Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Mission Artenschutz im eigenen Garten
Lokales Teltow-Fläming Mission Artenschutz im eigenen Garten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:10 27.06.2019
Jürgen Würtele hat in seinem Garten in Blönsdorf eine Wasserstelle gebaut. Hier sammeln sich viele Insekten und auch Vögel nehmen hier gern ein Bad. Quelle: Isabelle Richter
Blönsdorf

Im Garten von Jürgen Würtele aus Blönsdorf wimmelt es von Insekten und Vögeln. In Zeiten von Debatten über Klimawandel und Artensterben freut sich der Sportbiologe in Rente und ehemalige Lehrer über Artenvielfalt vor der eigenen Haustür. Seit Jahren betrachtet er die Tiere und hält sie mit einer Kamera auf Bildern fest. Doch Würtele spürt, dass sich in den vergangenen Jahren einiges in der Region verändert hat.

Erinnerung an die Kindheit

Wenn er heute an seine Kindheit zurückdenkt, stellt er fest, dass viele Insekten- und Vogelarten nicht mehr zu finden sind. Beispiel: Maikäfer. „Sonntags zogen wir Jungen mit Opas Zigarrenkiste unterm Arm in den Wald, um Maikäfer einzusammeln. Diese wurden dann an die Hühner verfüttert“, sagt der 84-Jährige. „Ich habe in diesem Jahr im Fläming keinen einzigen Maikäfer gesehen.“ Auch Kiebitze gibt es kaum noch im Fläming. „Ich weiß noch, dass sich zwischen Dennewitz und Rohrbeck immer viele Kiebitze aufgehalten haben. Das hat sehr stark abgenommen“, sagt Würtele über die Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer. Darüber hinaus machte er die Erfahrung, dass Kinder und Jugendliche mit seinen Foto-Aufnahmen oft nichts mehr anzufangen wüssten, weil sie viel Tierarten gar nicht mehr kennen.

Jeder Einzelne sollte etwas tun

Für Jürgen Würtele war das Motivation, sich noch intensiver mit Umweltschutz zu beschäftigen. Um zu zeigen, wie ernst es um die Natur steht, hat er recherchiert und Fakten gesammelt. Demnach ist der Insektenrückgang in Deutschland mittlerweile auf 80 Prozent angestiegen. Zudem habe die Anzahl der Vögel in den EU-Ländern von 1980 bis 2016 um 56 Prozent abgenommen.

Für Jürgen Würtele ist klar: Es besteht dringend Handlungsbedarf. Bis die Politik zufriedenstellen de Lösungen betreffs Umweltschutz gefunden haben wird, werden seiner Meinung noch Jahre vergehen. Deshalb rät Würtele zur Eigeninitiative. Es müsse ein Umdenken stattfinden und jeder Einzelne solle sich bewusst machen, dass er mit einem kleinen Beitrag zum Naturschutz leisten kann – beispielsweise im eigenen Garten.

Nicht gleich alles vernichten

So hat Jürgen Würtele unter anderem Goldkäfer und Schwalbenschwänze herangezogen und damit dazu beigetragen, dass sie sich vermehren. Er empfiehlt Gartenbesitzern, nicht gleich jeden Krabbler sofort zu vernichten. Nicht jede Käferlarve ist schädlich. Im Gegenteil: Die Engerlinge des Nashornkäfers und die des Rosenkäfers sind nützlich. Auch anfangs eher unscheinbare Raupen entpuppen sich später zu schönen Schmetterlingen. Wie Schädlinge von Nützlingen unterschieden werden, könne man im Internet nachlesen. Würtele rät unter anderem auch, darauf zu achten, dass der Mulm in abgestorbenen Baumstümpfen nicht zerstört wird. Dort nisten sich nützliche und bedrohte Käferarten ein. Ein Insektenhotel bietet ebenfalls Unterschlupf. Diese können entweder gebastelt oder gekauft werden.

Der Große Goldkäfer gilt als streng geschützte Art. Jürgen Würtele hat die Larven bei sich im Garten selbst großgezogen und dafür gesorgt, dass sich die seltenen Tierchen sogar vermehren. Quelle: Jürgen Würtele

Trend zu natürlicheren Gärten

Ebenfalls einen großen Effekt erzielen kann man mit einer kleinen Tränke. Wie Würtele aus seinen eigenen Recherchen weiß, sind 85 Prozent der Feuchtgebiete auf der Erde bereits zerstört. Er selbst hat bereits eine Wasserstelle in seinem Garten angelegt. Hier tummeln sich seitdem viele Insekten, wovon übrigens auch viele Vögel profitieren, da sie dort ihre nötige Nahrung finden.

Weiterhin empfiehlt Würtele, nicht jedes Wildkraut abzumähen oder zu vernichten, sondern wenigstens eine kleine Ecke stehen zu lassen. Eine solche Mini-Blühwiese ist nicht nur nützlich für die Insekten, sondern sieht auch noch schön aus. Der Trend der penibel gepflegten Gärten sei nicht mehr zeitgemäß.

Auch Jürgen Würtele hat sich noch einige Dinge vorgenommen, die er in seinem Garten optimieren will. Er hat sich in den Jahren viel Wissen angeeignet, dass er gern weitergeben möchte. In seinen Vorträgen sind zudem beeindruckende Aufnahmen aus der Fläming-Region und vielen verschiedenen Ländern zu sehen.

Von Isabelle Richter

Das Konzept steht und die Arbeiten am Künstlerhaus kommen voran – am 1. Juli übernimmt die „Stiftung für Wiepersdorf“ die Regie. Bereits Ende Juli gibt es die erste Veranstaltung.

27.06.2019

Sie hatten eine schwierige Legislaturperiode, die von Streit und Argwohn bestimmt war. Jetzt will die neue Gemeindevertretung von Am Mellensee das Klima verbessern.

29.06.2019

41 Jahre lang widmete Monika Thinius ihr Wissen der Sparkasse – mit Höhen und Tiefen. Nun geht die 61-jährige Filialdirektorin in den Ruhestand.

26.06.2019