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Blankenfelde-Mahlow Milchkühe jahrelang Tierschutz-widrig gehalten – Anlage muss schließen
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Milchkühe jahrelang Tierschutz-widrig gehalten – Anlage muss schließen
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08:10 07.09.2019
Außenansicht der Milchviehanlage Jühnsdorf (Gemeinde Blankenfelde-Mahlow) am Trebbiner Damm Quelle: Jutta Abromeit
Blankenfelde

Bis Jahresende müssen die Kühe der Milchviehanlage (MVA) Blankenfelde woanders untergebracht werden, denn die Haltungsbedingungen waren nicht mehr akzeptabel. Das ist die Kernaussage einer Antwort aus dem Veterinäramt Teltow-Fläming auf eine MAZ-Anfrage zur Untersagung der Tierhaltung in der MVA.

Liegeboxen zu klein und zu dreckig

„Eine Rinderhaltung auf dem Gelände und in den derzeit vorhandenen Ställen der Milchviehanlage ist nicht mehr möglich“, heißt es aus dem Kreishaus Luckenwalde, seit geraumer Zeit habe das Veterinäramt bei Kontrollen Tierschutz-widrige Tatbestände feststellen müssen. Um den Zustand für die noch knapp 2000 Kühe zu verbessern, habe das Veterinäramt bereits im Oktober 2016 eine erste Verfügung erlassen. Gerügt worden seien in erster Linie mangelhafte Haltungsbedingungen. Die Liegeboxen seien zu klein, die Liegematten in den Boxen zu dünn, hart und teils stark beschädigt und es gab zuwenig Einstreu. Den Kühen seien mit den mangelhaften Liegeboxen länger anhaltende Schäden und Leiden zugefügt worden. Abgesackte Teile des Spaltenbodens und ausgebrochene Spaltenkanten stellten eine Verletzungsgefahren für die Tiere dar und führten zu Klauen- und Gelenk-Verletzungen. Zudem wird vom Veterinäramt erklärt: „Die allgemeine Hygiene im Betrieb war mangelhaft. Kot und Futterreste wurden nicht in ausreichendem Maß entfernt.“ Für den Umbau und Tierschutz-gerechte Liegeboxen räumte die Behörde eine Frist bis Juni 2017 ein.

Außenansicht der Milchviehanlage Blankenfelde am Jühnsdorfer Weg Quelle: Jutta Abromeit

Doch bis Anfang 2018 habe der Betrieb keine entscheidenden Verbesserungen vorgenommen, heißt es in der Antwort. Bei Kontrollen des Amtes seien immer wieder hochgradige Mängel festgestellt worden.

Die nicht artgerechte Haltung habe sich in gravierenden Gesundheitsschäden der Rinder niedergeschlagen. So habe man bei zahlreichen Kontrollen immer wieder Verletzungen erwachsener Tiere festgestellt, die auf nasse und kotbeschmutzte Liegeflächen sowie auf defekte Matten zurückzuführen seien. Bei 95 von 100 zufällig ausgesuchten Milchkühen seien bei einer Kontrolle im November 2017 „erhebliche Defekte an den Beinen“ festgestellt worden, bei einer anderen Kontrolle fielen Kühe auf, die trotz objektiver Bedürftigkeit nicht tierärztlich versorgt waren. Zudem sei die Sterblichkeit der über zweijährigen Rinder in der MVA auffallend hoch.

Anordnung jetzt ohne Verzug zu vollstrecken

Im Mai 2018 wurde dann das Halten und Betreuen von Rindern in der MVA ab November 2018 untersagt und die Auflösung des Rinderbestandes an diesem Standort angeordnet.

Nach einem langen Verwaltungsverfahren habe das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am 8. August die Beschwerde der Betreiber abgewiesen. Mit der Beschwerde-Abweisung kann die Verfügung des Veterinäramtes vollzogen werden. „Die Untersagung der Rinderhaltung am genannten Standort kann danach nun ohne weiteres Warten auf den Ausgang des Hauptsache-Verfahrens vollzogen werden“, heißt es abschließend.

Von Jutta Abromeit

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