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Teltow-Fläming Pro-Kopf-Einkommen wächst nur langsam
Lokales Teltow-Fläming Pro-Kopf-Einkommen wächst nur langsam
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01:15 28.09.2018
Zum Sparen bleibt den Einwohnern von Dahme-Spreewald und vor allem Teltow-Fläming immer weniger im Vergleich zum Rest des Landes.
Zum Sparen bleibt den Einwohnern von Dahme-Spreewald und vor allem Teltow-Fläming immer weniger im Vergleich zum Rest des Landes. Quelle: stock.adobe.com
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Dahmeland-Fläming

Die Einwohner der Region Dahmeland-Fläming gehören weiterhin zu den Gutverdienern in Brandenburg. Ihr Einkommen steigt aber nicht mehr in dem Maße wie in früheren Jahren – und auch langsamer als in anderen Landkreisen. Das geht aus jetzt veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes hervor.

Demnach hatten die Einwohner von Dahme-Spreewald im Jahr 2016 im Schnitt ein verfügbares Einkommen von 20.068 Euro pro Kopf. Das waren 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Teltow-Fläming verdienten die Einwohner 19.408 Euro pro Kopf. Damit ist dort das Einkommen um 2,2 Prozent gestiegen.

Einkommen steigt seit 15 Jahren langsamer

Ganz so gut, wie es klingt, ist das bei genauerer Betrachtung aber nicht. Denn landesweit hat das verfügbare Einkommen 2016 um 2,7 Prozent zugelegt, die Steigerung ist also höher als in beiden Landkreisen der Region Dahmeland-Fläming. Und das war in den vergangenen 15 Jahren oft der Fall.

In Teltow-Fläming, wo zu Beginn der 2000er Jahre deutlich mehr verdient wurde als in den meisten anderen Regionen des Landes, liegt das Pro-Kopf-Einkommen deshalb erstmals seit 1997 wieder unter den Landesschnitt. Teltow-Fläming weist seit dem Jahr 2010 auch den geringsten Einkommensanstieg aller Landkreise und kreisfreien Städte auf. Dahme-Spreewald, das zwischenzeitlich sogar die Spitzenposition im Landesvergleich inne hatte, liegt beim Einkommen nur noch auf Rang drei. Oberhavel und Potsdam-Mittelmark sind längst enteilt.

Lebensstandard halten wird schwierig

Bei dem Vergleich geht es nicht um Neid. Die Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens ist viel mehr entscheidend, wenn es darum geht, den Lebensstandard zu dokumentieren und zu vergleichen. Und der Lebensstandard ist schwierig zu halten, wenn das Einkommen nicht im gleichen Maße wächst wie die Lebenshaltungskosten, was im Berliner Umland mit seinen stark steigenden Mieten zutreffen könnte.

Allerdings ist das Pro-Kopf-Einkommen nicht gleichbedeutend mit den gezahlten Löhnen im Landkreis. Denn eingerechnet sind auch Löhne und Gehälter, die Arbeitnehmer aus LDS und TF in anderen Landkreisen bekommen. Außerdem zählen auch gezahlte Leistungen wie Hartz IV, Kindergeld oder Wohngeld dazu. Wenn es besonders viele oder besonders wenige Empfänger solcher Leistungen in einer Region gibt, kann das das Pro-Kopf-Einkommen beeinflussen.

Beim gezahlten Lohn ist die Region noch spitze

Außerdem unterscheidet die Statistik auch nicht, ob viele Menschen Vollzeit-, Teilzeitarbeit oder geringfügigen Beschäftigungen nachgehen. Wo viele Menschen Teilzeit arbeiten, wird das Pro-Kopf-Einkommen geringer sein.

Zu guter Letzt wird das Einkommen auch auf alle Einwohner heruntergerechnet, auch Kinder und Greise zählen in die Statistik. Eine fünfköpfige Familie in Dahme-Spreewald hätte damit also im Durchschnitt 100.000 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Die im Landkreis tatsächlich gezahlten Arbeitslöhne und -gehälter stehen auf einem anderen Blatt. In dieser Kategorie liegen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald immer noch deutlich vor den meisten anderen Landkreisen. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer in Teltow-Fläming bekam im Jahr 2016 knapp 30.000 Euro brutto im Jahr, in Dahme-Spreewald waren es rund 1000 Euro weniger. Damit belegen die beiden Landkreise in dieser Kategorie die Plätze zwei und drei der landesweiten Rangliste.

Landkreise liegen unter eigenen Ansprüchen

Überdurchschnittlich hohe Löhne werden in Teltow-Fläming im produzierenden und im verarbeitenden Gewerbe gezahlt. Dort liegen die Einkommen der Beschäftigten rund 22 Prozent über dem Landesdurchschnitt. In Dahme-Spreewald dagegen werden im Handel und in den Dienstleistungsberufen deutlich höhere Löhne und Gehälter gezahlt als im Durchschnitt.

Die Wirtschaftsförderer weisen aber schon lange darauf hin, dass das Einkommensniveau in der Region noch deutlich steigen muss, wenn die Region ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden will. Immerhin zählen sowohl Dahme-Spreewald als auch Teltow-Fläming nominell zu den wirtschaftlich stärksten Landkreisen Brandenburgs. Beiden wird auch für die Zukunft ein immenses Potenzial bescheinigt.

Von Oliver Fischer