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Teltow-Fläming Wachstum hält unvermindert an
Lokales Teltow-Fläming Wachstum hält unvermindert an
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11:35 08.01.2019
Baustelle in Neu-Schönefeld Quelle: Josefine Sack
Dahmeland-Fläming

Die Region Dahmeland-Fläming hat auch im Jahr 2018 ihr rasantes Einwohnerwachstum fortgesetzt. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Melderegister hervor.

Die MAZ hat von allen Gemeinden die aktuellen Einwohnerzahlen abgefragt und sie mit denen des Vorjahres abgeglichen. Demnach haben die Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming im vorigen Jahr jeweils etwa 1800 Einwohner hinzugewonnen. Beide Landkreise haben damit auch die 170 000 Einwohner-Marke geknackt und sie bereits deutlich hinter sich gelassen.

In Dahme-Spreewald sind derzeit 170 460 Menschen gemeldet, in Teltow-Fläming sind es 171 201 Einwohner.

Verantwortlich dafür bleibt der starke Zuzug aus Berlin, von dem inzwischen auch die Gemeinden in der zweiten Reihe stabil profitieren. Selbst von den weit südlich gelegenen Kommunen verzeichnen einige wie Jüterbog, Lübben oder Niedergörsdorf inzwischen ein andauerndes Wachstum.

Lediglich fünf der 29 Städte, Gemeinden und Ämter in der Region haben einen Einwohnerrückgang gemeldet. Das war zuletzt 2015 der Fall. Damals wurden von den Kommunen allerdings auch rund 3000 Flüchtlinge untergebracht. 2018 dagegen gab es kaum noch nennenswerte Fluchtmigration.

Zu den Gemeinden, die seit Jahren überdurchschnittlich zulegen und die auch 2018 am stärksten gewachsen sind, gehören vor allem die für Pendler besonders attraktiven Nord-Gemeinden wie Blankenfelde-Mahlow, Ludwigsfelde, Königs Wusterhausen und Zossen.

Auch Bestensee gehört in diese Reihe, zuletzt konnte die Gemeinde wieder einen Einwohnerzuwachs von 1,5 Prozent ausweisen – und das, obwohl sie offiziell gar nicht mehr zum Speckgürtel gehört.

Bestensee braucht wieder Kita-Plätze

Das hindere junge Familien aber nicht, nach Bestensee zu ziehen, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf. Der Ort ist für Zuzügler attraktiv, es gibt dort noch relativ günstiges Bauland, ruhig und grün ist es obendrein, Berlin bleibt trotzdem leicht erreichbar.

Aufgrund der Zuzügler musste die Gemeinde im vorigen Jahr eine neue Kita mit 229 Plätzen eröffnen. Im kommenden Jahr werden aber schon wieder 70 Plätze benötigt, sagt Bürgermeister Klaus-Dieter Quasdorf (parteilos). Künstlich bremsen werde man den Zuzug trotzdem nicht. Quasdorf: „Das wäre das Dümmste, was man machen kann.“

Stattdessen wolle man aktiv an weiterem Wachstum arbeiten. Vielleicht wird in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen Grenztruppen-Gelände noch ein größeres Wohngebiet entstehen. Grundsätzlich, sagt Quasdorf, wolle man in Bestensee aber das Kunststück fertig bringen, die Einwohnerzahl auf 12 000 zu schrauben und trotzdem die jetzige Ortsstruktur zu erhalten. „Wir haben noch viele Straßen, die nur einseitig bebaut sind, da ist noch eine Menge möglich“, so Quasdorf.

Im Amt Dahme kommt der Boom nicht an

Neue Wohngebiete oder mehr Lückenbebauung – über solche Dinge denken derzeit fast alle Bürgermeister der Region nach. Einzig im Amt Dahme scheint der Boom noch immer nicht anzukommen.

Dort tröstet sich Amtsdirektor David Kaluza schon mit der Feststellung, dass Dahme, Ihlow, Dahmetal und der Niedere Fläming zwar wieder 1,3 Prozent ihrer Einwohner eingebüßt, aber damit immerhin weniger verloren haben, als es von den Statistikern vorhergesagt wurde. Dennoch sagt Kaluza klar: „Der demografische Wandel kommt nicht nach Dahme, er ist schon da.“

Dahmes Amtsdirektor David Kaluza Quelle: Uwe Klemens

Und die Hoffnung, dass der Wandel in absehbarer Zeit von jungen Berlinern aufgefangen wird, die scharenweise die hübsche Altstadt bevölkern – so wie es andernorts tatsächlich passiert – ist gering. „Uns fehlt die Bahnanbindung. Pendler müssen mindestens eine halbe Stunde Weg mit dem Auto zum nächsten Bahnhof einrechnen. Dazu kommt die Bahnfahrt. Das ist einfach zu viel“, sagt Kaluza. „Die Leute kommen schon raus, aber es hat alles seine Grenze.“

Kaluza: „Man muss realistisch bleiben“

In der Amtsverwaltung werde man trotzdem verstärkt am touristischen Marketing arbeiten, sagt Kaluza. Womöglich müsse man Dahme auch als attraktiven Alterssitz bewerben. „Aber man muss realistisch bleiben. Wirklich profitieren könnten wir nur mit einer Anbindung an die Dresdener Bahn.“

Rund 100 Kilometer weiter nördlich kann sich Udo Haase (parteilos), Bürgermeister von Schönefeld, solche Probleme kaum vorstellen. Seine Gemeinde war 2018 die mit dem stärksten Wachstum – und das mit Abstand. Innerhalb eines Jahres ist die Einwohnerzahl in Schönefeld um 5,6 Prozent angewachsen. Solche Schübe gab es in den vergangenen Jahren in anderen Gemeinden nur im Zusammenhang mit großen Flüchtlingsunterkünften. Schönefeld dagegen ist ohne jegliche Sondereffekte von 14 900 auf 15 700 Einwohner angewachsen. Wobei man anderseits auch die gesamte Gemeinde als Sondereffekt sehen kann.

In Schönefeld wird Block um Block gebaut

Seit etwa einem Jahr werden in Schönefeld-Nord im Akkord Wohnblocks über Wohnblocks hochgezogen und im gleichen Tempo verkauft oder vermietet. Bezogen wurden 2018 vor allem mehrere vierstöckige Riegel der Firma Bonava. Viele andere, noch deutlich größere Objekte sind derzeit im Bau oder werden im kommenden Jahr begonnen. „Der große Schub kommt erst 2019“, prophezeit deshalb auch Bürgermeister Haase.

Allein in Schönefeld-Nord sollen in diesem Jahr mehr als 800 Wohnungen fertig werden, in Großziethen kommen weitere hinzu. Und im Jahr 2020 geht es in ähnlichen Dimensionen weiter. Zeitgleich baut die Gemeinde die Infrastruktur für eine gänzlich neue Stadt mir riesiger Kita und zwei Gymnasien. Für eine Oberschule hat die Gemeinde gerade noch ein Grundstück erworben.

Schönefelds Bürgermeister Udo Haase (r.) bei einem von vielen Richtfesten in der Gemeinde. OO Quelle: Oliver Becker

Bange werde ihm angesichts dieser Entwicklung nicht, sagt Haase. „Wir haben ja lange darauf hingearbeitet. Ich freue mich, dass es nun endlich so weit ist.“

Haase rechnet bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg auf bis zu 40 000 Einwohnern. Ganz so optimistisch sind die Statistiker des Landes allerdings nicht. Sie gestehen Schönefeld zwar zu, dass sie die Gemeinde mit dem größten Wachstumspotenzial in ganz Brandenburg ist. Dennoch gehen sie davon aus, dass die Dynamik nachlassen wird. Bei knapp 20 000 Einwohnern sehen sie ein Ende erreicht.

Von Oliver Fischer

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