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Teltow-Fläming Der Schumka-See als Übungsplatz
Lokales Teltow-Fläming Der Schumka-See als Übungsplatz
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17:00 17.01.2013
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KLAUSDORF

. Auch ein Eiskeller wurde geschaffen (1898), ein Depot für eine Brückenkonstruktion (1899), weitere Baracken (1900), Schießstände und auch ein Offizierskasino (1902). Natürlich erforderte dies weitere Geländeankäufe durch den Militärfiskus, so 1899 an der Südwestseite des Schumka-Sees und am Sperenberger Fließ. Um Erfahrungen zur Vervollkommnung der Ausbildung zu sammeln, entsandte man 1897 – im Zusammenhang mit dem türkisch-griechischen Krieg 1896/97 – einen preußischen Hauptmann ins Aufmarschgebiet des türkischen Heeres. Auf seine Anregung hin entschloss sich die Führung der Eisenbahnbrigade, vor allem zu üben, wie ein Schmalspurbetrieb auf eine Vollbahnstrecke übergeleitet werden kann. Für diesen Zweck entstand in Sperenberg eine Kreisbahn, die auch den Schumka-See mit einbezog und wofür zwischen Klausdorf und Sperenberg ein drittes Gleis entstand.

Diese Anlage bestand nicht lange. 1903 wurde sie wieder abgebaut, da sie streckenweise die Königliche Militär-Eisenbahn (KME) tangierte und so deren Betriebssicherheit gefährdete. Ein anderes Übungs-Projekt war eine 1900 in Fulda erworbene eiserne Gitterbrücke mit 20 Metern Spannweite, die durch die Militäreisenbahner in Sperenberg wieder aufgebaut wurde und so lange Versuchssprengungen aushalten musste, bis sie gänzlich zerstört war.

Das militärische Treiben am See fand bald reges Interesse beim preußischen Herrscherhaus. So besichtigten 1905 Prinz August Wilhelm von Preußen, Monate danach Prinz Oskar von Preußen die Übungen. Auch ausländische Militärs fanden sich ein, zum Beispiel im Mai 1889 der Chef des Generalstabes der italienischen Armee, im August zwei Pionieroffiziere der Königlich-Schwedischen Armee. 1900 gab es einen Besuch des japanischen Prinzen Kanin, 1902 des Prinzen Paribatra von Siam und 1905 eines Kommandanten eines „östereichisch-ungarischen Eisenbahn- und Telegraphen-Regiments“. Von der Anwesenheit der Militäreisenbahner in Klausdorf und Sperenberg profitierten verschiedentlich die anliegenden Gemeinden, unter anderem durch Sprengungen nicht mehr benötigter Schornsteine sowie durch den Bau von Abzweigungen von der Königlichen Militär-Eisenbahn zu Ziegeleien und anderen Betrieben. (Von Günter Nagel)

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