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Teltow-Fläming „Die Entwicklung ist bedauerlich“
Lokales Teltow-Fläming „Die Entwicklung ist bedauerlich“
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00:15 31.12.2013
Der Bau ruht, der Betrieb hat Insolvenz beantragt.
Der Bau ruht, der Betrieb hat Insolvenz beantragt. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Der Bau verzögerte sich immer wieder. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zum möglichen Fördermittelbetrug hat der Betrieb nun Insolvenz angemeldet.

„Die Entwicklung ist bedauerlich“, sagte Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) am Freitag der MAZ. Über Siegmund Trebschuh, Geschäftsführer der Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SWFG) des Kreises, zu der der Biotechnologiepark gehört, habe sich der Landkreis kurz vor Weihnachten noch einmal mit einem Brief an die Landesregierung gewandt. „Wir wollten, dass die problematische Situation bezüglich des Fördermittelumgangs schnell geklärt und beendet wird“, sagte Wehlan. „Nun wurden wir mit dem Fakt der Insolvenz konfrontiert.“ Leider gebe es immer wieder solche Situationen, „die kratzen auch am Image des Landkreises“, sagte Wehlan. Eine Einschätzung über den rechtmäßigen Umgang mit Fördergeld will sie sich nicht anmaßen, „aber wenn die ILB Fördermittel zurückhält, muss es gravierende Gründe geben“, sagte sie. Der Landkreis werde alles tun, damit es an dem Standort wirtschaftlich weitergeht und Arbeitsplätze geschaffen werden. „Die Vermarktung des Bioparkes ist auch an die gute Entwicklung insgesamt gebunden“, sagte Wehlan. Das Engagement des Kreises über dessen Wirtschaftsförderungsamt werde sich darauf konzentrieren, den Standort auch künftig bestmöglich zu vermarkten.

Auch SWFG-Chef Siegmund Trebschuh, der gleichzeitig Amtsleiter für Wirtschaftsförderung des Kreises ist, bedauert die Insolvenz. „Dort sollten 100 Arbeitsplätze entstehen, die fehlen natürlich“, sagte Trebschuh. „Und es ist kein schöner Anblick, wenn direkt am Tor zum Biotechnologiepark ein Bauwerk steht, mit dem es nicht weitergeht.“ Aus dem Aufsichtsrat der SWFG sei die Anregung gekommen, sich mit einem Brief an das Land zu wenden. „Eine juristische Einschätzung steht uns nicht zu, aber wir wollten eine schnelle Klärung befördern“, so Trebschuh. „In der vorigen Woche wurde ich dann von HBS-Chef Michel de Mari über den Insolvenz-Antrag in Kenntnis gesetzt.“

Der Chef des IHK-Regionalcenters Teltow-Fläming, Randolf Kluge, zeigte sich überrascht – er erfuhr aus der MAZ von der Insolvenz. „Das ist traurig, denn es wäre eine schöne Investition und ein wirtschaftliches Highlight gewesen“, sagte er. „Aber natürlich muss alles rechtmäßig zugehen.“ Es sei aufgefallen, dass es mit dem Bau zuletzt nicht mehr vorwärts ging, „das gibt natürlich zu denken“.

HBS-Geschäftsführer Michel de Mari hingegen spricht von „Missverständnissen“ und dem Insolvenzantrag als „Notbremse für den Standort Luckenwalde“. Er hoffe, „noch eine Lösung für eine Zukunft in Luckenwalde zu finden“.

Von Elinor Wenke

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