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Teltow-Fläming Lockerungen bei der Kinderbetreuung: Wann und wie die Kitas wieder öffnen
Lokales Teltow-Fläming Lockerungen bei der Kinderbetreuung: Wann und wie die Kitas wieder öffnen
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17:51 21.05.2020
Normaler Kitabetrieb soll spätestens nach Pfingsten wieder möglich sein. Quelle: Margrit Hahn
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Dahme-Spreewald

Für Alexander Gunder waren die vergangenen zwei Monate ein Alptraum. Nicht nur, weil er – wie so viele Eltern – die ganze Zeit zuhause bleiben und seinen Sohn betreuen musste. Sondern auch und vor allem, weil er sich dabei ungerecht behandelt fühlte. Gunder ist Elektriker – und bei Elektrikern war es in den vergangenen zwei Monaten mindestens umstritten, ob sie zur systemkritischen Infrastruktur gehören oder nicht.

Einige seiner Kollegen aus anderen Kommunen durften ihre Kinder in die Notbetreuung geben. Alexander Gunder hat Anträge gestellt, Schreiben seines Chef eingereicht, für einen Platz gekämpft. Aber ohne Erfolg. In seiner Heimatstadt Mittenwalde wurde ihm keine Notbetreuung gewährt. „Für meinen Chef ist das unverständlich und für mich unbefriedigend“, sagt Gunder.

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Ab Mittwoch sind Vorschulkinder zugelassen

Nun werden sich solche Probleme spätestens nach dem Pfingstwochenende vorerst erledigt haben – denn dann hält in Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming und im Rest von Brandenburg auch für Eltern die Normalität wieder Einzug. Nachdem am Dienstag die Landesregierung Kita-Öffnungen in Aussicht gestellt hat, hat am Mittwoch die Kreisverwaltung Dahme-Spreewald die Regeln bekannt gegeben, nach denen das im Kreis passiert. Teltow-Fläming will Anfang kommender Woche nachziehen.

Für Kinder und Eltern bedeutet das: Spätestens am 27. Mai dürfen alle Vorschulkinder wieder in die Kita. Sofern die Träger der Kitas dazu in der Lage sind, kann das sogar schon ab Montag passieren.

Tagespflegestellen dürfen Betrieb wieder aufnehmen

Ab Mittwoch dürfen auch Tagespflegestellen wieder den Betrieb aufnehmen. Teltow-Fläming hat sogar schon eine Öffnung der Tagespflegestellen ab Montag in Aussicht gestellt.

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Nach Pfingsten sind Alter der Kinder und Beruf der Eltern dann wieder völlig unerheblich. Denn ab 2. Juni öffnen die Kitas wieder regulär und ohne Einschränkungen. Die größte Not vieler verzweifelten Eltern dürfte damit – vorerst zumindest – gelindert sein.

Betrieb von Kitas ist an strenge Hygieneregeln gebunden

Allerdings, das geht aus einer Mitteilung der Kreisverwaltung Dahme-Spreewald hervor, ist der Betrieb der Kitas und Tagespflege nach wie vor an strenge Hygieneregeln gebunden. Unter anderem dürfen sich Gruppen nur in ihrem jeweiligen Raum aufhalten, auch das pädagogische Personal soll stets dasselbe sein, damit mögliche Infektionsketten nachvollziehbar sind. Damit soll verhindert werden, dass im Fall, dass ein Kind oder eine Betreuungskraft an Covid-19 erkrankt, nicht gleich die gesamte Einrichtung geschlossen werden muss.

Diese Hygieneregeln gelten für Kitas

Laut Verfügung des Landkreises Dahme-Spreewald müssen alle Träger von Kitas einen Hygieneplan vorlegen und einhalten.

Dieser Hygieneplan sieht zwar keine Abstandsregelungen mehr vor, wie bei der Notbetreuung. Er gibt aber bestimmte Desinfektions-, Reinigungs- und Lüftungsintervalle vor.

Zudem muss gewährleistet sein, dass sich Kinder und Erzieher regelmäßig die Hände waschen, dass Husten- und Nies-Etikette beachtet werden. Personen mit Anzeichen einer Corona-Infektion dürfen die Einrichtungen nicht betreten. Eltern müssen täglich bestätigen, dass in den Familien niemand erkrankt ist.

Vorgeschrieben ist auch, dass die Kinder in abgetrennten Bereichen der Kita abgegeben und abgeholt werden müssen. Dabei sind eineinhalb Meter Abstand einzuhalten. Eltern müssen zudem in der Kita Mund- und Nasenbedeckung tragen. Zudem dürfen die Kinder nur von festen Erziehern betreut werden, die Gruppen müssen Kontakt untereinander vermeiden.

Speziell der letzte Passus bereitet einigen Bürgermeistern noch Sorge. „Wir werden die Voraussetzungen dafür schaffen. Aber es ist trotzdem realitätsfremd, wenn wir garantieren sollen, dass kleine Kitakinder sich nicht zu nahe kommen“, sagt Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger (parteilos).

Bürgermeister begrüßen Öffnung

Grundsätzlich sei man aber über die Wiedereröffnung glücklich – auch in der festgelegten Form. „Der Landkreis hat aus den Vorgaben des Landes das beste herausgeholt“, sagt Herzberger.

Zufrieden zeigt sich auch Mittenwaldes Bürgermeisterin Maja Buße (CDU), die noch zu Wochenbeginn die Notbetreuung deutlich kritisiert hatte. „Ich begrüße es, dass wir endlich öffnen können. Wir wollen so schnell wie möglich wieder in den Normalbetrieb starten“, sagt Buße.

Hortbetreuung wird zum Problem

Ein Problem zeichnet sich allerdings bei den Horten ab, die ebenfalls wieder regulär geöffnet werden sollen. Da in den Schulen nach wie vor strenge Auflagen zu Größe der Klassen gelten, nutzen viele Schulen die Horträume für Unterricht. „In Zeuthen werden Kinder deshalb nur an einem Tag in der Woche von 8 bis 13 Uhr den Hort besuchen können. Das hilft den Eltern überhaupt nicht“, sagt Sven Herzberger.

Alexander Gunders Sohn ist drei Jahre alt, Hortbetrieb spielt für ihn keine Rolle. Er wird nach Pfingsten wieder die Kita besuchen können, Alexander Gunder kann wieder arbeiten. „Das ist natürlich eine riesige Erleichterung“, sagt Gunder. „Wenn es aber wegen Corona wieder zu Notbetreuungen kommen sollte, wäre es wichtig, dass solche Ungerechtigkeiten wie in meinem Fall vermieden werden.“

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Von Oliver Fischer

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