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Blankenfelde-Mahlow Mosaikkünstler gestalten Hospiz
Lokales Teltow-Fläming Blankenfelde-Mahlow Mosaikkünstler gestalten Hospiz
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05:21 24.08.2018
Das Team des Dortmunder Mosaikkünstlers Robert Kaller (4.v.l.) gestaltet das Dach und die Innenräume des Hospizes in Mahlow. Nare Yesilyurt (3.v.r.) baut das Hospiz auf. Quelle: Christian Zielke
Mahlow

Kraniche genießen in vielen Kulturen einen hohen Stellenwert. Von Europa bis Asien gelten die Vögel als wachsam und weise. In der alevitischen Kultur gilt ihr markanter Ruf als Stimme der Vollkommenheit.

Nare Yesilyurt ist Alevitin und Geschäftsführerin des Pflegedienstes Deta-Med. Sie baut derzeit in der Arnold-Böcklin-Straße in Mahlow ein Hospiz. Das Dach des Gebäudes ziert seit kurzem ein riesiges Mosaik aus Kranichen und einer bunten Spirale, die den Kreislauf des Universums symbolisiert. Auch an der Fassade finden sich Mosaike von Vögeln: drei landende Kraniche und zwei Pfauen.

Die Vögel sollen die Seelen der Verstorbenen mitnehmen

Der Dortmunder Mosaikkünstler Robert Kaller hat die Kunstwerke gemeinsam mit den Studenten seiner Mosaikbauschule entworfen und gestaltet. Für ihn bilden die Kraniche, die auf das Rad des Lebens zufliegen, ein passendes Motiv für ein Hospiz. „Die Vögel nehmen die Seele der Verstorbenen mit in den Himmel. Das ist ein schöner Gedanke“, sagt Robert Kaller.

Fast ein Jahr lang haben er und Nare Yesilyurt an den Mosaiken gearbeitet. Herausgekommen ist ein Gebäude, dessen Rohbau schon voller Symbolik steckt. „Kraniche stehen für die Reinkarnation und für ein besonderes Sozialverhalten. Wenn sie ziehen, nehmen sie die Kranken und Schwachen mit“, sagt Nare Yesilyurt. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch ein Hospiz.

Hospiz soll ein Hingucker sein

Ein reiner Zweckbau kam für sie nicht in Frage. Nare Yesilyurt wollte mit ihrem Hospiz etwas Besonderes schaffen, „einen Ort, der sein ganzes Umfeld verschönert“, sagt sie. Über Widrigkeiten setzt sie sich hinweg. Mehrmals haben Architekten und Handwerker das Handtuch geworfen, weil sie ihre Ideen zu der außergewöhnlichen Dachkonstruktion nicht oder nur zu horrenden Preisen umsetzen wollten.

Ihr Bruder Mustafa und ihr Lebensgefährte Irfan Yildiz sorgen dafür, dass der Bau am 8. Januar kommenden Jahres eröffnet – dem Geburtstag ihrer Mutter, die mit 42 Jahren tödlich verunglückte und die dem Hospiz den Namen gab: Ipeg.

Einblick in das Leben der Kraniche

In Robert Kaller hat Nare Yesilyurt einen Partner gefunden, der ihre Ideen umsetzt: „Die Idee von einem Ort, an dem es sich würdig sterben lässt, hat mich von Anfang an begeistert.“ Gemeinsam mit seinen Studenten hat er die Anatomie und das Flugverhalten von Kranichen studiert, um deren Bewegungen möglichst perfekt aus Steinen und Scherben umzusetzen. In der Mosaikschule in Dortmund entstanden die Motive, die auf einem großen Netz und mit viel Kleber angebracht wurden.

Alle Beteiligten berichten von der Unmenge an Kreativität, die das Projekt freigesetzt hat. Else Kosch steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur zertifizierten Mosaikbaukünstlerin. Sie gestaltet mehrere Kunstwerke im Innern des Gebäudes. Vor jeder Tür und in jedem Zimmer gibt es individuelle Motive. Die Arbeit am Hospiz habe sie viel über das Thema Tod nachdenken lassen. „Es ist ein besonderes Gefühl zu wissen, dass meine Kunst vielleicht das letzte ist, das die Menschen sehen“, sagt die 23-Jährige. Ihr Werk wird zu einem Teil der Ewigkeit.

Die Verbindung von Kunst und Handwerk

Auf einer Italienreise hat Else Kosch ihre Begeisterung für Mosaikkunst entdeckt. „Ich wollte das unbedingt auch machen. Die Verbindung von Kunst und Handwerk sei genau das richtige“, sagt sie, während sie mit einem Glasschneider die bunten Scherben zerteilt und Steine in den Kleber drückt. Moderne Architektur empfinde sie als kalt und nicht menschenfreundlich.

Die Arbeit gebe ihr das Gefühl, etwas dauerhaftes zu schaffen. „Ich habe etwas gefunden, wie ich die Welt verschönern kann.“

Von Christian Zielke

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