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Teltow-Fläming Blühende Sommerweide für die Bienen
Lokales Teltow-Fläming Blühende Sommerweide für die Bienen
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00:19 31.07.2017
Paul Ziegelmann, Ulrich Böhm, Wilfried Krieg und Ron Hablasch beim Überreichen der Anschub-finanzierung. Mit einem Plakat machen die Landwirte auf die Blühstreifen-Initiative aufmerksam.
Paul Ziegelmann, Ulrich Böhm, Wilfried Krieg und Ron Hablasch beim Überreichen der Anschub-finanzierung. Mit einem Plakat machen die Landwirte auf die Blühstreifen-Initiative aufmerksam. Quelle: Uwe Klemens
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Welsickendorf

„Wir lieben Landwirtschaft.“ Unübersehbar prangt der Satz an den Fahrzeugen der Welsickendorfer Agrargenossenschaft. Wie ernst es den 24 Mitarbeitern mit dieser Aussage ist und wie sehr sie dabei auch ökologische Aspekte im Blick haben, beweist ihre Teilnahme an der Blühstreifen-Initiative des Landesbauernverbandes (LBV).

Genossenschaft seit 26 Jahren

Die Agrargenossenschaft Welsickendorf wurde im Herbst 1991 gegründet und zählt derzeit 72 Genossenschaftler.

Zur Belegschaft gehören 24 festangestellte Mitarbeiter sowie zwei polnische Leiharbeiter.

1 566 Hektar Ackerland und 55 Hektar Waldfläche werden bewirtschaftet. Hinzu kommen ein Milchkuhbestand von 350 Tieren und eine eigene Biogas-Anlage für die Verwertung der Gülle.

Zu den größten Problemen gehören der niedrige Milchpreis und die Suche nach Nachwuchskräften.

Zwei von 60 Teilnehmern kommen aus dem Landkreis

Von den landesweit etwa 60 Agrarbetrieben, die sich daran beteiligten, kommen nur zwei aus dem Landkreis Teltow-Fläming. „Das klingt wenig, ist aber dem Umstand geschuldet, dass die Zeit, sich zur Teilnahme zu entscheiden, relativ knapp war und in vielen Betrieben die Anbauplanung bereits durch war“, sagt Ulrich Böhm, LBV-Referent für allgemeine Agrarpolitik. Das in der MAZ im vergangenen Jahr stark thematisierte Miteinander von Landwirten und Imkern hatte unter anderem zu der Idee geführt, auf einem kleinen Teil der bewirtschafteten Flächen für ein Jahr eine besonders vielfältige Saatgutmischung als blühende Bienenweide auszubringen. Da das Ausrufen der Initiative erst im November geschah, war es für die meisten Landwirte zu spät.

Für Welsickendorfs geschäftsführenden Vorstand Wilfried Krieg war die Teilnahme keine Frage. „Wir sind ein Betrieb, der sehr auf nachhaltige Bewirtschaftung und Kreislaufwirtschaft setzt. Mit unserem knapp zwei Hektar großen Blühstreifen direkt an der B101 schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Erstens bietet die Fläche einen schönen Anblick, zweitens kommen wir zugleich der Stilllegungsverpflichtung zur Schaffung ökologischer Vorrangflächen nach und drittens befindet sich die Fläche im Einzugsgebiet des Wasserwerkes, wo besonders strenge Dünge-Vorschriften gelten“, so Krieg.

Imker darf sich über hohen Ertrag freuen

Begeistert vom Erfolg des Blühstreifen-Projektes zeigt sich auch Eckmannsdorfs Ortsvorsteher und Hobby-Imker Hans Koehn, der drei seiner Bienenvölker neben dem Welsickendorfer Blühstreifen platzierte. „Das Ergebnis war eine exzellente Völkerentwicklung und eine supertolle Ernte, obwohl dieses Jahr aufgrund der Witterung allgemein gar kein gutes, eher sogar ein schlechtes Bienenjahr ist.“

Nach einem Namen für den bei Welsickendorf geernteten Honig brauchte der 41-Jährige nicht lange zu suchen. Wer seine „Sommerblüte“ probieren möchte, kann bei ihm daheim vor der Haustür ein Gläschen erwerben. „Schön wäre, wenn die Initiative weitergeführt werden würde“, sagte Koehn. „Die positive Pollenentwicklung zeigt, dass nicht nur Bienen und Imker davon profitieren, sondern auch die Landwirte selbst. Wir brauchen einfach wieder mehr blühende Feldränder.“

Blühstreifen auch im nächsten Jahr

Auch Wilfried Krieg und Paul Ziegelmann, der in der Agrargenossenschaft für den Pflanzenbau zuständig ist, sind vom Erfolg des Projektes überzeugt und überlegen zurzeit, welche Fläche als nächste einen Blühstreifen bekommen könnte. Der 100-Euro-Scheck, den sie am Donnerstag von Agro-Secur-Mitarbeiter Ron Hablasch erhielten, deckt zwar nicht die Saatgut-Kosten von 350 bis 700 Euro je Hektar, ist aber eine schöne Geste. Der Landwirtschafts-Versicherer gehört zu den Unterstützern des Blühstreifen-Projektes.

Von Uwe Klemens