Corona: Gemeinde Niedergörsdorf bisher ohne Finanzprobleme
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Teltow-Fläming Finanzlage der Gemeinde Niedergörsdorf ist stabil
Lokales Teltow-Fläming Finanzlage der Gemeinde Niedergörsdorf ist stabil
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06:22 29.05.2020
Die Gemeindevertretung kam am Mittwoch das erste Mal nach drei Monaten wieder zusammen.
Die Gemeindevertretung kam am Mittwoch das erste Mal nach drei Monaten wieder zusammen. Quelle: Isabelle Richter
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Niedergörsdorf

Am Mittwochabend tagte die Niedergörsdorfer Gemeindevertretung zum ersten Mal wieder seit Beginn der Coronakrise. Bürgermeisterin Doreen Boßdorf (Bürgergemeinschaft) begrüßte alle Anwesenden und erklärte: „Ich freue mich, dass wir nach drei Monaten wieder in dieser Runde zusammensitzen können.“ Wie sich die letzten Wochen auf die Finanzsituation der Gemeinde ausgewirkt haben, erläuterte Kämmerin Martina Schlanke im Anschluss.

Prognose bisher nicht eingetroffen

Schon Ende April hatte sie im Hauptausschuss über die erste Prognose zur finanziellen Situation der Gemeinde berichtet. Eine Haushaltssperre hielt die Kämmerin dort noch nicht für notwendig. Und auch am Mittwoch blieb sie dabei. Denn, den geschätzten Ertragsverlust von 1,2 Millionen Euro, habe die Gemeinde Niedergörsdorf bislang „noch nicht einmal ansatzweise erreicht“, so Martina Schlanke.

Obwohl die Gemeinde weiter mit einem Einnahmeverlust von zehn Prozent rechnet und es wegen verschiedenster Ausgaben wie etwa der Beschaffung von Desinfektionsmittel bereits zu ungeplanten Ausgaben kam, erklärte sie, dass die Liquidität der Gemeinde momentan gesichert sei. Grund dafür sind die bisher planmäßigen Einnahmen.

Zahlungen planmäßig eingegangen

Zum Beispiel durch die Einkommenssteuer. Dort war die Kämmerin laut eigenen Aussagen erstaunt über den Betrag der eingegangenen Vorauszahlungen für das erste Quartal. Denn dieser war sogar um knapp 35.ooo Euro höher als im Vorjahr. Laut Martina Schlanke müsse das aber noch nichts heißen. „Wir müssen trotzdem abwarten, wie die zweite Quartalszahlung aussehen wird“, so die Kämmerin.

Auch an anderer Stelle wurden die Erwartungen bis jetzt erfüllt. „Mit der Umsatzsteuer, die für das ganze Jahr nur 200.000 Euro ausmacht, betrug die erste Quartalszahlung 49.000 Euro“, erklärte Martina Schlanke. „Also passt das momentan auch auf unsere vier Quartale.“ Auch bei den im Haushalt eingeplanten Schlüsselzuweisungen gebe es bisher keine Abweichungen.

Kassenkredit wird aktuell nicht genutzt

Zur Gewerbesteuer sagte die Kämmerin: „Wenn es hier dazu kommt, dass wichtige Firmen ihre Vorauszahlungen stoppen oder beim Finanzamt stunden lassen, dann werden auch unsere schon getätigten Bescheide für 2020 wieder zurückzunehmen sein.“ Bisher hätten davon jedoch nur kleinere Unternehmen Gebrauch genommen.

Den hauseigenen Rettungsschirm – einen Kassenkredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro – nutze die Gemeinde laut Martina Schlanke derzeit außerdem mit null Euro. Durch ein derzeitiges Plus von über 600.000 Euro könne man deshalb „alle laufenden, bisher beauftragten und vertraglich geregelten Aufwendungen finanzieren“, so die Kämmerin abschließend.

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Von Isabelle Richter