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Teltow-Fläming Dem Wald geht’s an den Kragen
Lokales Teltow-Fläming Dem Wald geht’s an den Kragen
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20:00 10.02.2014
Norbert Wagner und die Mitstreiter der Bürgerinitiative „Schönhagen und Umgebung“ sind angesichts der Baumabholzungen besorgt. Quelle: Elinor Wenke
Ahrensdorf

Schwere Technik rumpelt seit einer Woche durch den Wald bei Ahrensdorf und Löwendorf am Priedeltal. Dort werden Bäume abgeholzt. Im Acht-Sekunden-Takt gehen die Kiefern wie lange Lulatsche in die Knie. Eigentümer der Fläche ist die Flugplatzgesellschaft Schönhagen.

Anwohner und Mitstreiter der BürgerinitiativeSchönhagen und Umgebung“ beobachten die Fällungen mit Sorge. Sie glauben, dass mit dem Kappen der Bäume großflächig Platz und Hindernisfreiheit für den geplanten Instrumentenanflug des Flugplatzes Schönhagen geschaffen werden soll. Und sie befürchten, dass sich der Flugplatz noch erweitert und künftig noch mehr Flugbewegungen möglich machen soll. Norbert Wagner von der Bürgerinitiative verweist auf einen Gerichtsbeschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom Oktober 2013. Demnach gehören der Flugplatzgesellschaft nicht alle Waldstücke, die für den Instrumentenflugbetrieb beansprucht werden. Solange die Zustimmungen der Eigentümer und Genehmigungen für einzelne Teilstücke fehlen, dürfe der Wald nicht schon teilweise abgeholzt werden, heißt es. Wagner bezweifelt nicht, dass die Flugplatzgesellschaft eine ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Genehmigung hat. „Aber wir befürchten, dass mit dieser Art von Waldbewirtschaftung das Gerichtsurteil in Salami-Taktik unterlaufen werden soll“, sagt er. Zudem fürchten die Anwohner, dass das naturgeschützte Priedeltal in Mitleidenschaft gezogen wird.

Die Auseinandersetzungen

Seit Jahren liegt die Flugplatzgesellschaft mit der BürgerinitiativeSchönhagen und Umgebung“ und Naturschützern immer wieder im Clinch. Proteste gab es zum Beispiel 2007 gegen die Erweiterung der Start- und Landebahn. Sie war auf 1550 Meter verlängert und die ehemalige Grasbahn asphaltiert worden.

Baumfällarbeiten hatten auch im März 2009 die Gemüter erregt. Damals wurde bekannt, dass für den geplanten Instrumentenflug 40 Hektar Wald weichen müssen, weil Hindernisfreiheit geschaffen werden muss.

Nach Aussage der Flugplatzgesellschaft handelt es sich um Maßnahmen der „ordnungsgemäßen Forstwirtschaft“ auf der Grundlage des Brandenburgischen Waldgesetzes. „Der Flugplatz führt bereits seit einem Jahr regelmäßig Fäll-Arbeiten auf dem Kienberg durch. Dabei wurden circa 2000 wildwachsende Traubenkirschen, Birken und Kiefern beseitigt, die der Ausbreitung von Heideflächen entgegenstehen“, erklärte Monika Kühn, Assistentin der Geschäftsführung. Noch bis Ende Februar würden Waldbewirtschaftungsmaßnahmen im Osten des Flugplatzes durchgeführt. Außerdem sei ein Waldbewirtschaftungskonzept in Auftrag gegeben, das sicherstellen soll, dass sich die Maßnahmen zu 100 Prozent im genehmigungsfreien Bereich des Landeswaldgesetzes bewegen. Natürlich berücksichtige man auch die gesetzlichen Anforderungen an die Hindernisfreiheit in der Umgebung des Flugplatzes. Laut Kühn werden die Flächen noch im Herbst 2014 durch eine Mischwaldkultur aufgeforstet.

Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde waren vor wenigen Tagen vor Ort. „Im Bereich des Priedeltals werden umfangreiche Holzungsarbeiten durchgeführt“, bestätigte Birgit Paul. Ob es sich um Maßnahmen der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft handelt, obliege der Feststellung und Prüfung der Unteren Forstbehörde. Die ordnungsgemäße Forstwirtschaft sei in Schutzgebieten erlaubt. Das Umweltamt des Kreises habe Kenntnis von den Holzungsarbeiten gehabt. „Ob die Fällarbeiten im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) ,Seeluch-Priedeltal’ nachhaltige Beeinträchtigungen für die einzelnen Lebensraumtypen nach sich ziehen, kann derzeit nicht ausgeschlossen werden und wird geprüft“, sagte Birgit Paul.

„Die Maßnahmen entsprechen dem Landeswaldgesetz. Sie wurden uns im Vorfeld bekanntgegeben und mit uns abgestimmt“, erklärte die zuständige Oberförsterin Britta Lolk von der Oberförsterei Wünsdorf. Die zulässige Fäll-Fläche von zwei Hektar sei laut Planung eingehalten. Man werde aber sehr genau prüfen und nachmessen, ob die Vorgaben eingehalten würden. „Nach dem Vor-Ort-Termin war eine weitere Fläche im Gespräch, die wurde von uns abgelehnt“, so Britta Lolk. Zudem habe sie am Rande des FFH-geschützten Priedeltals Fahrspuren von Technik wahrgenommen. „Wir werden sehr genau beobachten, ob der Schutzzweck gewahrt bleibt“, so Britta Lolk.

Von Elinor Wenke

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