort etwas passiert. 10.000 Euro möchte die Gemeinde hierfür jährlich bereitstellen.

Er soll für die nachfolgenden Generationen erhalten und Stück für Stück weiterentwickelt werden. „Das ist ein tolles Zeichen. Das fordern wir schon länger“, sagt Ulrike Kersting, Archäologin, die seit 1999 in Mahlow lebt.

Dach von ehemaligem Desinfektionshaus soll repariert werden

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Thomas engagiert sie sich für den Gedenkort und gibt dort ein bis zwei Mal pro Jahr Führungen. „Nur noch wenige Menschen aus Mahlow wissen, was dort geschehen ist. Das möchten wir ändern, das treibt uns um.“

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Die Gemeindevertretung hat sich darauf verständigt, das heruntergekommene ehemalige Desinfektionsgebäude erst einmal zu sichern, um es vor Sachbeschädigungen und Vandalismus zu schützen.

Dabei schätzt die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow seinen Gesamtzustand als überraschend gut ein, sieht insbesondere aber das beschädigte Dach und dessen Reparatur kritisch: „Ob und wie viele tragende Teile es zu ersetzen gibt, sehen wir erst, wenn die Dachpappe entfernt wurde. Wahrscheinlich liegen die Kosten zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Geplant ist, das Dach noch in diesem Jahr fertigzustellen“, sagt Gemeindesprecher Wolfgang Huth.

Welche Möglichkeiten sich am Gedenkort noch bieten

Er verweist auf die verschiedenen Möglichkeiten, die sich auf dem historischen Gelände anbieten und auch Archäologin Ulrike Kersting bekannt sind: „Die rund 1500 Menschen, die im Ausländerkrankenhaus Mahlow ums Leben gekommen sind, stehen im Sterbebuch der Gemeinde Mahlow. Warum bringen wir die Namen der Toten nicht auf eine Gedenktafel, die wir am ehemaligen Desinfektionshaus anbringen?“, schlägt die gebürtige Münchenerin vor.

Darüber hinaus befinden sich auch noch Überreste des „Ausländerkrankenhauses“ im Waldboden, wie Thomas Kersting weiß: „Es wurde zwar viel abgerissen, aber im Boden befinden sich noch die Grundmauern und das Fundament vom ehemaligen Lagergelände, von Strom- und Telegrafenmasten. Wie wir die sichtbar machen, ohne sie zu beschädigen, kann eine kommende Aufgabe sein“, sagt der 60-Jährige.

Ausländerkrankenhaus Mahlow als wichtiges Mahnmal

Durch die Nähe zu Berlin sieht Gemeindesprecher Huth auch eine Chance, die Gedenkstätte am Ende der Ahornstraße als verbindendes Element zu Berliner Gedenkstätten zu etablieren, auch weil einige Patienten des „Ausländerkrankenhauses“ aus Berlin kamen.

Gleichzeitig ist es ein Mahnmal für eine Zeit, die sich niemals wiederholen darf. Da ist sich auch der Mahlower Denkmalpfleger Thomas Kersting sicher: „Auch in der Gegenwart führen manche politische Parteien Debatten, bestimmte Menschen aus der Gesellschaft auszuschließen und erhalten viele Stimmen. Das bestärkt mich umso mehr in meiner Arbeit am ehemaligen Ausländerkrankenhaus in Mahlow.“

Von Fabian Lamster

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