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Teltow-Fläming Bund erteilt Hybrid-Flugzeugprojekt eine Absage
Lokales Teltow-Fläming Bund erteilt Hybrid-Flugzeugprojekt eine Absage
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06:32 21.05.2019
Ein Konsortium aus Dahmeland-Fläming plant das erste Test-Hybridflugzeug der Welt. Quelle: Ibefa
Wildau

Beim Berlin-Brandenburgischen Luftfahrtverband BBAA hat man einen großen Traum: Man will das erste echte Hybrid-Flugzeug der Welt entwickeln, das mit Elektromotoren in der Luft gehalten wird und dadurch geräusch- und schadstoffarm fliegt. Seit mehr als einem Jahr arbeitet ein Konsortium inzwischen an dem Projekt mit dem Namen IBEFA, aber der Traum hat jetzt einen Dämpfer erhalten.

Der Bund hat das Projekt der Brandenburger nicht für förderwürdig erachtet. Damit brechen dem Projekt bis zu 20 Millionen Euro weg, die im Zuge des Förderprogramms „Wandel durch Innovation in der Region“ den erfolgreichen Bewerbern in Aussicht gestellt worden waren.

Keine inhaltlichen Gründe für Absage

Die Absage hat freilich nichts mit dem Inhalt des Projekts zu tun. In einer Mitteilung des BBAA heißt es dazu: „Auf Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass die inhaltliche Ausrichtung, die Innovationshöhe, die gewählte Partnerstruktur, Technologiegehalt, Marktrelevanz und die Realisierungschancen des Projekt IBEFA die Jury überzeugen konnten.“

Ziel des Förderprogramms sei es aber, strukturschwachen Landstrichen mit innovativen Großprojekten auf die Beine zu helfen. Und die Flughafenregion, aus der heraus sich die BBAA beworben hat, gehöre wirtschaftlich schon jetzt zu den stärksten Deutschlands und komme deshalb nicht für die Förderung infrage.

Projekt soll trotzdem weiter geführt werden

Für BBAA-Geschäftsführer Andreas Timmermann ist das kein Grund, das Projekt zu beerdigen. „Es wäre gut und einfach gewesen, wenn es geklappt hätte. Aber wir haben jetzt eine Reihe von neuen Anträgen auf den Weg gebracht. Wir machen ganz stur weiter“, so Timmermann.

Verlassen kann er sich dabei auch auf das Interesse der finanzstarken Partner, die gemeinsam an dem Projekt arbeiten. Unter anderem engagiert sich mehrere Großfirmen in dem Projekt. Siemens will das Flugzeug nutzen, um an den nötigen Elektromotoren zu forschen. Rolls-Royce hat angekündigt, bei der Entwicklung der Turbinen zu helfen. Die Flugzeugbauer Apus, Aquila und Stemme wollen das Flugzeug konstruieren und bauen, das ausdrücklich als Demonstrator konzipiert ist, als Testflugzeug also.

Viele Unterstützer

„Sie alle haben ein riesiges Interesse daran, dass das Projekt erfolgreich ist, weil sie in darin die Zukunft der Luftfahrt sehen“, so Timmermann. Auch beim Land Brandenburg habe man inzwischen erkannt, dass hybride Flugzeugantriebe eine interessante Zukunftstechnologie sind, und unterstütze das Projekt.

Erst vor kurzem wurde auf der Luftfahrmesse Aero ein aktueller Entwurf des Flugzeugs gezeigt, der sieben Rotoren vorsieht, zwei davon an den äußersten Enden der Tragflächen. „Und wir sind nach wie vor opitmistisch, dass wir dieses Flugzeug Ende 2020, Anfang 2021 in der Luft haben“, so Timmermann.

Zumal es schon Planungen für ein Zentrum für emissionsarme Flugzeugantriebe gibt. Bis 2023 soll ein solches Zentrum auf dem Flugplatz Schönhagen entstehen, in das sich Firmen einmieten sollen.

Von Oliver Fischer

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