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Teltow-Fläming Diskussion wird zur Abrechnung
Lokales Teltow-Fläming Diskussion wird zur Abrechnung
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17:18 28.03.2017
Gemeindevertreter Roland Hahn (WIR, stehend) hatte zu der Diskussion geladen. Gut ein Dutzend Gäste waren gekommen.
Gemeindevertreter Roland Hahn (WIR, stehend) hatte zu der Diskussion geladen. Gut ein Dutzend Gäste waren gekommen. Quelle: Christian Zielke
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Blankenfelde

Den Abend hatte sich Roland Hahn (WIR) vermutlich anders vorgestellt. Gut einen Monat nach dem Scheitern des Rathaus-Projekts hatte der Gemeindevertreter zur Diskussion geladen. Dort wollte er mit Anwohnern über ein Zentrum – möglichst ohne Rathaus – diskutieren.

Doch Hahns Ideen von einer lebendigen Mitte mit Wohnungen, Restaurants und Geschäften stießen auf Skepsis. Der Ort der Versammlung, die Grüne Passage, hätte kaum besser gewählt sein können. Wolfgang Locher, Leiter der Kunst- und Musikschule Regenbogen und ehemaliger SPD-Gemeindevertreter, brachte das Dilemma der Blankenfelder Zentrumsgestaltung auf den Punkt. „Die Leute hetzen morgens zum Bahnhof und kommen abends mit vollen Tüten zurück. Wir müssen realistisch sein.“ Als wichtigster Mieter des als Einkaufszentrums geplanten Gebäudes hat die Musikschule immer mehr leerstehende Ladenlokale übernommen.

Kleinmachnow als positives Beispiel

In einer spontanen Abstimmung unter den gut ein Dutzend Besuchern sprach sich die Mehrheit dafür aus, im Blankenfelder Zentrum ein Rathaus zu bauen. Die anwesenden Gemeindevertreter von SPD und Linken quittierten das mit Genugtuung.

Dass sich Rathaus und Lebendigkeit nicht ausschließen, war ein Argument von Dietrich Bicher. Der Dahlewitzer nannte das Rathaus von Kleinmachnow mit seinen Geschäften und dem Saal als positives Beispiel. „Die Gemeinde braucht eine zentrale Verwaltung“, sagte Bicher.

Frust über verfahrene Situation

Besonders deutlich wurde der Frust der Bürger über die verfahrene Situation in der Gemeindevertretung. „Man hat das Gefühl, alle sind gegeneinander und nichts geht mehr voran“, sagte Paul Hoffmann. Ein anderer beklagte die Grabenkämpfe und den dadurch verursachten Stilltand. Dafür gab es Applaus. Viele fürchten dass sich nun auf Jahre nichts ändert an der gefährlichen Situation am Bahnübergang und an den Straßen, die zu eng sind für die vielen Busse.

Hannelore Kleemann würde das bisherige Verwaltungsgebäude am liebsten so schnell wie möglich loswerden. „Da möchte ich nicht arbeiten müssen. Die Ibsenstraße ist eine Zumutung für die Bürger. Der Platz am Bahnhof Blankenfelde ist ideal für jeden erreichbar“, sagte sie. Andere Anwohner rund um den Brandenburger Platz fürchten eine Zunahme des Verkehrs durch ein Rathaus. Katja Grassmann (SPD) und Anke Scholz (Linke) beteuerten immer wieder, dass Fragen zum Verkehr Bestandteil der Rathaus- und Zentrumsplanung gewesen seien und dass der von vielen gefürchtete Busbahnhof keine Rolle mehr spielen sollte.

Von Christian Zielke

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