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Teltow-Fläming Das Volksbad besteht seit 90 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Das Volksbad besteht seit 90 Jahren
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14:25 24.08.2018
Martin Scholz, Gisela Schulze und Heinz Schmidt haben viele Erinnerungen an das schöne bad Es ist seit 2007 für den Badebetrieb geschlossen. Quelle: fotos: Margrit Hahn (2)
Buckow

Das denkmalgeschützte Volksbad in Buckow besteht seit 90 Jahren. Wer am Wochenende das Awo-Motorradtreffen besucht, kann sich auch über die Geschichte des seit 2007 geschlossenen Bades informieren. Martin Scholz hat mit Unterstützung von Gisela Schulze eine Informationstafel zusammengestellt, auf der die wichtigsten Ereignisse zu finden sind. Die Buckowerin hat alle Aufzeichnungen vom Volksbad gesammelt. Vieles hat sie sich von ihrer Mutter erzählen lassen und aufgeschrieben.

Martin Scholz aus Buckow hat die Tafel zum 90-jährige bestehen erstellt. Quelle: Margrit Hahn

Am 5. August 1928 wurde das neu eingerichtete Volksbad eröffnet. 1200 Gäste hatten sich damals versammelt, um an der Einweihung teilzunehmen. Dank der Post in Dahme und Baruth konnten viele Schaulustige mit dem Postauto mitfahren. Girlanden schmückten nicht nur das Bad, die Eingangstür und den Sprungturm, sondern auch die Dorfstraßen. Der damalige Landrat Usinger wünschte, dass dieses Bad zu einer „ Stätte zur Gesunderhaltung und zur Genesung und Kräftigung der landlichen Jugend“ werden möge. Nach der offiziellen Einweihung veranstaltete der Turnverein Buckow ein Schwimmfest veranstaltet mit Wettkämpfen und Kürspringen.

Das Volksbad in Buckow wird fürs Awo-Treffen geputzt. Quelle: Margrit Hahn

Gebaut wurde das Bad vom Tiefbauunternehmer Paul Binder aus Berlin. Er hatte das Becken mit einer Länge von 50 Meter und einer Breite von 14 Metern vor allem mit Unterstützung von Erwerbslosen aus Dahme geschaffen. Zudem entstand ein Kinderbecken von zwölf mal 20 Metern. Die Buckower Kinder und Jugendlichen konnten kaum erwarten, dass das Becken mit 1400 Kubikmetern Wasser gefüllt war und hatten schon beim Einlassen erste Schwimmübungen gemacht.

13500 Reichsmark

Die Finanzierung des Bades hatten der Kreis, die Provinz und der Staat übernommen. Insgesamt wurden 13 500 Reichsmark investiert. Man wollte den Bewohnern der Flämingdörfer, die sonst nicht grade mit einem Überfluss an Wasser gesegnet waren, die Wohltat eines kalten Bades zukommen lassen. Der Eintrittspreis betrug in den ersten Jahre 10 Pfennig. Das Wasser des Beckens diente im Fall einer Feuersbrunst zur Speisung der Motorspritzen. Somit erfüllte diese Anlage einen doppelten Zweck.

Geöffnet bis spät am Abend

Das Volksbad war bis in die Abendstunden geöffnet, sodass sich die Bauern nach getaner Arbeit erfrischen konnten. Zudem konnten die Kinder schwimmen lernen. Das nutzen nicht nur die Buckower. Auch aus den Nachbardörfern sowie aus Luckenwalde und Klausdorf kamen Gäste. Selbst Kinderferienlager aus Polen und Tschechien machten Station in Buckow. Zwei Jahre nach Inbetriebnahme stellte sich heraus, dass es undichte Stellen gab, sodass Wasser entweichen konnte. Daraufhin wurden die Seitenwände des Hauptbecken mit Spundbohlen versehen, die 25 Zentimeter tief in den Lehmboden gerammt wurden. Damit sollte einer vorzeitigen Verrottung des Holzes vorgebeugt werden.

Strenger Lehrer

„Ich habe hier in Buckow schwimmen gelernt. Man hatte uns damals einen Riemen um die Brust gelegt und dann mussten wir die Übungen nachmachen, die uns Lehrer Walter Giese gezeigt hatte“, erinnert sich Heinz Schmidt. Der heute 87-Jährige hatte schnell schwimmen gelernt. Aber er erinnert sich noch genau, dass der Lehrer einfach den Riemen lockerte und den Schülern nichts anders übrig blieb, als zu schwimmen. Wer nicht so wollte wie er, wurde kurzerhand untergetaucht. Schmidt ist noch immer Mitglied im Förderverein und bedauert die Schließung des Bades. Dafür nimmt er einmal im Jahr am Schwimmbadlauf teil. Welchen Platz er belegt, sei unwichtig, nur letzter will er nicht sein.

Trauriger Vorfall

Zu den traurigen Begebenheiten gehört ein Vorfall vor 15 Jahren. Das kleine idyllische Dorf feierte das 75-jährige Bestehen des Bades. Dabei wurde ein 60-Jähriger leblos im Wasser gefunden. Obwohl Ärzte und Wasserwacht vor Ort waren, überlebte der Mann nicht.

Von Margrit Hahn

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