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Teltow-Fläming Gedenktafel für Kriegstote enthüllt
Lokales Teltow-Fläming Gedenktafel für Kriegstote enthüllt
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11:48 24.08.2018
Geigerin Beate Klemens, Museumsleiter Tilo Wolf und der Stadtverordnete Matthias Ochs (v.l.n.r.) bei der Einweihung der Gedenktafel. Quelle: Isabelle Richter
Dahme

 „Verzeiht den Schmerz, den wir euch bereiten und lebt wohl“, lauteten die letzten Worte von Hermann und Wilhelmine Weiße an ihre Hinterbliebenen, bevor sie sich im Jahr 1945 aus Angst vor dem Einmarsch der russischen Truppen in Dahme das Leben nahmen. Ihr 73-Jähriger Enkel Heinz Wiegand reist deshalb noch heute regelmäßig von Berlin an jenen Ort zurück, wo seine Großeltern seit Jahrzehnten begraben liegen.

Insgesamt 123 zivile Kriegstote waren auf dem Dahmer Friedhof von 1938 bis 1946 begraben worden. Bestattet wurden dort nicht nur Kriegsflüchtlinge, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter schafften, sondern auch Einheimische und Aussiedler, die sich aus Angst das Leben nahmen.

„Dass sich hier diese Grabstätte befindet, ist nur wenigen bekannt“, sagte der Dahmer Stadtverordnete Matthias Ochs am Donnerstag. Zu Erinnerung an das Massengrab und die zivilen Opfer des Zweiten Weltkrieges aus Dahme und Umgebung wurde am Vormittag eine Gedenktafel auf dem Friedhof enthüllt – auf ihr das Brecht-Zitat „Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.“ Auslöser für das Projekt war ein Treffen zwischen Heinz Wiegand und Matthias Ochs.

Zufällige Begegnung sorgt für letzten Impuls

Seit über 20 Jahren kommen Matthias Ochs und seine Frau Ursel regelmäßig auf den Friedhof, um die Gräber der Dahmer Heimatforscher Max Wald und Ernst Kube zu pflegen. Mit Hilfe eines Spendenaufrufes des Dahmer Kulturvereins, in dem Ochs selbst Mitglied ist, konnten diese vor Kurzem vom Künstler Peter Weidenbach verschönert werden.

Gedenktafel für zivile Kriegstote auf dem Friedhof in Dahme. Quelle: Isabelle Richter

Während eines Routinebesuches der Gräber traf Matthias Ochs durch Zufall auf Heinz Wiegand. Beide Männer kamen ins Gespräch. Wiegand erzählte Ochs von der Vermutung, seine Großeltern könnten auf dem Dahmer Friedhof begraben sein – inzwischen wurde dies bestätigt. Dabei hatte er die Idee, einen Hinweis auf die Kriegsgräberstätte zu spendieren.

Matthias Ochs nahm den Gedanken auf. Die Gestaltung und die Kosten der Tafel wurden gesponsort. Und obwohl die Errichtung einer Gedenktafel bereits in der Vergangenheit immer mal wieder im Gespräch war, bedankte sich Matthias Ochs bei Heinz Wiegand für den ausschlaggebenden Impuls für den Bau der Tafel. Er sagte: „Vielen Dank, dass sie mich dazu angeschubst haben.“

Von Isabelle Richter

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