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Teltow-Fläming "Die Schublade klemmt"
Lokales Teltow-Fläming "Die Schublade klemmt"
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17:01 30.08.2013
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Mahlow

Dem pflichteten andere Blankenfelder bei. Außenstelle des KZ Großbeeren, ein Fremdarbeiterlager wäre das sogenannte "Ausländerkrankenhaus Mahlow" Anfang der 1940er Jahre im Bewusstsein und Sprachgebrauch der Menschen in der Region gewesen.

Es war ein brillanter Entschluss der Ideenwerkstatt, zu diesem Gespräch in die Alte Aula zu laden. Viele ältere Bürger, die erlebt hatten, sich wirklich erinnern konnten, waren erschienen. Seit Jahren beschäftigt sich die promovierte Mahlower Archäologin Ulrike Kersting mit dem Ausländerkrankenhaus, das die Stadt Berlin 1942 auf der Gemarkungsgrenze zwischen Blankenfelde und Mahlow errichten ließ. Aufarbeitung und Erinnerung sind ihr Antrieb, seit sie mit Jugendlichen in einem Projekt der Mahlower Kirchengemeinde dazu geforscht hat. 2009 übernahm die Ideenwerkstatt Blankenfelde, ein Verbund von Gemeindevertretern und interessierten Bürgern, das Projekt. Jüngere Blankenfelder kennen den versteckten Standort des Auslän-derkrankenhauses hinter dem Waldfriedhof noch als Industriegebiet des Pharmazeutischen Werks und anderer kleiner Firmen. Und neu Zugezogene wahrscheinlich gar nicht. Auch deshalb wurde im April an der Stelle des Martyriums hunderter Osteuropäer ein Gedenkort als Rundgang mit informativen Stelen errichtet, erstes Ergebnis der Arbeit der Ideenwerkstatt. Nun soll es weiter gehen und darum sind die Mitstreiter um Ulrike Kersting dringend auf Erinnerungen der Älteren angewiesen. Nachdem Kersting den Dialog mit Luftbildern des Geländes zu verschiedenen Zeiten eingeleitet und ihre Vorstellungen von einer weiteren Ausbaustufe des Gedenkorts erläutert hatte, eröffneten Leonie Neumann und Kerstin Berger als Moderatoren das Gespräch, das sofort gut in Gang kam. Obwohl sie scherzte "Die Schublade klemmt inzwischen", mit der sie ihr Gedächtnis meinte, waren die Erinnerungen von Karin Sielaff außerordentlich vielfältig und interessant. Sie konnte genaue Beschreibungen von Räumlichkeiten in den Baracken geben, die sie von der Arbeit im Pharmazeutischen Werk kannte.

Wenngleich sie sie seit 1962 nicht mehr gesehen hat, beschrieb sie Kupferkessel der Küche und Holzbottiche genau. So kann man Vermutungen über frühere Nutzung und Lage der Einrichtungen anstellen.

Von Andrea von Fournier

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