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Teltow-Fläming Kampf gegen Windräder
Lokales Teltow-Fläming Kampf gegen Windräder
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01:00 26.06.2014
Susanne Boy, Birgit Wohlauf und Iris Schulze (v.l.) leisten mit ihrer Bürgerinitiative "Gegenwind aus Gebersdorf und Dahmer Umland – Pro Natur“ Widerstand.
Susanne Boy, Birgit Wohlauf und Iris Schulze (v.l.) leisten mit ihrer Bürgerinitiative "Gegenwind aus Gebersdorf und Dahmer Umland – Pro Natur“ Widerstand. Quelle: Nadine Pensold
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Heinsdorf ist ein kleiner Ort im Amtsgebiet Dahme. Es ist das Zuhause von Susanne Boy. Die einst ländliche Idylle ihres Umfelds ist jedoch verschwunden. Wenn sie aus ihrem Fenster schaut, dann blickt sie auf rund 30 Windräder. „Das hat schon eine erdrückende Wirkung“, sagt sie.

Schon bald sollen sich noch mehr Windräder in der Nachbarschaft des kleinen Ortes drehen. Vier Windeignungsgebiete sollen in der Nähe ausgewiesen werden. „Dort sollen mehr als 80 Windräder entstehen, teilweise mit einer Höhe von 200 Metern“, berichtet Susanne Boy. „Wir sind in Heinsdorf für erneuerbare Energien. Aber so, wie es praktiziert wird, ist es zu viel.“

Vergangenes Jahr haben sich die Bürger der umliegenden Dörfer zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, um sich gegen die Pläne zu wehren. „Gegenwind aus Gebersdorf und Dahmer Umland – Pro Natur“ nennt sich die Gruppe, die mittlerweile gut 30 Mitglieder zählt. Sie wollen eine für Mensch und Natur erträglichere Umsetzung der Energiewende vor ihrer Haustür.

„Wenn die Windräder weiter weg wären, wäre es schon erträglicher. Wir wollen den von der Weltgesundheitorganisation empfohlenen Abstand von zwei Kilometern“, sagt Iris Schulze von der Bürgerinitiative. Dass neun Prozent der Fläche des Amtes künftig für Windenergie genutzt werden sollen, sei genug. „Das Amt Dahme hat seinen Beitrag zur Energiewende geleistet. Jetzt sind andere dran“, sagt Schulze.

Die Bürgerinitiative kämpft auch für den Erhalt des Naturraums. „Unser Kulturgut ist der Wald. Dort dürfen keine Windräder aufgestellt werden“, sagt Birgit Wohlauf, die ebenfalls in der Bürgerinitiative engagiert ist. „Es kann nicht sein, dass Ökostrom auf Kosten der Natur erzeugt wird.“

Ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen, ist allerdings der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen. In den vergangenen Monaten haben die Mitglieder der Initiative Unterschriften gesammelt, in Potsdam demonstriert und sich an den Naturschutzbund und Greenpeace gewendet. „Man kann sagen und machen, was man will, es interessiert keinen“, ist die nüchterne Bilanz von Susanne Boy. „Uns schockiert, dass niemand an der Seite der Bürger steht, die Bedenken haben“, fügt Iris Schulze hinzu.

Deshalb wollen die Mitglieder nun selbst politisch etwas bewegen – dafür wurde die Wählergruppe Landleben gegründet. Und die hat jüngst zwei Mandate in der Stadtverordnetenversammlung von Dahme gewonnen.

Von Nadine Pensold

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