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Teltow-Fläming Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming: Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner
Lokales Teltow-Fläming

Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming: Maßnahmen gegen Baum-Schädlinge

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13:44 10.05.2021
Experten besprühen vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume.
Experten besprühen vom Eichenprozessionsspinner befallene Bäume. Quelle: Alexander Beckmann
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Dahmeland-Fläming

Sobald es warm genug ist und die neuen Blätter an den Straßenbäumen und Sträuchern austreiben, werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners und des Goldafters wieder aktiv. In diesem Jahr findet der Einsatz zur Bekämpfung der schädlichen Raupen in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming bis Mittwoch, 12. Mai, statt, wie der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg verkündet.

Schädlich für die Natur und den Menschen

Der Eichenprozessionsspinner befällt Eichen und frisst großflächig die Blätter der Bäume. Da er sich massenhaft ausbreitet, ist er für die heimischen Wälder zu einem großen Problem geworden. Brandenburg gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Raupenplage betroffen sind. Der Eichenprozessionsspinner ist aber nicht der einzige Schädling, dessen junge Raupen sich hauptsächlich von den frisch ausgetriebenen Blättern in Eichen ernähren. Auch die Raupen des Goldafters tummeln sich gerne dort und können mit ihren Brennhärchen allergische Reaktionen beim Menschen hervorrufen. Der Eichenprozessionsspinner ist auch dafür bekannt, bei Berührung eine spezielle Raupendermatitis auf der Haut auszulösen. Daher ist bei diesen Tieren große Vorsicht geboten.

Nicht nur der Eichenprozessionsspinner, auch der Kiefernprozessionsspinner kann zu einem Problem werden. Quelle: Birgit Sander

Der Goldafter ist aber nicht nur an Eichen zu finden, sondern auch an anderen Baum- und Straucharten. Bei einem massiven Befall kann es zum Kahlfraß der Bäume kommen. Werden die Bäume, Sträucher und Wälder über mehrere Jahre hinweg von diesen Raupen befallen, sterben sie sogar ab. Um dies zu verhindern, sollen spezialisierte Fachfirmen im Auftrag des Landesbetriebs Straßenwesen das biologische Insektizid Foray ES spritzen. Dieses Insektizid ist ein in der Natur vorkommendes Bakterium, welches in aufbereiteter Form in einer wässrigen Lösung auf die Pflanzen gespritzt wird. Für andere Insekten und für den Menschen sei das Mittel nicht gefährlich, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

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Das Insektizid wird vom Boden aus auf die Sträucher und Bäume gespritzt, nicht von der Luft aus. Die Bekämpfungsmaßnahmen würden gezielt an den Bundes- und Landesstraßen, an denen die befallenen Bäume stehen, durchgeführt, heißt es. Im Landkreis Dahme-Spreewald betrifft das die Landstraße 42, die Landstraße 421 und die Landstraße 52. Auf diesen Strecken werden laut Landesbetrieb Straßenwesen insgesamt 371 Bäume und Sträucher mit dem Mittel behandelt. Betroffen sind auch die L 71 und die L 711. Hier betrifft die Maßnahme insgesamt 432 Bäume und Sträucher. Auch auf der B 96 muss die Vegetation mit dem Pestizid vor den Schädlingen geschützt werden: Dies betrifft die Straße zwischen Rüdlingsdorf und der Kreuzung zur L 71, von dort bis Zützen und von Zützen bis Golßen. Befallen sind auf diesen Strecken 125 Bäume. Die meisten Pflanzen sind entlang der Bundesstraße 115 betroffen. Insgesamt 645 Bäume und Sträucher werden mit dem Pestizid behandelt. Ab Gräbendorf entlang der B 246 bis zur B 179 werden ebenfalls 73 Bäume gespritzt. Zwischen Gallun und Bestensee wird die Maßnahme auf der B 246 an 138 Bäumen durchgeführt.

So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus. Sie kriechen oft in langen Reihen hintereinander her und sind dadurch leicht zu erkennen. Quelle: Patrick Pleul

Im Landkreis Teltow-Fläming wird mit dem Pestizid unter anderem auf der Landstraße 70 gearbeitet. Das betrifft die Straße zwischen Lüdersdorf und Klein Schulzendorf, wo 73 Bäume und Sträucher gespritzt werden, und die Ortsdurchfahrt Trebbin mit 17 Bäumen. Auch zwischen Baruth und Paplitz sind sind 13 Bäume auf der L 73 Teil der Schutzmaßnahme. Insgesamt sechs Bäume werden auf der B 96 zwischen Dabendorf und Groß Machnow behandelt.

Der Landestrieb Straßenwesen weist in der Pressemitteilung auch darauf hin, dass die Straßen im Bereich der Bekämpfungsmaßnahmen kurzfristig abgesperrt werden müssen, so dass es zu Behinderungen im Straßenverkehr kommen kann.

Von MAZonline