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Blankenfelde-Mahlow Musikalische Leckerbissen
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15:03 25.06.2018
Kantor Fabian Enders begrüßt das Publikum.
Kantor Fabian Enders begrüßt das Publikum. Quelle: von fournier
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Mahlow

Am Sonntag wurden in der Dorfkirche Mahlow zwei Werke des Ausnahmekomponisten Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) präsentiert. Bach-Kantaten sind so virtuos, dass sie eine Kategorie für sich bilden, man kann sie auch nicht in jedem Gottesdienst oder Konzerthaus hören. Für die Zuhörer in der vollbesetzten Mahlower Kirche boten sie die Möglichkeit, sich in die Virtuosität und Vielfalt barocker Klänge zu versenken.

Zwei Kantoren an anspruchsvollem Programm beteiligt

Fabian Enders, Kantor der Region Diedersdorf-Dahlewitz, Rangsdorf und Mahlow-Glasow, hat gemeinsam mit der Blankenfelder Kantorin Hanna M. Hahn das anspruchsvolle Jahresprojekt erdacht und umgesetzt. Er hoffte inständig, dass die schmale Empore das ungewohnte Gewicht der Akteure tragen möge. Denn zu einer Bach-Kantate gehören Chor, Solisten und Orchester, die nun alle über den Köpfen des Publikums Platz finden mussten. Es wurde eng!

Personal aus den Kirchenchören Rangsdorf und Blankenfelde-Jühnsdorf

Das notwendige „Personal“ haben die beiden Kantoren aus den eigenen Reihen, die Solopartien mit Künstlern aus der Region zusammengestellt. Der Kirchenchor Rangsdorf, seit Amtsantritt von Fabian Enders 2017 in Funktion einer Regionalkantorei, und die Kantorei Blankenfelde-Jühnsdorf schufen gemeinsam den Rahmen für die Solisten Antje Uhlmann (Sopran), Ferdinand Keller (Tenor), Karin Lasa (Alt) und Peter Kovacs (Bass). An der Orgel waren beide Kantoren tätig, begleitet von Instrumentalisten mit Violinen, Oboen, Querflöte und Violoncello.

Kantate zum Johannesfest aufgeführt

Zur Aufführung kamen die Kantate auf das an diesem Tag gefeierte Johannisfest „Ihr Menschen, rühmet Gottes Liebe“ und die Kantate auf den 23. Sonntag nach Trinitatis „Wohl dem, der sich auf seinen Gott recht kindlich kann verlassen“. Nach dem Eingangschor überraschte der kurzfristig eingesprungene Berliner Ferdinand Keller, ein ehemaliger Thomaner, in der Arie „Gott ist mein Freund“ mit einer leichtem, sauberen Tenorstimme.

Publikum zögerte zuerst mit Applaus

Das Mahlower Publikum hatte, wie öfter in Kirchen, zuerst ein Problem mit dem Applaus. Das Bedürfnis, seine Freude zu zeigen brach sich erst nach mehreren Stücken Bahn. Die Einleitung der Werke mit Informationen durch Fabian Enders zu Bach, und durch Hanna M. Hahn war wichtig und spannend. Hahn avisierte den regionalen Komponisten Martin Krüger, der in der Nazi-Zeit Liedsätze im Geist der Bekennenden Kirche schrieb. Drei dieser Werke wurden zwischen den beiden Bach-Kantaten aufgeführt.

Peter Dornbusch, Musikschüler von Hanna M. Hahn, war begeistert: „Einfach super, für mich vor allem Chor und Instrumentalisten“, meinte er.

Von Andrea von Fournier