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Teltow-Fläming Das Schloss ist verkauft
Lokales Teltow-Fläming Das Schloss ist verkauft
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04:41 06.12.2016
Das als Gutssitz der Adelsfamilie von Badewitz gebaute Schloss im heutigen Ludwigsfelder Ortsteil Siethen ist an eine Unternehmergruppe verkauft.
Das als Gutssitz der Adelsfamilie von Badewitz gebaute Schloss im heutigen Ludwigsfelder Ortsteil Siethen ist an eine Unternehmergruppe verkauft. Quelle: Foto: Abromeit
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Siethen

Das Schloss Siethen – als Gutshaus der Familie von Badewitz im ausgehenden 19. Jahrhundert gebaut  – ist mit seinem rund 2,5 Hektar großem Gelände verkauft worden. Das dort untergebrachte Kinder- und Jugendheim „Heinrich Zille“ der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam muss aber trotz der zurzeit äußerst starken Baugrund-Nachfrage nicht befürchten, aus seinem angestammten Domizil verdrängt zu werden.

Kinderheim kann bleiben

Elke Krüger, Geschäftsführerin der Stiftung, sagte gegenüber der MAZ: „Der Verkauf des Herrenhauses ist tatsächlich abgeschlossen und das Kinderheim wird noch für einige Zeit in diesen Räumen bleiben.“ Bei der Stiftung freue man sich, dass das Kinderheim mit dem neuen Käufer einen guten Vermieter gefunden habe, dem die Belange von Kindern und Jugendlichen wichtig sind, so die Geschäftsführerin. „Mit dem Verkaufserlös für das Herrenhaus kann die Stiftung die Grundsanierung anderer Kinderheime finanzieren“, sagt Elke Krüger.

Der neue Eigentümer ist eine Betreibergesellschaft, die im Sommer die Verkaufsverhandlungen mit der Stiftung geführt hatte. Man einigte sich auf einen siebenstelligen Betrag. Im November hat die Gesellschaft, bestehend aus einem hiesigen Mittelständler und Berliner Geschäftsleuten, die Immobilie übernommen. Das Haus steht auf einer Grundfläche von 3000 Quadratmetern, es hat neben Keller und Parterre zwei Obergeschosse. Zum Verkaufsobjekt gehört neben dem 9000 Quadratmeter großen Grundstück mit dem Haupthaus, einem Spielplatz und Garagen auch der angrenzende 15 400 Quadratmeter große Park. Durch ihn führen Wege zum Ufer des Siethener Sees, einen direkten Wasserzugang hat er allerdings nicht.

Neuer Eigentümer gibt Stiftung Zeit

Die Stiftung zahlt jetzt Miete an den neuen Eigentümer, der anonym bleiben will. Er erklärte gegenüber der MAZ: „Das Heim kann so lange in dem Haus bleiben, wie die Stiftung und die Gesellschaft GfB es für die benachteiligten Kinder und Jugendlichen brauchen.“ Erst wenn diese Nutzung aufgegeben wird, so der Sprecher, wollen sich die Gesellschafter zusammensetzen und überlegen, was aus der Immobilie werden soll.

Zu DDR-Zeiten war in dem Schloss ein Jugendwerkhof untergebracht. Seit 1994 leben, lernen und arbeiten dort Kinder und Jugendliche mit sozialen und individuellen Beeinträchtigungen, eingebürgert hat sich der Behördenbegriff „benachteiligte Kinder und Jugendliche“. Sie können an einem Schulprojekt teilnehmen, einen beruflichen Abschluss oder Teilabschluss erreichen und ihre sozialen Kompetenzen verbessern. Ziel der Pädagogen ist es, die verwahrlosten oder misshandelten Kinder umfassend auf ein selbstbestimmtes Leben vorzubereiten.

Leiter will den Umzug

Heute gibt es im Schloss drei Wohngruppen mit insgesamt 27 Plätzen. Mit den Außenwohngruppen, eine davon in Luckenwalde, betreut das Kinder- und Jugendheim 84 Plätze. Belegt sind sie mit Kindern ab der Geburt, die in Mutter-Kind-Gruppen im Zille-Heim leben, bis hin zu Jugendlichen im Alter von 21 Jahren. Als Leiter der Einrichtung ist Frank Matzke Chef von insgesamt 80 Pädagogen und technischen Angestellten. Matzke war einer der Befürworter, sich nach einem neuen Objekt umzusehen. Er sagt: „So ein großes, altes Haus ist heute nicht mehr jugendgemäß. Hier gibt es zwar viele Hallen, aber wenige Räume.“

Für die drei Siethener Wohngruppen sucht die GfB, die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher aus Potsdam, nun ein neues Zuhause. „Das können auch mehrere kleine Objekte sein“, sagt Frank Matzke; „wir haben schon was im Blick, aber wir suchen auch noch.“ Diese Suche erstreckt sich auf den gesamten Kreis Teltow-Fläming. „Wir sind als GfB hier für Kinder und Jugendliche in Teltow-Fläming verantwortlich, da werden wir uns nicht aus dieser Region zurückziehen“, so der Heimleiter. Ob und wo sich die Mitarbeiter nach neuen Domizilen umschauen, wollte er noch nicht sagen. „Mit dem Eigentümerwechsel stehen wir da glücklicherweise nicht unter Druck. Diese Entscheidungen können wir in den kommenden zwei Jahren in Ruhe bedenken und werden sie dann auch treffen.“

Von Jutta Abromeit

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