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Teltow-Fläming Bürgermeister kündigt Schuldnerberatung in Großbeeren die Räume
Lokales Teltow-Fläming Bürgermeister kündigt Schuldnerberatung in Großbeeren die Räume
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19:18 21.10.2019
Matthias Schellmann von der Schuldnerberatung Großbeeren Quelle: Marlene Schmidt
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Großbeeren

„Bürgermeister schmeißt Schuldnerberatung raus“ steht in der Überschrift einer Pressemitteilung von Gemeindevertreter Dirk Steinhausen (Wir für Großbeeren, WfG), die er in den sozialen Netzwerken und auch auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Die Nachricht sorgt für Verwirrung und Unverständnis in der Gemeinde und bei den Gemeindevertretern. Unter der Nachricht steht in großen roten Buchstaben „Bald geschlossen?“ und spielt auf das mögliche Aus der Schuldnerberatung an.

Die Schuldner- und Insolvenzberatung von Matthias Schellmann hat seit 2006 ihren Sitz in Großbeeren. Sie war zuerst in der Trägerschaft der Gemeinde und in den Räumen der Gemeinde am Rathaus 2 untergebracht. 2011 wurde die Schuldnerberatung in einen gemeinnützigen Verein umgewandelt.

Dennoch blieb der Sitz weiterhin auf dem Gelände, in der Alten Molkerei. Zu denselben Konditionen, wie vom ehemaligen Bürgermeister Carl Ahlgrimm (CDU) am 25. Mai 2011 zugesichert: Miet- und betriebskostenfrei, Nutzung der Telekommunikationsanlage, des Internetzugangs und des Versands der ausgehenden Post durch eine Kostenübernahme durch die Gemeinde Großbeeren. Jetzt erhielt Matthias Schellmann vom Bürgermeister Tobias Borstel (SPD) die Kündigung der Räume zum Jahresende.

Die Gemeinde hat unnötige Ausfallkosten

Borstel informierte die Gemeindevertreter vorher per E-Mail, am 30.August 2019, von den Absichten der Kündigung der Räume für die Schuldnerberatung. Darin heißt es: „Die Gemeindeverwaltung wächst zusehends und kommt bereits an ihre räumlichen Grenzen.

Aufgrund des personellen Aufwuchses innerhalb der Verwaltung und der zukünftigen Personalentwicklung werden die Räumlichkeiten, welche derzeit durch die Schuldner- und Insolvenzberatung Großbeeren e.V., genutzt werden, zum Jahreswechsel 2019/2020 benötigt. Dementsprechend wurde die Schuldner- und Insolvenzberatung informiert und gebeten, bis zum 31.12.2019 die Räumlichkeiten in der Alten Molkerei sowie jegliches Inventar, welches zum Eigentum der Gemeinde Großbeeren zuzuordnen ist, zu übergeben.“

Wohnungsbaugesellschaft bereits informiert

Der Bürgermeister bot aber auch Ersatz an. In der Mitteilung an die Gemeindevertreter schrieb er weiter: „Als Alternative bietet die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Großbeeren im Obergeschoss ihres Hauptsitzes eine Nutzung als Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle an. Die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft ist bereits informiert und hat das Angebot selbst ausgesprochen.“

Tobias Borstel zum Grund der Kündigung: „Die Unterhaltung dieser Beratungsstelle ist keine pflichtige Aufgabe und bedarf keiner Weiterführung.“ Die Gemeinde und somit die Steuerzahler hätten somit Ausfallkosten für Miete, Betriebs- und Verbrauchskosten von mindestens 5000 Euro im Jahr.

Dringend Raum für Schuldnerberatung gesucht

Insolvenzberater Matthias Schellmann: „Ich bin ziemlich enttäuscht darüber. Die Kündigung kam plötzlich und unerwartet, sie lag nach meinem Urlaub am 9. September per Einschreiben auf meinem Schreibtisch. Das könnte das Aus für die Schuldnerberatung sein, denn bei den hohen Mietkosten heutzutage bekomme ich bestimmt keinen günstigen Raum als Ersatz für meine Beratung.“ Und die Alternative, die Tobias Borstel angeboten hatte?

Schellmann: „Im Konferenzraum der Wohnungsbaugesellschaft war ein langer Tisch und kaum Stellmöglichkeiten. Ich hab mich deshalb in der Nachbargemeinde nach einem anderen Raum umgehört. Das war vertraulich. Dennoch wurde es an den Bürgermeister Tobias Borstel herangetragen.“

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Jetzt hofft Matthias Schellmann, dass vielleicht doch noch eine Alternative bis Januar gefunden wird. Gesucht wird ein Raum (15 bis 20 Quadratmeter) in Großbeeren oder auch in den Nachbargemeinden und Umgebung. „Der Raum muss aber bezahlbar sein. Bei den Mondpreisen für die Mieten heutzutage kann ich nicht mithalten. Das wäre sonst das Aus für die Schuldnerberatung,“ so Schellmann.

Von Marlene Schmidt

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