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Teltow-Fläming Biotop von Artensterben bedroht
Lokales Teltow-Fläming Biotop von Artensterben bedroht
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19:05 18.10.2019
In normalen Jahren stand das Wasser an der Oberkante der Messlatte. Die poröse Staumauer dahinter ist nur eine der Ursachen des Wasserschwundes. Quelle: Uwe Klemens
Körba/ Dahme

Der Körbaer Teich war bis in die 90er Jahre hinein eines der beliebtesten Besuchermagnete und zog jährlich tausende Bade- und Camping-Gäste an. Nun droht dem vor Jahrhunderten von Mönchen als Fischteich angelegten Gewässer der biologische Kollaps. Für die Rettung des Teiches, der sogar auf der offiziellen Badegewässer-Liste der Europäischen Union zu finden ist, engagiert sich die in Gründung befindliche Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Körbaer Teich“.

Drohende Verbote führten zum Aufschrei

Zuversichtlich, dass die Rettung gelingen kann, ist Gewässer-Biologe Christian Hentrich, der in Körba wohnt und kompetenter Wortführer des Zusammenschlusses besorgter Anlieger und Nutzer der umliegender Wald- und Feldflächen ist.

Zusammengefunden hatten sich die IG-Mitglieder ursprünglich, als Ende 2017 das genau auf der Grenze zwischen den Ämtern Dahme und Schlieben liegende Gebiet samt Teich zum Naturschutzgebiet (NSG) umgewandelt werden sollte. Im zähen Dialog mit dem Landesumweltamt wurde erreicht, dass die für das NSG vorgesehen strengen Auflagen in vielen Punkten gelockert wurden. Angeln, Spaziergänge im Uferbereich und Pilzesammeln sind, trotz des inzwischen geltenden NSG-Status, weiterhin erlaubt und nur während der Brutzeit verboten Auch das angedachte Badeverbot, das vor zwei Jahren für den größten Aufschrei gesorgt hatte, ist wieder vom Tisch.

Der Herrgott hatte kein Mitleid

„Die Bürgerinitiative, obwohl offiziell noch gar nicht gegründet, ist eine Erfolgsgeschichte, denn wir haben viel erreicht“, sagt Hentrich. „So weit, so gut und eigentlich hätte hier Schluss sein können, hätte der liebe Herrgott die Schleusen doch nur ein wenig mehr geöffnet“, fügt der 70-Jährige hinzu.

Die Trockenheit der beiden letzten Sommer haben dem See so übel mitgespielt wie wohl noch nie, sagt Hentrich und nennt den jetzigen Zustand eine „biologische Havarie“. Dass in dem um etwa die Hälfte seiner Wassermenge reduzierten, schlammigen Flachgewässer niemand mehr baden mag, ist dabei das geringere Übel. „Völlige Verlandung und Verödung, Fischsterben und Artenschwund“, sagt Hentrich dem Biosystem voraus, wenn nicht sofort etwas geschieht.

Schutz-Status ist stärkstes Argument

Anders als vor zwei Jahren, als die BI gegen das geplante NSG Front machte, ist der Schutz-Status des Gebietes nun eines der stärksten Argumente. Nach intensiven Gesprächen mit den Chefs beider Amtsverwaltungen, den jeweiligen Naturschutzbehörden, Bauämtern, Umweltministerium und Gewässerunterhaltungs-Verbände sieht Hentrich nun auf allen Seiten positive Signale und die Bereitschaft, gemeinsam etwas gegen den Biotop-bedrohenden Wasserschwund zu unternehmen.

„Die Gründe hierfür sind sehr komplex“, sagt Hentrich, dem die gemeinsame Suche nach Lösungen wichtiger ist als die Schuldzuweisung. Die Wiederherstellung der insgesamt vier Teich-Zuläufe und die Sanierung der Absperrwand in Richtung Schweinitzer Fließ sind die ersten von ihm vorgeschlagenen Maßnahmen. Seitens des Schliebener Amtes ist dafür bereits die erste Ausschreibung erfolgt.

Von Uwe Klemens

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