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Blankenfelde-Mahlow Rückkehr auf den Jakobsweg
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05:24 26.04.2018
Frank Rudersdorf, der bei Ichthys in Mahlow als Musiktherapeut tätig ist, begibt sich Anfang Mai wieder auf den Jakobsweg. . Quelle: Foto: Christian Zielke
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Mahlow

Frank Rudersdorf geht wieder auf Wanderschaft. Den 48-Jährige aus Mahlow zieht es Anfang Mai auf den Jakobsweg. Es ist das zweite Mal nach 2016, dass Frank Rudersdorf auf dem berühmten Pilgerweg wandelt. „Es war eine unglaublich inspirierende Erfahrung“, sagt Frank Rudersdorf. Seitdem geht ihm der Jakobsweg nicht aus dem Kopf.

Einmal die Strecke von Hamburg nach München

Im Juni 2016 machten sich er und seine Begleiterin Kathrin Mohn auf die 300 Kilometer lange Reise von Léon nach Santiago de Compostela. In diesem Jahr wird der Weg länger und beschwerlicher sein. 800 Kilometer liegen zwischen dem Startpunkt im französischen Saint Jean Pied de Port und dem Ziel in Santiago de Compostela. Das entspricht der Strecke von Hamburg nach München.

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Ein Teil des Wegs führt ihn durch die Pyrenäen. Sechs Wochen Zeit hat sich Frank Rudersdorf genommen. Am 1. Mai geht es los, über Frankfurt am Main nach Paris, von dort mit dem Zug nach Bayonne und weiter nach Saint Jean. Anders als vor zwei Jahren macht sich der 48-Jährige allein auf den Weg.

Seelischen Ballast abwerfen

Angst vor der Einsamkeit hat er nicht. Im Gegenteil: „Es gibt eine gute Infrastruktur für die vielen Pilger. Überall finden sich Herbergen und Menschen, die sich mit ganz ähnlichen Wünschen auf die Reise begeben haben.“ Er freue sich auf die Begegnungen mit den Menschen aus aller Welt, die auf dem Jakobsweg zu sich kommen wollen – so wie er. Seit seiner Rückkehr vor zwei Jahren habe sich eine Menge seelischer Ballast aufgestaut, den er gerne abladen möchte.

Der Jakobsweg, sagt Rudersdorf, macht etwas mit einem. „Man taucht in sich ab und findet zu sich selbst“, sagt er. Wichtig ist, dass man diese Erfahrung zulässt. „Dann tun sich auch so manche Abgründe auf“, sagt er. Abgründe hatte Frank Rudersdorf in seinem Leben genug. Der Alkohol bestimmte in seiner Jugend einen großen Teil seines Lebens.

Sozialwerk Ichthys braucht ein neues Fahrzeug

Dass er seit vielen Jahren ohne Alkohol gut leben kann, verdankt er dem christlichen Sozialwerk Ichthys in Mahlow, das ihm aus der Sucht halt. Mittlerweile hilft er Anderen mit Suchtproblemen. Seit Jahren ist der 48-Jährige bei Ichthys als Arbeitsanleiter und Musiktherapeut tätig.

Weil er Ichthys viel zu verdanken hat, verband er seine erste Pilgerreise mit einem guten Zweck. Sein Internetblog brachte mehr als 8500 Euro Spenden ein von denen die Räume der Tagesstätte und eine Küche renoviert wurden.

Auch in diesem Jahr geht es wieder um den guten Zweck: Geld für ein neues Auto für die ambulante Betreuung. Frank Rudersdorf wird sich allerdings weniger auf seinen Blog konzentrieren sondern mehr auf sich selbst.

Eine Erinnerung, die sich eingeprägt hat

„Der Jakobsweg verändert die Menschen“, sagt er. Er erinnert sich noch gut, wie er vor zwei Jahren einen Professor traf, der seinen Assistenten versorgte, der während des Pilgerns schwer erkrankte. „Das Bild vom Chef, der seinem Diener dient, geht mir nicht aus dem Kopf. Ich hatte Tränen in den Augen“, sagt er. Unter den Pilgern gebe es keine Standesunterschiede. „Da zählt nur der Mensch.“ Der Lärm im Kopf wird mit jedem Kilometer weniger, sagt er. „Ich versuche, während ich laufe, an nichts zu denken“. Der Alltag holt einen früh genug wieder ein und dann kommt auch die Sehnsucht nach dem Jakobsweg zurück.

Von Christian Zielke

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