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Teltow-Fläming Zossen-Brandstifter ist ein aktiver Neonazi
Lokales Teltow-Fläming Zossen-Brandstifter ist ein aktiver Neonazi
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08:53 29.07.2015
Im Mai haben Rechtsextreme einen Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim verübt.
Im Mai haben Rechtsextreme einen Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim verübt. Quelle: dpa-Zentralbild
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Zossen

Ein Tatverdächtiger des Brandanschlags auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Zossen-Wünsdorf (Teltow-Fläming) soll an dem Neonazi-Angriff auf eine DGB-Maikundgebung in Weimar beteiligt gewesen sein. Das teilte das brandenburgische Innenministerium auf eine Anfrage des SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Klaus Ness mit.

Beim Überfall auf Gewerkschaftsdemo waren 17 Brandenburger dabei

Nach bisherigen Erkenntnissen waren 17 Brandenburger an der Attacke in Thüringen beteiligt. Viele von ihnen stammen aus der Region. Je vier wohnen in Baruth und Halbe, je zwei in Zossen, Königs Wusterhausen und Groß Köris, jeweils einer in Wildau, Storkow (Oder-Spree) und Nauen (Havelland), heißt es in der Antwort aus dem Innenministerium. Zu elf der Täter liegen der Landesregierung Informationen vor, dass sie den „Jungen Nationaldemokraten“ beziehungsweise der NPD angehören oder sie zumindest unterstützen. Der Beschuldigte im Fall Zossen hatte laut Ministerium der NPD im Wahlkampf 2014 geholfen.

Ebenfalls zu elf der genannten 17 Brandenburger gibt es polizeiliche Erkenntnisse über Straftaten. Dabei geht es unter anderem um Volksverhetzung, Körperverletzung, Brandstiftung, Landfriedensbruch, Raub, Bedrohung und Verstöße gegen das Waffen- beziehungsweise das Sprengstoffgesetz. Ob die beiden Gruppen identisch sind, blieb zunächst unklar. Mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Die Angreifer hatten auf der Kundgebung das Mikrofon an sich gerissen und rechte Parolen skandiert. Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) erklärte Ende Mai, dass gegen 36 Tatverdächtige wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt werde. Das dortige Innenressort geht davon aus, dass der Überfall vorbereitet wurde.

In Weimar hatten etwa 40 Rechte vor allem aus Sachsen und Brandenburg die Kundgebung überfallen. In Wünsdorf hatten zwei Brandstifter Mitte Mai drei Papiertonnen vor der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Brand gesteckt.

Neonazi-Szene in Ostdeutschland vernetzt sich

Bei dem Anschlag wurde niemand verletzt, der Schaden am Gebäude blieb gering. Von Seiten der Stadt war der Anschlag damals verurteilt worden. Nachdem bekannt geworden war, dass in Wünsdorf-Waldstadt eine Erstaufnahmeeinrichtung entstehen soll, hatte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) mit Bürgersprechstunden versucht, den Anwohnern mögliche Bedenken zu nehmen.

In Zossen gab es früher eine aktive rechtsextreme Szene. In den vergangenen Jahren ist diese deutlich schwächer oder zumindest leiser geworden. Seit drei Jahren sei es relativ ruhig gewesen, hatte der Sprecher der Initiative „Zossen zeigt Gesicht“ nach dem Brandanschlag gesagt. Die neuen Erkenntnisse zeigen nun aber, dass die rechtsextreme Szene Ostdeutschlands stark untereinander vernetzt ist, um gemeinsame Straftaten zu planen und umzusetzen, etwa den Überfall in Weimar.

Von MAZonline

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