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Teltow-Fläming Ein Trebbiner hofft auf den Echo
Lokales Teltow-Fläming Ein Trebbiner hofft auf den Echo
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10:30 25.03.2015
Frank Hellmann schrieb und komponierte zu Schillers Elektromusik die Noten für sein Orchester. Quelle: Karen Grunow
Trebbin

Wenn am Donnerstagabend in Berlin der Musikpreis Echo verliehen wird, dann wird in Trebbin die Anspannung besonders groß sein: Denn nominiert ist auch das neuste Album des Elektroniktüftlers Schiller alias Christopher von Deylen, für dessen Arrangements und Aufführung der Trebbiner Frank Hollmann und sein Symphonic Pop Orchestra verantwortlich sind.

Anfang Juli vergangenen Jahres hatte das 60-köpfige Orchester mit seinem Dirigenten Hollmann, sowie Schiller und Stars wie Midge Ure und die russische Sopranistin Eva Mali auf dem Berliner Gendarmenmarkt Schillers loungige Kompositionen der vergangenen 15 Jahre vor einem begeisterten Publikum aufgeführt. Dabei entstand das nun in der Echo-Kategorie "Crossover" nominierte Album "Symphonia", vor kurzem erschien überdies noch eine DVD als Mitschnitt des Konzertes.

"Ich habe Tag und Nacht arrangiert"

Erst im Frühjahr 2014 war Hollmann von Christopher von Deylen kontaktiert worden. "Alles war sehr kurzfristig", erinnert er sich. Denn es musste ja nicht einfach nur für den großen Auftritt geprobt werden. Sämtliche Schiller-Songs brauchten die entsprechenden Arrangements, um von einem großen Orchester gespielt werden zu können. "Ich habe Tag und Nacht arrangiert", erzählt Hollmann. Die Proben fanden dann letztlich in Trebbin statt, im Clauerthaus. Dafür reisten auch die Solisten des Abends, Ultravox-Sänger Midge Ure und die Schweizer Sängerin Jaël, eigens in das beschauliche Städtchen. "Ich habe seine Kompositionen erweitert, andere Strukturen reingebracht, auch komponiert", erklärt Hollmann seinen Part bei Konzert und Album.

Trotzdem kann er sich die Echo-Verleihung am Donnerstag nur im Fernsehen ansehen. Noch immer, bedauert er, werde hier zu Lande oft die Arbeit der Arrangeure nur wenig gewürdigt. Dabei steckt in "Symphonia" zwar ganz viel Schiller, aber eben auch viel Hollmann. Und natürlich das Symphonic Pop Orchestra, das Hollmann 2006 ins Leben gerufen hat. Damals arbeitete er noch fest am Friedrichstadtpalast. Bereits 1983 hatte er dort angefangen, "zunächst als Solopianist", erinnert er sich. Doch schon zwei Jahre später wurde er mit Arrangements betraut. Bis 2009 war er für die Musik vieler der großen Shows des Revuetheaters maßgeblich verantwortlich.

Der Traum vom Orchester

"Das war eine gute Schule", sagt Hollmann heute. Dann entschied er sich dafür, vor allem mit seinem eigenen Orchester zu arbeiten. Mut zu diesem Schritt, so zeigt sich im Gespräch, hat ihm vor allem Marion Pagels gegeben. Die Sängerin, eine der stimmgewaltigen Solistinnen der Orchester-Programme, und Hollmann kannten sich aus der gemeinsamen Kindheit in Trebbin, nach der Studienzeit aber hatten sie sich viele Jahre nicht gesehen. Als sie sich dann wieder trafen, war schnell klar: "Sein Traum war ein großes Orchester, mein Traum war, mit einem großen Orchester zu singen", sagt sie.

Viele der Musiker arbeiten regelmäßig für renommierte Orchester, die meisten sind bei Frank Hollmann von Anfang an dabei. Einmal im Jahr gibt es eine große Show in der Region, mit Tänzern, vielen Solisten, dem Chor und Lichteffekten. Rund 120 Akteure stehen dann auf der eigens aufgebauten großen Bühne. Am 4. und 5.September wird es wieder soweit sein, dann sollen Hits von Michael Jackson, Jennifer Lopez, Shania Twain, Helene Fischer oder Filmmusiken erklingen, natürlich arrangiert von Hollmann.

Doch bevor er sich an diese Arbeit machen kann, stehen andere Projekte an. Gerade arbeitet er mit am Musical "Die Schatzinsel", das im tschechischen Brno und in Fulda aufgeführt wird, außerdem wird es ab Ende Juni ein Musical über den "Hauptmann von Köpenick" geben, mit seinen Arrangements.

Immer wieder arbeitet Hollmann auch für die Komische Oper, deren Probebühne nutzen Chor und Orchester ab und an. Oft aber kommen die aus aller Welt stammenden Künstler dafür nach Trebbin. Dort dürfte jedenfalls morgen Abend großer Jubel ausbrechen, wenn "Symphonia" sich tatsächlich gegen die anderen Echo-Nominierten durchsetzen sollte.

Von Karen Grunow

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