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Blankenfelde-Mahlow Wie die erste bemannte Mondlandung das Leben eines Mahlowers verändert hat
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08:32 13.09.2019
Als Hobbyastronom und Mitgründer des Vereins Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz fasziniert der Mond Michael Wenzel noch wie vor 50 Jahren, als er die erste bemannte Mondlandung vor dem Fernseher verfolgte. Quelle: Fabian Lamster
Dahlewitz

Michael Wenzel freut sich. Der Hobbyastronom hält am Freitag im Rahmen einer Veranstaltungsreihe erstmals einen Vortrag über ein Thema, das sein Leben verändert hat: die erste Mondlandung am 20. Juli 1969.

Ein Großereignis, das weltweit rund 600 Millionen Menschen an den Fernseher fesselte. Einer von ihnen: Michael Wenzel, der zu dieser Zeit acht Jahre alt war. Er kann sich noch gut an den Abend vor 50 Jahren erinnern.

„Ich hatte gerade Sommerferien und war bei meinen Großeltern in Mecklenburg – und durfte das erste Mal abends länger auf bleiben“, erinnert sich der 58-Jährige.

Bis die amerikanischen Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins nach dem Landen tatsächlich die Mondoberfläche betraten und laut Funkspruch von Armstrong „einen großen Schritt für die Menschheit“ taten, hatte er aber längst seine Augen geschlossen.

Mithilfe des Telekops ist es möglich, nicht nur astronomische Objekte wie den Mond, sondern ebenso Planeten wie den Jupiter oder Saturn zu sehen – wenn es das Wetter zulässt. Quelle: Fabian Lamster

Vom Lehrer zum Hobbyastronom

Der Moment der Landung und das Mitfiebern vor dem Fernseher haben sich bei Michael Wenzel eingebrannt und bei ihm eine Begeisterung für die Astronomie entfacht, die ihn seitdem sein gesamtes Leben begleitet.

Nach der Apollo 11, so der Name des ersten bemannten Flugs mit Mondlandung, lässt sich der 58-Jährige weitere Apollo-Missionen nicht entgehen.

Als die Dahlewitzer Sternwarte im November 2018 ein neues Teleskop erhalten hat, ist Michael Wenzel vor Ort und aufgeregt. Er freut sich schon auf kommende astronomische Höhepunkte, die er sich ebenso wie alle Besucher der Sternwarte damit anschauen kann. Quelle: Fabian Lamster

Weil der Kindheitstraum, selbst Astronaut zu werden, mit jedem Geburtstag unrealistischer erscheint, sucht er sich ein greifbareres Berufsziel. In Jena lässt er sich zum Physik- und Astronomielehrer ausbilden und teilt anschließend fünf Jahre sein Wissen über den Mond und andere astronomische Objekte mit seinen Schülern.

Im Jahr 1988 wird er Postmitarbeiter im Richtfunk, wo Michael Wenzel sein Technikinteresse anwenden kann. „Ich habe immer versucht, Technik und Astronomie unter einen Hut zu bekommen“, sagt er.

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Besonderer Moment in sowjetischem Raumschiff

Auch in einem Raumschiff ist der gebürtige Malchiner schon gewesen. Als er 2016 Urlaub in Heidelberg macht, fährt er nach Speyer ins Technikmuseum und schaut sich mit großen Augen einen Prototypen der ehemaligen sowjetischen Raumfähre „Buran“ an, die dort ausgestellt ist.

„Das war wirklich etwas Besonderes. Vor allem der Platz für die Astronauten hat mich überrascht. In der Apollo 11 war es dann doch deutlich enger“, sagt Michael Wenzel.

Als der Hobbyastronom 1998 nach Mahlow zieht, gründet er gemeinsam mit Lehrern der Herbert-Tschäpe-Oberschule den Verein der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz, in der er den Bewohnern der Gemeinde die Astronomie näherbringt. „Es ist toll, wenn mich Zweit- und Drittklässler mit Fragen löchern und ich ihre Begeisterung für die Astronomie spüre“, sagt der 58-Jährige.

Der Mond, aufgenommen aus der Sternwarte in Dahlewitz, am 18. Dezember 2018. Die Aufnahme wurde aus sieben Einzelaufnahmen des Teleskops zusammengesetzt. Quelle: Dirk Bartelt

11. November bereits im Kalender markiert

Eine Begeisterung, die Michael Wenzel auch Jahre nach der Mondlandung von 1969 nicht losgelassen hat und immer wieder packt.

Beispielsweise im August 1999, als er extra nach München flog, um die totale Mondfinsternis von einem Taxistand am Flughafen mitzuerleben. Als er im Juli 2018 gemeinsam mit 150 Besuchern in der Dahlewitzer Sternwarte „die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts“ erlebte, wie er sagt.

Den 11. November hat er sich im Kalender markiert. Nicht etwa, weil die Karnevalssaison beginnt. Dann zieht der Merkur vor der Sonne vorbei.

Vorträge in der Sternwarte Dahlewitz

Von September bis Dezember finden im Planetarium der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz immer freitags verschiedene Vorträge zu astronomischen Themen statt.

Michael Wenzel erzählt am 13. September vom Abenteuer Mondlandung. Andere Referenten stellen zum Beispiel das Phänomen Doppelsterne vor (27. September) oder behandeln den Klimawandel sowie die Frage, ob die Erde noch zu retten ist (13. Dezember).

Alle Vorträge beginnen um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Von Fabian Lamster

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