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Blankenfelde-Mahlow Ortwin Baier kandidiert nicht erneut als Bürgermeister
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21:05 15.08.2018
Ortwin Baier ist seit 2003 Bürgermeister von Blankenfelde-Mahlow. 2019 kandidiert er nicht erneut für das Amt. Quelle: Christian Zielke
Blankenfelde-Mahlow

Ortwin Baier (SPD) wird 2019 nicht erneut für das Amt des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow kandidieren. Nach reiflicher Überlegung habe er entschieden, dass zwei Amtszeiten und 16 Jahre genug sind. „Es gibt auch ein Leben nach dem Bürgermeister“, sagt der 60-Jährige. Seine politische und berufliche Zukunft lässt er offen.

Auf die vergangenen 15 Jahre blickt Baier zufrieden zurück und vergleicht seine Arbeit mit der eines Fußballtrainers. „Wenn man einen Platz in der Champions League erkämpft hat, kann man stolz auf das sein, was man mit seinem Team erreicht hat“, sagt er. Der Champions-League-Platz ist für ihn der Aufstieg der Gemeinde zum Mittelzentrum im kommenden Jahr, als sein Team nennt er die politischen Weggefährten von SPD, Linken und Grünen in der Gemeindevertretung und die Mitarbeiter in der Verwaltung.

Schuldenfrei und mit Millionen auf der hohen Kante

Er habe viel für die Menschen in Blankenfelde-Mahlow erreicht, sagt Baier. Als er 2003 gewählt wurde, hatte die damals neu gegründete Großgemeinde einen hohen Schuldenberg. Ende kommenden Jahres soll Blankenfelde-Mahlow komplett schuldenfrei sein. 68 Millionen Euro hat die Gemeinde auf der hohen Kante.

Besonders stolz ist er auf die vielen neuen und gut ausgestatteten Kindereinrichtungen und Schulen. „Der Neubau des Gymnasiums ist der krönende Abschluss“, sagt er. Weil Blankenfelde-Mahlow unaufhörlich wächst, die Gemeinde hat 5000 Einwohner mehr als zu Baiers Amtsantritt, sollen in den kommenden Jahren ein weiterer Kindergarten und eine Grundschule gebaut werden. Kommendes Jahr soll die Gemeindevertretung darüber beraten.

Feuerwehren sind bestens ausgerüstet

Vorzeigbar sei die Situation der Feuerwehren. „Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass wir eine der am besten ausgestatteten Wehren in Brandenburg haben“, sagt er. Sowohl die Gerätehäuser, als auch die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Feuerwehrleute seien auf modernstem Stand oder würden derzeit dorthin gebracht. „Unsere Kameraden haben das auch verdient“, sagt er. Möglich sei dies alles durch die gute Lage im Speckgürtel gewesen, die der Gemeinde stets hohe Gewerbesteuereinnahmen beschert habe.

Dieses komfortable Finanzpolster dürfe man nicht verspielen, rät Baier seinem Nachfolger. „Wir kommen bei den Gewerbeflächen an unsere Grenzen“, sagt er. In den kommenden Jahren werden sich viele Unternehmen in Blankenfelde-Mahlow ansiedeln wollen. Die Gemeinde müsse neue Flächen ausweisen, ansonsten könne man sich die freiwilligen Leistungen in Höhe von vier Millionen Euro womöglich eines Tages nicht mehr leisten.

Rathaus-Bau bleibt „finsteres Kapitel“

Trotz aller Erfolge war Baier auch immer wieder umstritten. Vor allem der gescheiterte Bau des Rathauses und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bezeichnet er als „finsteres Kapitel“. Er sieht sich als Opfer einer Intrige seiner politischen Gegner. „Man stößt als Politiker an seine Grenzen, wenn man gegen Machtgier und politische Taktiererei ankämpft“, sagt er. Er selbst sei von allen Verdächtigungen freigesprochen. Den Schaden von mehr als drei Millionen Euro habe der Steuerzahler, die Verantwortung trage der politische Gegner.

Deutlich angeknackst ist seitdem die Stimmung in der Gemeindevertretung. Auf seine eigene Verantwortung dafür angesprochen, gibt sich Baier selbstsicher. „Wir als Fraktionen und Verwaltung waren einfach zu gut für die anderen.“ Seine politischen Gegner, allen voran der BVBB-Fraktionsvorsitzende Matthias Stefke, habe wichtige Vorhaben aus taktischen Gründen blockiert.

Auseinandersetzungen haben Spuren hinterlassen

Die ständigen Auseinandersetzungen mit seinen Widersachern haben Spuren hinterlassen. „Ich kann nicht sagen, dass ich keine Minute bereue“, sagt er. Dennoch hätten ihm die vergangenen 15 Jahre Spaß gemacht. „Ich hätte mir gewünscht“, sagt er, „dass die Bürger öfter ihre Zufriedenheit zum Ausdruck bringen.

Vita Ortwin Baier

Ortwin Baier hat zunächst eine Ausbildung zum Polizeivollzugsbeamten absolviert und war acht Jahre bei der Bundespolizei tätig.

Nach einer weiteren Ausbildung zum mittleren Verwaltungsdienst hat er berufsbegleitend seinen Abschluss zum Diplom Verwaltungswirt gemacht.

Im Februar 2000 begann er als Hauptamtsleiter im damaligen Amt Blankenfelde-Mahlow. 2002 wurde er amtierender Amtsdirektor.

Baier ist verheiratet, hat vier Kinder und vier Enkel.

Ein Termin für die Bürgermeisterwahl 2019 steht nicht fest. Mit hoher Wahrscheinlichkeit findet sie parallel zur Landtagswahl am 1. September statt.

Von Christian Zielke

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