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Teltow-Fläming Die fliegenden Retter
Lokales Teltow-Fläming Die fliegenden Retter
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00:17 28.11.2013

Im Mittelpunkt standen der NH90 in seiner Funktion als medizinischer Rettungshubschrauber („Forward Air MedEvac“) und seine Besatzungen. Seit Juni dieses Jahres ist dieses neue Modell in Afghanistan im Einsatz. Zwölf Mal wurde er dort bereits alarmiert, um verletzte Soldaten aus Gefahrenzonen zu holen und sie medizinisch versorgen zu können. Die Lage ist kritisch. Experten rechnen damit, dass der für 2014 angekündigte Rückzug der internationalen Kampftruppen die Taliban in ihrem Angriffsstreben anstacheln wird. Um so notwendiger ist die Luftrettung.

Gegenwärtig verrichten in Afghanistan 65 Soldaten ihren Dienst rund um den NH90, Piloten und Techniker. Weitere 130 befinden sich in der direkten Vorbereitung. Anfang Dezember wird es den nächsten Personalwechsel am Stationierungsort in Mazar-e Scharif geben. Bis dahin muss das Transporthubschrauberregiment 10 die Rettungskette so perfekt wie möglich einstudieren. Für den „Final Effort“, den „Letzten Schliff“, bietet der Fliegerhorst Holzdorf und sein Umland mit der Glücksburger Heide beste Voraussetzungen. „Die Besatzungen können sich unter realistischen Bedingungen auf ihre Aufgabe in Afghanistan vorbereiten“, sagt Regimentskommandeur Oberst Andreas Pfeiffer, „die Heide weist staubige Bedingungen wie im Einsatzland auf und als operatives Zentrum für unsere eingespielten Szenarien ist Holzdorf genau richtig, vergleichbar mit den Voraussetzungen in Mazar-e Scharif.“

Das Regiment wurde im Zuge der Bundeswehrreform nach Faßberg (Bayern) verlegt, aber am Fliegerhorst auf der Grenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt beherrschen die Soldaten immer noch die Unterstützung der NH90-Besatzungen.
Bei der Übung werden Soldaten mit simulierten Verletzungen gerettet. Das Eintreffen der Hubschrauber am Einsatzort geschieht für den Betrachter unerwartet. Wie aus dem Nichts tauchen die stählernen Rettungsflieger als Duo über den Baumwipfeln auf. Während eine Maschine das Gebiet umkreist und zwei Bordschützen die Bodentruppen mit ihren Maschinengewehren aus der Luft unterstützen, setzt der zweite Helikopter Sekunden später zur Landung an. Sicherungskräfte mit Maschinenpistolen springen als Erste auf wehendes Grasland. Es folgen die Rettungssanitäter mit Tragen, die zu den Verletzten laufen, sie auf die Tragen legen und nacheinander in die Maschine bringen, deren Rotoren sich weiter drehen. Nach drei Minuten hebt der NH90 schon wieder ab. Beide Hubschrauber verschwinden rasch am Horizont.

Deutsche Soldaten in Afghanistan haben die Frage, ob sie sich sicherer fühlen wenn sie deutsche Rettungskräfte in der Luft wissen, mit einem deutlichen Ja beantwortet. „Genau das muss unsere Verpflichtung sein, ihnen im Notfall zur Seite zu stehen“, sagt Pfeiffer. Um die Piloten und Bordtechniker bestmöglich zu schulen, lernen sie bei der Übung auch von Soldaten, die mit dem NH90 bereits im Einsatz waren. Auch die Bodenkräfte verfügen meist über Einsatzerfahrung in Afghanistan.

Hintergrund

Holzdorf/Schönewalde ist der modernste und größte Luftwaffenstandort in Ostdeutschland.

Die Luftwaffe hat ihr Hubschraubergeschwader im Zuge der Bundeswehrreform abgezogen.

Vom Hubschraubertyp NH90 wurden zwölf Modelle in Holzdorf zum medizinischen Rettungshubschrauber umgerüstet.

Jede Maschine kann zwei Patienten aufnehmen. Sie haben Herzdruck- und Beatmungsgeräte zur Wiederbelebung an Bord.

Von Sven Gückel

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