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Teltow-Fläming Bücker-Verein hofft weiter auf Museum
Lokales Teltow-Fläming Bücker-Verein hofft weiter auf Museum
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17:26 01.03.2018
Knut Hentzschel und Michael Möller haben einen Teil des Museums in einem Bürogebäude zwischengelagert und hoffen. Quelle: Christian Zielke
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Rangsdorf

Ein Jahr ist es her, seit die Mitglieder des Fördervereins die Kisten gepackt haben. Nach 15 Jahren schloss das Bücker-Museum am 20. Dezember 2015 zum letzten Mal seine Türen.

Im Vereinsvorstand hofft man weiter, die Exponate rund um die legendären Flugzeuge, die von Mitte der 1930er Jahre bis 1945 in Rangsdorf gebaut wurden, eines Tages wieder der Öffentlichkeit zeigen zu können. „Unser Ziel ist nach wie vor ein Museum“, sagt Michael Möller. Im vergangenen Jahr habe es mehrere Vorschläge für einen neuen Standort gegeben. Das ehemalige Schlecker-Gebäude in der Seebadallee lehnte die Gemeinde wegen des hohen Mietpreises ab, eine Scheune in Rangsdorf erwies sich wegen der fehlenden Heizung als ungeeignet.

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Verein hat mehr als 70 Mitglieder

So werden die Exponate wohl noch länger in Mittenwalde lagern. In der kommenden Woche berät der Sozialausschuss über die Verlängerung des Mietvertrags. Der Verein mit seinen mehr als 70 Mitgliedern ist nach wie vor sehr aktiv. „Wir beobachten einen Strukturwandel“, sagt Michael Möller. Immer mehr junge Leute, die sich für die Modellfliegerei begeistern treten ein. Die alten, die den Flugplatz und das Bücker-Werk noch in Aktion erlebt haben, sind in den vergangenen Jahren immer weniger geworden.

Der Kontakt zur Gemeinde sei eng. „Man hat uns nicht vergessen. Das macht Mut“, sagt Knut Hentzschel, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. In den kommenden Monaten will sich der Verein auch bei den politischen Fraktionen wieder ins Gespräch bringen. Im Rathaus arbeitet man derzeit an der Ausschreibung für ein Mehrzweckgebäude, das neben Hort, DRK-Familienzentrum und Seniorentreff auch ein Ortsmuseum beherbergen soll, in dem das Bücker-Erbe einen Teil bildet. „Der Kunsthof an der Seebadallee wäre eine Option“, sagt Bürgermeister Klaus Rocher (FDP).

Gegen Aufhebung des Denkmal-Status für das Bücker-Gelände

Unterdessen stößt das Anliegen der Gemeindevertretung, den Denkmalschutz für das Bücker-Gelände aufzuheben, auf wenig Begeisterung bei dem Verein. „Da sind bei uns die Alarmglocken angegangen“, sagt Knut Hentzschel. Er befürchtet, dass ein Ende des Schutzstatus auch das Ende der maroden Hallen bedeuten würde. Alles platt machen und Einfamilienhäuser bauen? Für Knut Hentzschel unvorstellbar. Der Verein würde Investoren gern beraten, wie man die Hallen nutzbar macht. „Dafür braucht es ein Grundkonzept. Wir sehen uns gern als Ansprechpartner“, sagt Michael Möller.

Eine Entscheidung über den Denkmalstatus soll in den kommenden Wochen fallen. „Eine pauschale Aufhebung ist immer schwierig. Grundsätzlich gilt: Einmal Denkmal, immer Denkmal“, sagt Stephan Breiding, der Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Nur in seltenen Fällen werde der Denkmalstatus abgeschafft. Selbst Verfall oder Zerstörung bedeuten nicht zwangsläufig das Ende. Dass die Gemeinde mit ihrem Anliegen das Gelände besser verkauf- und nutzbar machen will, sei verständlich. „Letztlich geht es immer darum, mit Investoren Kompromisse zwischen Denkmalschutz und der geplanten Nutzung zu finden“, sagte Breiding. So könne man Gebäude im Inneren entkernen und die geschützte Hülle erhalten.Darüber sei jedoch im Einfallfall zu entscheiden.

Von Christian Zielke

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