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Teltow-Fläming Bürgermeister bei Mästerei noch unentschieden
Lokales Teltow-Fläming Bürgermeister bei Mästerei noch unentschieden
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19:25 24.09.2013
In Klausdorf könnten bald Schweine aufgezogen werden
In Klausdorf könnten bald Schweine aufgezogen werden Quelle: dpa
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Klausdorf

MAZ: Der Protest gegen die geplante Schweinemastanlage für 5000 Tiere in Klausdorf lässt nicht nach. Nimmt die Gemeinde die Sorgen der Bürger ernst?

Frank Broshog: Wir nehmen das sehr ernst, sonst hätten wir uns nicht mit der Bürgerinitiative an einen Tisch gesetzt und gemeinsam unsere Erwartungen ans Landesumweltamt hinsichtlich der Checkliste für den Genehmigungsantrag formuliert.

Was ist das für eine Checkliste?

Broshog: Das Landesumweltamt wird an den Investor eine Liste schicken, die aufzählt, welche Untersuchungen und Nachweise er bei einem Antrag auf Genehmigung der Anlage einreichen muss. Bereits am 10.Juli beim sogenannten Scopingtermin mit Behörden und der Umweltschutzorganisation BUND wurden Forderungen auf die Checkliste gesetzt. Dabei geht es vor allem um die Schutzgüter Wasser, Boden und Luft. Gemeinsam mit der BI haben wir diese Erwartungen weiter konkretisiert.

Wie geht es weiter?

Broshog: Das Verfahren wird vom Landesumweltamt durchgeführt. Wir wissen nicht, wann der Investor die Checkliste erhält. Bei 5000 Masttieren müsste er eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen, die meist ein Jahr dauert. Ich gehe davon aus, dass die Träger öffentlicher Belange, zu denen auch die Gemeinde und der Landkreis gehören, nicht vor Ende 2014/Anfang 2015 die Antragsunterlagen haben und eine Stellungnahme abgeben können.

Die Kommune hat doch aber die Planungshoheit ...

Bevor das gemeinsame Schreiben von Gemeinde und BI ans Land abgeschickt wurde, gab es ein Treffen der Gemeindevertreter mit Andreas Vogel, Geschäftsführer der Saalower Mast GmbH. Warum?

Broshog: Wir hatten mit der BI gesprochen. Wir wollten aber auch die andere Seite hören, übrigens auf Antrag des Gemeindevertreters Hans-Jürgen Thiemes. Herr Vogel hat uns seine Sichtweise dargestellt. Er strebt einen regionalen Wirtschaftskreislauf an, in dem das Futter hier produziert wird, die Schweine hier gemästet und anschließend regional vermarktet werden. Am Inhalt des Briefes ans Landesumweltamt haben seine Ausführungen nichts geändert.

Mit diesem regionalen Wirtschaftskreislauf hat das ZDF-Magazin Drehscheibe Sie zitiert.

Broshog: Aus einem längeren Gespräch wurde nur dieser eine Satz gesendet. Deshalb möchte ich klarstellen, dass ich gegenwärtig weder für noch gegen die geplante Anlage bin. Wir haben keinerlei Unterlagen auf dem Tisch. Noch eine Anmerkung zur Verkehrsbelastung infolge der bestehenden Schweinemast in Saalow. Die Transporte von und zur Saalower Anlage sollen künftig nicht mehr durchs Dorf und über den Rehagener Weg erfolgen, sondern über eine von der Saalower Mast GmbH zu befestigende Zufahrt in Verlängerung der Rehagener Straße, also praktisch von hinten.

Haben Sie keine Angst, dass Schweinemast-"Duft" die Touristen am Mellensee abschreckt?

Interview: Gudrun Schneck

24.09.2013
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