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Teltow-Fläming Dahmer Oberschüler sind begeistert vom Handwerk
Lokales Teltow-Fläming Dahmer Oberschüler sind begeistert vom Handwerk
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00:31 15.04.2018
Fliesen legen will gelernt sein. Auch in diesen Beruf durften Dahmer Oberschüler in Kemlitz hineinschnuppern. Quelle: Andreas Staindl
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Kemlitz

Das Handwerk braucht Nachwuchs. Ideen sind gefragt, um junge Leute für einen Handwerksberuf zu begeistern. Das Hineinschnuppern in die Arbeitswelt ist ein Weg, den die Otto-Unverdorben-Oberschule in Dahme und die Berufliche Schule für Sozialwesen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Lübbenau gehen. Dazu gehörte auch der Berufsfindungstag am Mittwoch im Awo-Gut in Kemlitz.

Erzieher-Azubis gestalten Projekt für Oberschüler

Dort bewiesen einige der Achtklässler handwerkliches Geschick. Die angehenden Erzieher aus Lübbenau wiederum lernten, mit Jugendlichen umzugehen. „Das hilft mir im späteren Berufsleben“, sagt Stephanie Peschke aus dem dritten Ausbildungsjahr. Drei Wochen lang hatten sich die künftigen Pädagogen auf das Projekt mit den Oberschülern vorbereitet.

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„Die Veranstaltung wird komplett von uns organisiert, durchgeführt und ausgewertet“, erzählte Marina Richter. Sie und ihre Mit-Azubis beweisen mit dem Projekt, dass sie theoretisches Wissen in der Praxis anwenden können, sagte Lehrer Ingo Reimer.

Oberschule und Berufsschule kooperieren

Die Berufliche Schule und die Oberschule arbeiten schon länger zusammen. Neu war diesmal, dass die Achtklässler in Handwerksberufe hineinschnuppern durften. „Wir sind auf die Wünsche der Oberschüler eingegangen und haben uns mit Leuten vom Fach verstärkt, etwa mit Eltern von Mitschülern“, sagte Stephanie Peschke.

Tischlermeister Steffen Heilenz aus Luckau war einer von ihnen. „Einige der Jungs haben durchaus Talent“, fiel im auf. Fliesenleger Kai Förster half ebenfalls mit. „Das Handwerk braucht Nachwuchs“, begründete er sein Engagement.

Auch einige der angehenden Pädagogen konnten praktische Erfahrungen einbringen. Antje Lehmann aus Lübben ist gelernte Köchin und hat mit den Achtklässlern leckeren Obstsalat hergestellt. Ihr Fazit: „Die Jugendlichen haben sich ganz geschickt angestellt. Das macht Hoffnung, denn Köche werden gesucht.“

Aha-Erlebnis im Kälbchenstall

Nora Schulze aus Nonnendorf hat der Berufsfindungstag gefallen: „Ich finde es super, mal ganz praktisch in verschiedene Berufe reinzuschnuppern. Die Auszubildenden haben das richtig gut gemacht.“ Ihre Aussage deckt sich mit der Einschätzung von Henri Kuhl. Der Dahmer Schulleiter sagte: „So begeistert waren unsere Schülerinnen und Schüler noch nie vom Programm der Projektwoche.“

Der Berufsfindungstag hat Lilly Reimann sogar in ihrem Berufswunsch bestärkt: „Ich möchte in der Landwirtschaft arbeiten, denn ich finde es dort cool.“ Sie durfte ganz nah an die Tiere heran, ein Aha-Erlebnis inklusive: „Ich war dabei, als ein Kälbchen auf die Welt kam. Das war toll.“

Die Idee der Projektwoche hat gezündet. Berufsorientierung, Sozialkompetenzen und Teamgeist standen im Mittelpunkt, sagte Ingo Reimer: „Das spannende Programm unserer künftigen Erzieherinnen und Erzieher hat offensichtlich den Nerv der Oberschüler getroffen.“

Von Andreas Staindl